Nachtgespenst unterwegs
Die Nacht hat sich über die Pension „Waldblick“ gelegt. Nach einem langen Tag an der frischen Luft schlafen die Gäste tief und fest in ihren kuscheligen Betten.
Die einen waren wandern, die anderen Rad fahren. Und der Rest nutzte die ersten warmen Sonnenstrahlen im April, um den Flohmarkt zu besuchen. Doch plötzlich, durch ein Rascheln geweckt, schrickt Madame Dupont, eine reiche Französin aus Paris, aus ihrer wohlverdienten Nachtruhe hoch. Schlaftrunken blinzelt sie ins Zimmer. Sie sieht gerade noch, wie eine männliche Gestalt in einem langen, wallenden Nachthemd aus dem Fenster springt.
Ein Riesenschreck
Schlagartig hellwach, kreischt sie los: „Hilfe! Hilfe!“ Herr Meier, der Besitzer der Pension, eilt in ihr Zimmer. Zitternd zeigt Madame Dupont aufs Fenster. „Da, da, gerade ist ein Dieb entwischt“, stammelt sie. Herr Meier eilt zum Fenster, doch draußen ist nichts zu sehen. Im Mondlicht erkennt er nur die Umrisse der Bäume im Garten und die Autos vor der Pension. „Wurde etwas gestohlen?“ fragt er Madame Dupont. Zusammen suchen sie das Zimmer ab. „Ja, das Armband, das ich heute auf dem Flohmarkt gekauft habe. Es war sehr alt und wertvoll. So ein Verlust!“ Traurig lässt sich Madame Dupont auf ihr Bett sinken. „Ich will, dass der Diebstahl so schnell wie möglich aufgeklärt wird“, versichert Herr Meier. Er greift zum Telefon und bittet Detektiv Bimbo, am nächsten Morgen zu kommen.
Das Verhör beginnt
„Jemand muss von dem Armband gewusst haben“, sagt Bimbo zu den versammelten Gästen im Frühstücksraum und lässt seinen Blick prüfend über die Gesichter wandern. Die meisten sind entsetzt über den Diebstahl. „Ich werde mich mit jedem von Ihnen unterhalten müssen“, kündigt Bimbo an. „Aber wir wollten gerade abreisen“, wirft ein Mann ein. „Tut mir leid“, sagt Bimbo. „Das ist nicht möglich, so lange die Ermittlungen andauern.“ Dann winkt er den ersten Mann zu sich.
Alle unschuldig?
„Was haben Sie gestern unternommen?“, fragt er ihn. „Ich war auf dem Flohmarkt. Ich habe sogar gesehen, dass Madame Dupont das Armband gekauft hat. Auf dem Rückweg habe ich mir den Fuß verstaucht. Damit hätte ich wohl kaum aus dem Fenster springen können“, antwortet der Mann. Wie zum Beweis zeigt er Bimbo seinen Verband am Fuß. „Und Sie?“, richtet sich Bimbo an den nächsten Gast. „Ich bin zum Weiher geradelt und habe geangelt. Fragen Sie die Köchin, ich habe ihr fünf Forellen mitgebracht.“ „Und wo waren Sie unterwegs?“, fragt Bimbo einen weiteren Mann. „Nirgends“, antwortet dieser. „Ich habe im Garten gefaulenzt und nachts dank Schlaftablette geschlummert wie ein Murmeltier. Mich können Sie von Ihrer Liste streichen. Ich hab doch gar kein Interesse an einem altmodischen, diamantenbesetzten Armband. Außerdem besitze ich kein weißes Nachthemd!“
Der Lügner verrät sich selbst
Madame Dupont schüttelt verzweifelt den Kopf. „Der Dieb scheint nicht unter den Gästen zu sein“, seufzt sie, „alle haben ein gutes Alibi.“ „Das sehe ich anders“, antwortet Bimbo. Die Dame schaut ihn erstaunt an, als er einen der drei Herren zu sich winkt.
Ist dir aufgefallen, womit sich der nächtliche Dieb verraten hat?

Lösung:
Der dritte Gast sprach von einem diamantenbesetzten Armband und einem weißen Nachthemd – Einzelheiten, die er nicht wissen konnte. Vor allem, nachdem er angeblich dank Schlaftablette nichts mitbekommen hat!
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