Das Polizeiverhör
Mit wilden Fäusten hämmert ein Gefangener gegen die Tür seiner Zelle im Polizeipräsidium.
„Ich will hier raus!“, ruft er immer wieder. „Warum halten Sie mich fest?“ Seufzend wendet sich der Polizeikommissar an Detektiv Bimbo. „Weil unser Zeuge gesehen hat, wie er aus dem Kellerfenster des Hauses von Familie Bühl gestiegen ist und dann schnell weglaufen wollte. Doch wir haben ihn geschnappt. Leider macht der Kerl uns jetzt aber Probleme, weil er den Einbruch nicht gestehen möchte. Ich habe ihn schon mehrfach verhört. Vielleicht wollen Sie mal mit ihm reden?“ Detektiv Bimbo nickt. „Einverstanden. Holen wir ihn aus seiner Zelle.“
Viele Fragen ...
Zwei Polizeibeamte holen den Häftling aus seiner Zelle und bringen ihn zu Bimbo. Er guckt grimmig. „Was wollen Sie denn jetzt? Noch einmal dieselben Fragen?“ „Wir werden sehen“, antwortet Detektiv Bimbo ruhig. „Man hat gesehen, wie Sie gestern Abend um Mitternacht aus dem Kellerfenster von Familie Bühl gestiegen sind. Das können Sie nicht leugnen.“ „Stimmt“, antwortet der Verdächtige. „Ich wollte sie besuchen. Sie sind Freunde von mir, und ich wollte sie überraschen.“ Bimbo mustert ihn mit gerunzelter Elefantenstirn. „Gehen Sie immer durchs Kellerfenster, wenn Sie andere Leute besuchen wollen?“, fragt er. „Quatsch, aber ich sagte doch schon, ich wollte sie überraschen. Ich hatte doch keine Ahnung, dass sie im Urlaub waren. Als ich gemerkt habe, dass niemand zu Hause ist, bin ich sofort umgekehrt, noch bevor ich bis zum Wohnzimmer gekommen bin.“ „Aha“, kommentiert Bimbo bedeutungsvoll.
Im Kreuzverhör
Der Häftling rutscht auf seinem Stuhl hin und her. „Nervös?“ fragt Bimbo. „Pff“, antwortet der Mann frech. „Mir ist nur langweilig. Hier drinnen ist es ja nicht zum Aushalten.“ „Dann machen wir schnell weiter“, schlägt Bimbo vor. „Wann haben Sie eigentlich erfahren, dass die Bühls im Urlaub sind?“ „Vor vier Tagen, von einem Bekannten.“ „So, so, und wissen Sie auch noch, wie spät es war, als Sie zum Kellerfenster hineingestiegen sind?“ Der Verdächtige denkt kurz nach. „Klar, es war genau 23 Uhr. Ich hab sogar die Glocken vom nahen Kirchturm schlagen hören. Und mich gefreut, weil ich weiß, dass die Bühls dann ganz gern noch ein Gläschen Wein vor dem Schlafen gehen trinken. Ich wäre also genau zur richtigen Zeit gekommen ...“
So ein Lügner!
Bimbo kratzt sich an seinem großen Elefantenohr. „Ah, da fällt mir noch was ein. Ein Polizeibeamter hat gesagt, dass Sie die Tür des Wohnzimmerschranks offen gelassen hätten, in dem die kostbaren Weinflaschen der Familie lagern.“ „Das ist gar nicht wahr“, ruft der Gefangene empört. „Ich weiß doch genau, dass ich die Tür wieder zugemacht habe! Was mir hier alles unterstellt wird!“ „Regen Sie sich nicht auf“, sagt Bimbo. „Sie können ja wieder gehen.“ „Nach Hause?“, fragt sein Gegenüber etwas ungläubig. „Nein“, Bimbo schüttelt den Kopf. „In Ihre Zelle. Ich weiß nämlich jetzt genau, dass es sich nicht um einen Besuch handelte, sondern um einen Einbruch. Sie haben sich dreimal widersprochen!“
Weißt du, an welchen Stellen sich der Verdächtige widersprochen hat?

Lösung:
- Er will nicht gewusst haben, dass Bühls verreist sind, sagt später aber, er habe es vor vier Tagen erfahren.
- Er behauptet, er sei um 23 Uhr eingestiegen, wurde aber um Mitternacht gefasst. Er ist also nicht schnell gegangen, wie er erst sagte.
- Angeblich ist er nicht bis zum Wohnzimmer gekommen, sagt aber, er habe die Schranktür im Wohnzimmer geschlossen.
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