Experimente für Kinder: Experimente mit Bewegung: Fang den Stift

Fang den Stift

Manchmal muss es schnell gehen. Mit diesem Experiment kannst du herausfinden, wie fix du zugreifen kannst. Zusammen mit Freunden ist der Test sogar wettkampftauglich!

Was brauchst du dafür?

  • 30 cm langes Lineal
  • weißes Papier
  • Kleber und Schere
  • Bleistift
  • Farbstifte

Greif zu: Schritt 5

Wie geht das?

Greif zu: Schritt 1

1. Zeichne den Umriss des Lineals auf das Papier. Teile es in sechs gleich lang Abschnitte ein.

Greif zu: Schritt 3

 

Greif zu: Schritt 2

2. Male die Abschnitte bunt an. Verwende Farben von hell bis dunkel, also zum Beispiel von Gelb bis Schwarz.

Greif zu: Schritt 4

3. Schneide den bemalten Streifen ab und klebe ihn auf das Lineal.

4. Ein Freund soll das Lineal jetzt so halten, dass sich dessen unteres Ende zwischen deinem Daumen und deinem Zeigefinger bzw. zwischen Daumen und den anderen Fingern befindet. Die hellen Farben sind unten.

5. Zum Warmwerden soll dein Freund das Lineal nur auf Kommando loslassen. Wenn ihr Übung habt, kann es auch plötzlich losgelassen werden.

6. Der Abschnitt, den du erwischst, zeigt deine Reaktionsgeschwindigkeit an. Je heller, desto schneller! Bei mehreren Teilnehmern am besten Punkte in eine Liste eintragen, z. B.: Gelb entspricht sechs Punkten, Schwarz einem Punkt.

Was passiert da?

Köpfchen, Köpfchen: Das Zugreifen sieht sehr einfach aus. Aber du wirst selbst merken, dass es nicht mal auf Kommando immer klappt, das Lineal im gelben Bereich zu erwischen. Denn hinter dem Greifen steckt eine erstaunliche Leistung des Gehirns. Es setzt die Information "Lineal fällt" in den Reiz "Zugreifen" um. Der Befehl geht an die Finger und die schließen sich. Mal schneller und mal langsamer.

Warum ist das so?

Das Nervensystem ist das wichtigste Steuerungssystem unseres Körpers. Es besteht aus dem Zentralen Nervensystem (ZNS) und einem Netzwerk von Nerven, die vom ZNS in alle Körperteile ausstrahlen. Manche Aktionen können wir dabei willentlich steuern, zum Beispiel das Laufen oder Zugreifen. Andere geschehen unwillkürlich, etwa das Atmen. Viele Reaktionen, die wir scheinbar unbewusst ausführen, haben mit erlerntem Verhalten zu tun.

An einer roten Ampel zum Beispiel bleiben wir stehen. Eine Tasse oder einen Stift nehmen wir, ohne jedes Mal überlegen zu müssen, wie das nun wieder geht. Kleine Kinder wissen das alles noch nicht. Sie lernen erst, wie Menschen sich in bestimmten Situationen verhalten. Sinneseindrücke wie das fallende Lineal und erlernte Regeln werden in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns verarbeitet. Optische Eindrücke werden von der Netzhaut im Auge an den hinteren Teil des Gehirns weitergeleitet. Im vorderen Teil des Gehirns läuft die Willensbildung ab. Hier werden erlernte und geübte Regeln gespeichert. Die Informationen aus beiden Bereichen werden zusammengefügt und eine entsprechende Bewegung geplant. Vom Gehirn erhalten dann die entsprechenden Muskeln über das Nervensystem Signale, damit sie sich zusammenziehen und den Körperteil bewegen. Wenn wir wissen, was auf uns zukommt, nämlich zum Beispiel jetzt ein fallendes Lineal, können wir noch schneller reagieren.

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