: Mein Kind wird gemobbt! Was tun?

Mein Kind wird gemobbt! Was tun?

Wenn Mobbing passiert, brauchen Kinder die Hilfe ihrer Eltern. Wenn Ihr Kind morgens immer häufiger nicht zur Schule gehen möchte und/oder regelmäßig über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder Appetitlosigkeit klagt; wenn es nicht mehr zu Geburtstagsfeiern eingeladen wird oder seine Leistungen überraschend abfallen - dann sollten Sie handeln.

 

  1. Signale erkennen.

    Hören Sie aufmerksam zu, wenn Ihr Kind von der Schule erzählt und nehmen Sie es ernst. Dann erkennen Sie brenzlige Situationen frühzeitig.

  2. Informationsquellen nutzen.

    Halten Sie Kontakt zu den Lehrern, nutzen Sie Elternsprechtage und Sprechstunden. Fragen Sie nicht nur nach Noten, sondern auch danach, ob Ihr Kind gut in die Klasse integriert ist.

  3. Nehmen Sie die Ängste Ihres Kindes ernst.

    Messerattacken, Erpressungen und der Raub von Markenkleidung machten das Phänomen in der Öffentlichkeit bekannt. Aber nicht immer kommt Mobbing so spektakulär daher - und das ist auch nicht entscheidend. Unter den Begriff fallen alle Formen der Ausgrenzung, Hänseleien oder Schikane, denen Ihr Kind dauerhaft ausgesetzt ist.

  4. Direktes Mobbing.

    Die Täter greifen ihre Opfer körperlich oder verbal an oder schließen sie aus ihrer Gruppe aus. Entscheidend bei dieser Art von Mobbing ist, dass sich die Opfer nicht wehren können und die Attacken über einen längeren Zeitraum wiederholt passieren.

  5. Cyber Mobbing.

    Zunehmend werden Kinder und Jugendliche auch über das Internet gemobbt. In E-Mails, Chats und Social Communities (wie Facebook, SchuelerVZ oder mySpace) wird den Opfern Angst gemacht. Sie werden gekränkt, verletzt oder bedroht.

  6. Der erste Weg führt zum Tatort Schule.

    Ihr Kind wird gemobbt? Dann sprechen Sie die Vorfälle beim Lehrer an und drängen Sie darauf, dass die Schule sofort eingreift. Nur Ordnungsmaßnahmen, die zeitlich unmittelbar mit den Mobbingattacken zusammenhängen, zeigen Wirkung.

  7. Verschaffen Sie sich Gehör - notfalls ganz oben.

    Wenn das Gespräch mit dem Lehrer keinen Erfolg hat, wenden Sie sich an die Schulleitung. Wenn Sie auch hier nicht weiterkommen, kontaktieren Sie die Schulaufsichtsbehörde. Sie müssen keinen Dienstweg einhalten. Aber um die Situation nicht weiter zu verschärfen, sollten Sie die Schulleitung über Ihre Schritte informieren.

  8. Das sollten Sie auf keinen Fall tun (I.):

    Mit den Eltern des Täters sprechen.

    Das Opfer mit zu den Lehrergesprächen nehmen.

    Nach einer kurzfristigen Besserung des Mobbingfalls wieder locker lassen.

  9. Das sollten Sie auf keinen Fall tun (II.):

    Das Mobbing mit der Persönlichkeit des Opfers rechtfertigen.

    Mobbing als Problem zwischen bestimmten Personen sehen.

    Das Opfer aus der Klasse nehmen.

  10. Auch die Täter brauchen Hilfe.

    Wenn Ihr Kind einem anderen Schaden zugefügt hat, wenden Sie sich nicht von ihm ab. Versuchen Sie herauszufinden, warum ihr Kind aggressiv ist und ob ihm etwas fehlt (mehr Zuwendung, Bestätigung, Zeit, Regeln). Klären sie ihr Kind über die Folgen von Mobbing auf und machen Sie deutlich, dass ein Täter auch schnell einmal ein Opfer sein kann.

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