Ergebnis 1 bis 14 von 14
  1. #1
    Festes Mitglied Avatar von micha.
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    Hallo, wir haben im Moment ein sehr trauriges Thema aber auch ein Thema, wo ich sehr unsicher bin. Meine Oma ist am Freitag verstorben, sie hatte ihr Alter aber es war trotzdem ein Schock für mich. Für unseren Sohn und meine Nichte war sie immer die "kleine Oma". Unser Sohn hatte nicht mehr so viel Kontakt zu ihr weil es ihm immer etwas langweilig bei ihr war. Zu Geburtstagen und anderen Anlässen war sie immer mit dabei. Nun stellt sich die Frage, meine Oma wird am Samstag noch einmal aufgebahrt und wer möchte, kann Abschied von ihr nehmen. Ich selber bin noch sehr unschlüssig, ob ich hingehe weil ich sie noch einen Tag vor ihrem Tod gesehen habe und sie auch so in Erinnerung behalten möchte. Nun will unser Sohn aber gerne die" kleine Oma" noch einmal sehen und an der Beerdigung teilnehmen. Ich selber habe die Einstellung, der Tod gehört zum Leben dazu und auch Kinder werden irgendwann damit konfrontiert. Was auf ihn zukommt, wenn er die Oma dort im Sarg liegen sieht, das sie wie schlafend aussieht und das der Sarg bei der Beerdigung in die Erde hinabgesengt wird, alles was dort passiert habe ich ihm erklärt. Er möchte bei der Aufbahrung und bei der Beerdigung dabei sein. Auf der anderen Seite habe ich etwas bedenken, ob das nicht doch ein ziemlicher Schock für ihn wird und Albträume vorprogramiert sind. Was meint ihr dazu, ich bin da ziemlich ratlos? VG micha.


  2. #2
    Spezialist Avatar von susanne13
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    Hallo Mischa,

    also,das Dein Sohn bei der Beerdigung dabei sein möchte,finde ich noch ok.Kinder stecken das hinterher ganz gut weg.Das habe ich sowohl bei der Beerdigung meines Schwiegervaters im letzten Jahr,als auch bei der Beerdigung (Urnenbestattung)meines Onkels vor zwei Monaten erlebt.Die kleinen Nichten und Neffen haben es gut weggesteckt.

    Meinen Schwiegervater habe ich mir aufgebahrt nicht mehr angeschaut,aber mein Mann und auch seine Geschwister.Der Sarg war bis ca. eine halbe Stunde vor der Trauerfeier geöffnet.Er hatte sich schon sehr verändert wie sie sagten und ich bin froh,ihn nicht mehr gesehen zu haben.

    Meinen Onkel habe ich ja gesehen.Er hatte sich nur ein wenig verändert und ich habe das Bild heute noch vor Augen,als wäre es gestern gewesen,dabei ist es schon dreieinhalb Monate her.Und mann konnte ihm schon ansehen,das kein Leben mehr ihn ihm war,also er nicht eben mal nur schlief.

    Ein 7-jähriger kann noch nicht einschätzen,was ihn da erwartet und wie sehr ihn dieser Anblick verfolgen könnte.Meiner Mama ergeht es da wie mir,wir haben oft diesen letzten Moment im Kopf.

    Jan und Tim sowieso nicht,waren bei der Beerdigung ihres Opas nicht dabei,weil ich so meine Zweifel hatte wie sie es verpacken.Aber ich hätte sie eher auf die Beerdigung mitgenommen,als das ich sie hätte ihren toten Opa anschauen lassen.

    Und meine Nichten und Neffen haben ihren toten Opa auch nicht mehr gesehen.

    Sicher gehört der Tod zum Leben dazu und deswegen,wenn er zur Beerdigung mitgehen möchte,ist das ja auch ok,aber die Uroma solltest Du ihn nicht mehr anschauen lassen.

    Lg Susanne


  3. #3
    Spezialist Avatar von jodatz
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    Hallo micha,
    zunächst mein Beileid zum Tode deiner Oma.
    Ich persönlich würde meine Kinder da nicht mitnehmen - ich denke, therotisch schaffen sie das, aber wenn man den Menschen dann doch noch mal sieht, ist das was ganz anderes - ich stimme susanne da bei.
    Ich habe in meinem Leben schon viele Tote gesehen( arbeitsbedingt), aber nicht auf Beerdingungen und selbst für mich war es immer wieder eine gefühlsmäßige Berg- und Talfahrt.
    Ich würde deinem Sohn erklären, er solle die Oma so in Erinnerung behalten, wie er sie das letzte Mal gesehen hat.
    Bin gespannt, wie ihr euch letztlich entscheidet.

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  4. #4
    Festes Mitglied Avatar von micha.
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    Hallo, ich tendiere auch eher dahin, das er zur Beerdigung mitgehen kann aber zur Aufbahrung nicht. Ich selber möchte, glaube ich, auch nicht mehr zur Aufbahrung hingehen.
    Es wird schwer, ihn von seiner, für ihn getroffenen Entscheidung, abzubringen.
    Wir werden dahingehend wohl noch so manches Gespräch führen aber mein Gefühl sagt mir auch, Oma im Sarg noch einmal sehen, nein.
    VG micha.


  5. #5
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    Hallo,
    mein Schwiegervater ist vor ca. 4 Monaten verstorben, wir hatten unseren kleinen, (4 Jahre alt) mit auf der beerdigung. Ich persönlich hätte es nicht gemacht aber meine Frau wollte das so.

    Bei der beerdigung war es dann so, das er nicht verstanden hat das sein Opa nicht mehr da ist, er hat zwar gewusst das er Tod und im Himmel ist, aber das ganze drum herum hat ihm dann doch zum schaffen gemacht.

    Meine Meinung ist, das man seine liebsten doch so in Erinnerung behalten soll wie Sie im Leben waren ! Ich würde es nicht mehr machen!

    Lg
    Michael


  6. #6
    Spezialist Avatar von Mischa
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    Hallo micha,

    zuerst
    MEIN HERZLICHSTES BEILEID


    Nun zu deiner Frage:
    Unser Sohn hat inzwischen 2 Urnenbeisetzungen und 1 Beerdigung hinter sich gebracht.
    Die erste Beerdigung war mein Schwiegervater 2002,da war unser Sohn in der 4. Klasse.
    er wollte unbedingt mit !!!Ich war da nicht so von begeistert,wusste ja auch nicht wie er reagieren würde.
    Ich machte mit ihm aus,wenn er nicht mehr in der Leichenhalle sein wollte oder konnte,dann würde ich mit ihm rausgehen.
    Junior hatte alles tapfer gemeistert-sogar die Beileidsbekundungen am Grab.
    Nur danach wollte er unbedingt nach Hause und sich mit einem Videospiel abreagieren--nach dem Spiel kamen dann Fragen"Wieso,weshalb,warum...Habe ihm alles so gut ich konnte erklärt und damit war er zufrieden.
    Keine Alpträume !!!
    Bei den Urnenbeisetzungen von meinem Onkel und meiner Oma--da schüttelte so mancher Verwandte und Bekannte den Kopf,weil Junior alles so gefasst aufnahm.
    Wieder kamen erst später von ihm Fragen,denn er konnte sich nicht vorstellen wie sein Grossonkel mit fast 2 Zentner Lebensgewicht in eine kleine blaue Urne passte....

    Man muss einfach von vornerein mit Kindern ,kindgerecht über Trauer,Sterben und Tod reden.
    Die verstehen dies besser als wir annehmen.
    Unser Sohn geht schon von klein auf sehr gern auf den Friedhof-er sieht diesen Ort nicht als was "düsternes" an.

    Als meine andere Oma 1995 starb war er noch nicht 3 Jahre alt,also blieb er zuhause unter Aufsicht----aber als er immer mehr verstand und an ihrem Grab fragte "Wo ist Anna"--tja,was sollte man da sagen ??????
    Ich erklärte ihm sie sei im Himmel und wäre seit ihrem Tod sein persönlicher Schutzengel--da war er als kleiner Junge zufrieden.

    Aufbahrungen würde ich einem Kind nicht zumuten,sowas verkraftet ja auch so mancher Erwachsener nicht.

    Ich selbst habe schon so manchen Toten gesehen,mir macht das nichts aus.
    Es ist aber nicht Jedermanns Sache.....

    Ich wünsche dir und deiner Familie das ihr diese schwere Zeit der Trauer gut übersteht.

    LIEBE GRÜSSE MICHA


    FORENSPIELEMUTTI



    LIEBEN HEISST LEBEN
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  7. #7
    Spezialist Avatar von chrissyf.71
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    Hallo Micha!

    Zuerst einmal mein Beileid zum Verlust Deiner Großmutter!

    Ich würde den Kleinen mit zur Beerdigung nehmen, aber nicht mit zur Aufbahrung.

    Ich selbst hab meinem Opa noch im Sarg gesehen, da war ich 9 Jahre und hab das über Jahre hinweg nicht verkraftet. Es ist ja schon schwer für einen Erwachsenen, da würd ich einem Kind diese Last nicht aufbürden wollen. Laß ihn am Grab Abschied nehmen, aber nicht am Sarg.

    LG Christiane


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    Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität.
    Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

    (Sokrates, gr. Philosoph, 470-399 v.Chr.)

  8. #8
    Spezialist Avatar von Marita
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    Auch von mir herzliches Beileid!

    Also wenn heute die Oma sterben würde
    würde ich unsere Tochter (8) auch mitnehmen!

    An den offenen Sarg nicht!!!!
    Sie soll sie so in Erinnerung behalten wie sie war im Leben!

    Als meine Oma damals starb durfte ich nicht mit
    und ich hätte gern Abschied genommen!
    Ein paar Wochen starb ein Klassenkamerad und da
    durfte ich komischerweise!
    Das hab ich meinen Eltern nie verziehen!

    Und ein Klassenkameradin meiner Tochter
    war auch auf der Beerdigung ihres Opas!
    Und sie hat es gut verkraftet!

    Und wenn man Kinder sanft drauf vorbereitet was da
    passiert verstehen sie es auch besser!
    Ich habe meiner schon erklärt das der Körper begraben
    wird und die Seele zum Himmel steigt!

    LG Marita

    Queenie!



    Marotto!
    ---------------------------

    Es ist normal anders zu sein
    ( Richard v. Weizsäcker )

  9. #9
    Festes Mitglied Avatar von micha.
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    Erst einmal danke, für eure Anteilnahme. Ich war heute noch einmal im Haus meiner Oma um mir ein Erinnerungsstück mitzunehmen und wurde dort schon total von meinen Gefühlen übermannt, ich konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Und da wusste ich, zur Aufbahrung kann und will ich nicht mehr gehen
    und somit tue ich es unserem Sohn auch nicht an.
    Ich habe ihm das heute gesagt, er war erst etwas ungehalten und wollte unbedingt. In dem Haus habe ich noch ein schönes Foto von ihr gefunden, von dem jetzt mehrere Abzüge gemacht werden und darauf können wir sie dann immer sehen. Er möchte dann das Foto in seinem Zimmer stehen haben, den Wunsch kann ich ihm gut erfüllen. Zur Beerdigung wird er wohl mitkommen. Ich werde mich am Wochenende mit ihm mal intensiv darüber unterhalten und ihm das auch so erklären, mit der Seele, die in den Himmel geht.
    Das wird ein Erlebnis, was ihn sicher noch einige Zeit beschäftigen wird aber so wie ich ihn kenne, wird er das ganz gut verkraften.
    micha.


  10. #10
    Spezialist Avatar von jodatz
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    Hallo micha,
    ich denke, deine Entscheidung ist richtig - vielleicht solltest du auch der Klassenlehrerin davon erzählen, damit sie mit womöglich ungewöhnlichem Verhalten besser umgehen kann - manchmal wird so ein Thema dann auch Kindgerecht in der Schule mit aufgegriffen.
    Mit dem Foto ist eine schöne Idee

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  11. #11
    Spezialist
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    Welchen Sinn hat eine Beerdigung?
    Es geht doch auch um einen würdigen Abschiedfür die Trauernden.
    Ich denke Kinder haben auch das Recht Abschied zu nehmen.Je enger die Verbindung zum Verstorbenen war umso größer ist auch dieses Recht.

    Meine wissen, was eine Beerdigung ist und kennen auch die Zeremonie.
    Sie dürften selbst entscheiden, ob sie mit zur Feier wollen.
    Alternativ kann der Abschied auch ein paar Stunden später direkt am Grab erfolgen.


  12. #12
    Stammgast
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    Hallo Micha,
    auch ich möchte Dir mein Beileid aussprechen.
    Zur Aufbahrung würde ich ein Kind nicht mitnehmen.
    Schön wäre es wenn Ihr für die Oma Kerzen anzünden könntet und viellecht gibt es ein ganzes Fotoalbum, so kann Dein Sohn sich mit dem Leben Deiner Oma beschäftigen und vielleicht kann noch jemand liebe Geschichten über sie zu erzählen.
    Wenn er wirklich mit zur Beerdigung möchte sollte er auch mit dürfen.
    Alles Gute
    Charmingwitch


  13. #13
    Spezialist Avatar von Mischa
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    Hallo micha

    ich finde deine Entscheidung GUT !!!

    Unser Sohn hat auch ein Bild seiner Uroma (seinem persönlichen Schutzengel) nur für sich.
    Ab und zu sehe ich das er in Gedanken davor steht.
    Jetzt in der dunklen Jahreszeit will er auch jeden Samstag auf den Friedhof um eine Kerze anzuzünden-das lässt er sich nicht nehmen,egal bei welchem Wetter.

    Habt ihr Videoaufzeichnungen von Familienfeiern,wo sie drauf ist----schaut sie euch an und schwelgt in Erinnerung.--So oft es geht,es hilft !

    Ja ,auch ich habe damals der Lehrerin Bescheid gesagt,wegen unserem Trauerfall (Schwiegervater) sie bedankte sich und sagte:"Dann weiss ich ja Bescheid,falls was sein sollte"

    Gruss Mischa

    LIEBE GRÜSSE MICHA


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  14. #14
    Spezialist Avatar von Biene
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    Hallo Micha!
    Auch ich möchte dir erst einmal mein Beileid zu dem Verlust deiner Oma aussprechen.
    Auch ich finde deine Entscheidung gut, deinen Sohn nicht zur Aufbahrung zu lassen. Als meine Oma starb, war meine Tochter erst ein Jahr alt. Der Opa von meinem Mann starb vor zwei Jahren. Da war Laura sieben. Wir haben sie allerdings nicht zur Beerdigung mitgenommen, sie wollte nicht. Sie hatte auch keine große Beziehung zu ihrem Uropa. Da für mich Beerdigungen auch nur schwer zu ertragen sind, war ich sehr froh, dass sie von sich aus gar nicht mit wollte.
    Es ist sicherlich richtig das der Tod zum Leben dazu gehört. Mit zur Beerdigung würde ich auch immer befürworten, aber ich denke das gerade Kinder den Angehörigen lebendig im Gedächtnis behalten sollten.
    Einen lieben Gruß und ganz viel Kraft wünscht dir Biene!


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