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16.01.2008, 12:26 #1
Ich habe einen Bericht in der Rubrick fit und gesund geschrieben.
Das Thema heißt meine Erfahrung mit Medikinet.
Durch Eure Anteilnahme animiert habe ich mir überlegt meine Erfahrungen die wir gesammelt haben hier zusammen zu fassen.
Dies wird wahrscheinlich ein sehr langer Bericht werden darum werde ich ihn wohl in mehreren Kapiteln einteilen.
Vor 7 Jahren waren wir mal eine Zeit ohne Pflegekind ( Das letzte ist zurück zum Vater gegangen dazu später ).
Trotzdem bin ich immer weiterhin zum Elternpflegetreffen gefahren. Dort wurden immer Probleme und Schwierigkeiten mit den Pflegekindern und auch den eigenen Kindern besprochen. Dieser Erfahrungsaustausch ist immer sehr wertvoll für uns Eltern.
An einem Abend nahm mich im Anschluss an solch einem Treffen die Frau vom Jugendamt zur Seite und erzählte mir das sie einen akuten Notfall zu vermitteln hätte.
Sie erzählte mir in groben Zügen von 2 kl. Jungs die bei einer älteren Dame vom Jugendamt untergebracht waren und dringend da herraus müssten.
Eigentlich ist es die Aufgabe der älteren Dame gewesen in dem Haushalt indem die Kinder lebten zu kochen, ein zu kaufen und alles in Ordnung zu halten bis der Vater von der Arbeit nach Hause kommt. Dann hatte die Dame frei und konnte nach Hause gehen.
Die Kinder waren Mutterlos da sich diese umgebracht hatte.
Die Kinder flogen eine ganze weile durch die Verwandtschaft aber keiner wollte sie auf Dauer behalten. Daraufhin ist das Jugendamt auf die Lösung mit der Haushaltshilfe gekommen also die ältere Dame.
Sie war an die 60 und sehr schwerhörig aber hatte ein Herz aus Gold denn eines Tages kam der Vater von der Arbeit nicht mehr nach Hause und da überlegte sie nicht lange, packte ein paar Sachen zusammen und nahm die Kinder mit zu sich nach Hause.
Dort erlebten sie das erste mal Regelmassige Mahlzeiten und sowas wie geborgenheit.
Aus dem vorübergehenden Zustand ist dann ein halbes Jahr geworden und die Frau war am ende ihrer Kräfte. 2 Jungen im alter von 3 und 1 waren einfach zu viel für sie und beide Kinder zeigten große Auffälligkeiten. Das Jugendamt wusste davon und wollte die Kinder in einer Pflegefamilie unterbringen was aber nicht so einfach war da die Geschwister zusammen bleiben sollten.
Das Jugendamt wusste das wir immer Pflegekinder aufnehmen aber in der Regel waren sie immer älter als unsere jüngste Tochter und die war damals 8 Jahre alt.
Nun an dem besagten Abend erfuhr ich dann von den beiden Jungen.
Ich fuhr nach Hause und erzählte meinem Mann davon.
Er überlegte nicht lange und sagte hol sie. ( Das ist einer der Gründe warum ich ihn so liebe )
Am nächsten Morgen rief ich die Frau vom Jugendamt an und sagte ihr das wir erst noch mit unseren anderen Kindern sprechen müssten und das wir bereit wären mit den Kindern in Kontakt zu treten.
Am gleichen Abend erzählten wir unseren Kindern von den beiden Jungen.
Mein Sohn der damals 19 war war total begeißtert weil mit 3 weiblichen Geschwistern hatte er sich schon immer einen Bruder gewünscht.
Und so bekam er gleich 2 auf einmal. Die Mädchen sagten nur wenn ihr das wollt dann macht es doch.
2Tage später habe ich mich mit der Frau vom Jugendamt in dem Hort getroffen in dem die kleinen tagsüber hingingen.
Ich war mir damals echt bewusst wenn die Türe gleich aufgeht dann hast du 2 Kinder mehr.
später geht es weiter
LG Elke
Forenengel
Wer nie etwas versucht, dem erscheint alles unmöglich.
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16.01.2008, 12:48 #2
Hallo Elke,
Ein wichtiges und ernstes Thema. Ich finde es gut, dass du deine Erfahrungen hier schreibst. Bin schon gespannt wie es weiter geht.
LG alusru
Lesen gefährdet die Dummheit
Forenagentin
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16.01.2008, 16:31 #3
Ich warte auch mit Interesse auf die nächste Folge. Muss jetzt erst mal die Tränen abwischen, aber ich finde es super das es menschen wie euch gibt...
Liebe Grüße,
Marijke
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FORENMEISJE
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16.01.2008, 21:39 #4
Respekt für deinen Einsatz!!
Hochachtung vor deinem Mann, nicht jeder würde so regieren.
Wie ging es weiter??
LG juna
Forenstern
Freundinnen sind wie Schuhe:
Man denkt, man kann nicht genug davon haben, aber letztendlich sind es immer die gleichen, mit denen man sich wohl fühlt.
(Kerstin Gier)
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17.01.2008, 00:00 #5Spezialist
- Registriert seit
- 28.05.2007
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- 6.398
hallo elke,
habe wieder mal traenen rollen lasen bei deinem bericht.
ich finde es so fantastisch was du und dein man da machen.natuehrlich deine kinder nicht zu vergessen.
denn letzlich muesst ihr ja alle an eine strang ziehen.
fantastisch,echt war.
wo du geschrieben hast bevor die tuer auf ging wustet du wenn sie auf geht hast du zwei kinder mehr.
ich waere da genauso.
wenn dann zwei so kleine kinder vor dir stehn.man,man,man......
aber ich kann auch den vater der kinder verstehn.ich denke ihm ist alles ueber den kopf gewachsne.ich will ihn echt nicht verurteilen,das steht mir nicht zu.
aber wenn man bedenkt die frau hat sich das leben genommen.was muessen sich im vorfeld da schon monate wenn nicht jahre fuer dramen abgespielt haben.um sich fuer einen selbstmord zu entscheiden.
der mann liet sicher auch unter depressinen ausgeloest durch die sache mit deiner frau.vieleicht auch angststoernis oder bornout?
das macht mir mal wieder ganz stark bewust,wie dankbar ich fuer mein familienleben sein muss.
und auch das gute familieaere umfeld in den ich gross geworten bin.und auch heute noch genissen darf.
mich wuede ja sehr brenend interessieren wie man pflegeltern werden kann.und wie ihr auf den gedanken gekommen seit damit zu beginne.
denn es ist ja echt so,das die kinder jederzeit wieder weg gehen koennen.
ich weiss nicht ob ich die kraft haette um ein kind emotional wieder so loslasen zu koennen,um nicht gross darunter zu leiden.das es wieder gegeanegn ist.
lg. conny
liebe kann man lernen.
und niemand lernt besser als kinder.
wenn kinder ohne liebe aufwachsen,
darf man sich nicht wundern,
wenn sie selber lieblos werden.
astrid lindgren
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17.01.2008, 14:40 #6
Es geht weiter
Also wie gesagt ich wusste ganz genau das wenn die Türe aufgeht dann habe ich 2 Kinder mehr.
Das erste was mir ins Auge fiel war das der kl. einen einteiligen Frotteestrampler an hatte und das mit fast 2 Jahren.
Er hatte die Haare 3 mm kurz geschoren und kam ins Zimmer gestürmt als wäre der Teufel hinter ihm her.
Dahinter trottelte sein Bruder mit einem schelmischen Lächeln im Gesicht.
Wir setzten uns an den Tisch und der kleine krabbelte der Frau vom Jugendamt auf den Schoss weil er sie ja auch kannte.
Die Frau vom Jugendamt erzählte den beiden das sie jemanden mitgebracht hätte die sie kennen lernen wollte.
Ich sagte das ich Elke heiße und das ich zu Hause auch Kinder hätte.
Da klingelte auf einmal mein Handy ( es waren meine Kinder die direkt alles erfahren wollten ).
Mein Handy war auf einmal die interessanteste Sache der Welt und wurde gründlich untersucht. Mir viel sofort die Sprachentwicklung des kl. auf. So klare und gut formulierte Sätze habe ich noch nie von einem gerade mal 2 jähr. gehört. Der große Bruder hatte sein rechtes Auge abgeklebt und trug eine niedliche Brille. Er war im ganzen viel ruhiger als sein Bruder. Ich fand ihn recht niedlich mit seinen blonden Haaren.
Ich fragte die Kinder wo sie denn wohnen würden und sie sagten ganz spontan bei Ute. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag mit Ute auf ein Eis im Eiscafe.
Am darauf folgenden Tag fuhr ich mit meinen Mann in das Eiscafe. Ute kam mit den 2 Kindern und wir Erwachsenen stellten uns vor. Ute wusste ja schon vom Jugendamt Bescheid wer wir waren.
Bis unsere Bestellung kam war der kl. schon 5 mal um den Tisch herum 10 mal auf Utes Schoss und wieder herunter.
Der größere wartete geduldig auf sein Eis. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie gesehen mit welcher Geschwindigkeit man 2 Kugeln Eis verschwinden lassen kann. Der kl. zeigte es uns. Ich hatte noch nicht meinen Zucker im Kaffee verrührt da war er schon fertig und setzte seine Runden um den Tisch herum fort. Ute schrie ein paar mal bleib doch mal sitzen, aber es half nichts.
Auch die Kinder sagten alles sehr laut wenn sie mit Ute gesprochen haben und da stellte ich auf einmal fest das Ute Hörgeräte trug und trotzdem noch schlecht hörte. Darum schrie sie auch immer so.
Im Laufe der Unterhaltung erfuhren die Kinder das wir mit dem Auto gekommen sind. Das fanden sie große Klasse.
2 Tage später war Samstag und ich fragte die Kinder ob ich sie mal mit dem Auto abholen soll dann können sie auch unsere Kinder kennen lernen.
Der große strahlte über das ganze Gesicht und der kl. jubelte sehr laut durch das Café.
Auf dem Weg nach Hause waren wir sehr schweigsam und mein Mann bekam schon eine leise Vorahnung was da auf uns zu kam.
Zu Hause angekommen wurden wir schon von den Kindern und einer Freundin die auch unsere Nachbarin ist erwartet.
Wir erzählten von den Kindern und das sie am Samstag zu Besuch kommen.
Meine Freundin holte direkt einen Kindersitz von ihrer Tochter den sie nicht mehr brauchte.
Samstag Punkt 3 Uhr stand ich bei Ute vor der Tür und da war ich zum ersten mal aufgeregt weil ich gleich zum ersten mal allein mit den Kindern nach Hause fuhr.
Stürmisch wie eine alte Bekannte wurde ich begrüßt und sie hatten eine Tasche gepackt mit Pampers und was man so braucht wenn man auf Tour geht.
Bereitwillig gingen sie mit zum Auto und sie ließen sich anschnallen.
Der kl. grinste über das ganze Gesicht und wollte wissen ob wir auch schön lange mit dem Auto fahren. Ich stellte fest das es was ganz besonderes für die beiden war. Ute besaß kein Auto und machte alles zu Fuß.
Den ersten Schrecken bekam ich ein paar hundert Meter weiter als der größere sagte das darfst du nicht.
Mit einem Blick nach hinten stellte ich fest das der kl. sich ab geschnallt hatte und versuchte aus dem Sitz zu klettern.
Ich rechts ran Warnblinkanlage an und den kl. wieder in den Sitz geschnallt mit den Worten wenn er das nochmal macht dann lassen wir das Auto stehen und gehen zu Fuß. Oh Wunder ich kam heile zu Hause an.
Ich kam zur Tür herrein und wir wurden von den Kindern und meinen Man erwartungsvoll begrüßt.
Zuerst wurde das Haus ausgekundschaftet das ihnen sehr groß vorkommen musste denn Ute hatte nur eine 2 Zimmerwohnung und die Kinder schliefen mit bei ihr im Ehebett.
In der oberen Etage war ein Zimmer mit Etagenbett was ihr Reich werden sollte. Es stand leer da die beiden ältesten schon ausgezogen waren und das Zimmer von der drittältesten im Kellerbereich bezogen wurde. Das Zimmer im Keller hat ein großes Fenster eigenen Telefonanschluss und eine Dusche ist direkt neben an. Das Zimmer ist das heißbegehrteste von meinen Kindern und immer das älteste Kind darf da rein wenn eins auszieht.
Nachdem sich die Kinder soweit umgesehen hatten rief ich alle Mann zum Essen. Ich weiß noch es gab Sauerkraut Kartoffelpüree und Würstchen.
Damit der kl. überhaupt an den Tisch kam bekam er 3 Sofakissen unter den Hintern und auf denen thronte er wie ein König und mit glänzenden Augen verfolgte er die EssenVerteilung. Damals wusste ich ja noch nichts von einer Eßstörung.
Beide schaufelten in Null Komma nix ihre Teller leer. Es war wirklich eine Freude ihnen dabei zu zu sehen. Der große war satt aber der kl. wollte noch mehr was ich ihm auch gab. Auch dieser Teller ganz schnell ratz fatz leer.
Da dachte ich schon das kann doch nicht sein und außerdem machte ich mir Sorgen denn ich wusste ja nicht wie verträgt der kl. überhaupt den Sauerkraut. Ich wusste wohl von Ute das beide Kinder alles essen was auf den Tisch kommt. Ich bot ihm noch einen Joghurt zum Nachtisch an, den der größere dann auch bekam. Ich nahm ihm denn leeren Becher weg weil er anstalten machte diesen aus zu lecken.
Meine Kinder waren sehr amüsiert über das Verhalten des kl.
Ich bot ihnen an oben im Zimmer spielen zu gehen während ich die Küche aufräumte da kam auch schon die große Tochter an und sagte mir das der kl. stinkt. Na dachte ich der erste Windelwechsel steht bevor.
Ich schnappte mir den kl. und ging mit ihm ins Bad um seine Windel zu wechseln. Ich legte ihn auf die Badezimmer Garnitur denn einen Wickeltisch hatte ich ja nicht mehr. Danach war ich in meinem Schweiß gebadet denn so was zappeliges hab ich noch nie erlebt.
Geschafft. Ich wieder runter in die Küche um weiter weg zu räumen da kam der kl. rufend die Treppe herunter Mama, rief er und wieder Mama und erzählte mir was.
Mein Mann und ich schauten uns nur an und dachten ne das kann doch nicht sein der ist noch keine 2 Std. hier und schreit schon Mama.
Mein Mann sagte das er das macht weil er es von meinen Kindern so hört.
Keine halbe Std. später sagte auch der große Mama und wir nahmen es einfach so hin.
Es kam die Zeit wo die Kinder zurüch zur Ute mußten aber die beiden wollten nicht. Ich sagte ihnen das Ute traurig wäre wenn sie nicht nach Hause kommen aber sie wollten unbedingt noch etwas bleiben.
Ich rief Ute an und sie war einerseits traurig aber auch sehr froh das es den Kindern bei uns gefiel.
Wir kamen überein das die Kinder einfach bei uns schlafen denn am nächsten Tag war ja eh Sonntag und Windeln hatte sie etliche eingepackt.
Gesagt getan. Bis der kl. schlief war es dann 9 Uhr und ich bin immer wieder gucken gegangen. Er ist ins obere Bett zu seinem Bruder geklettert und hat sich an ihn gekuschelt.
6 Uhr war die Nacht zu Ende und das am Wochenende. Oh je und der kl. fegte schon durch das Zimmer und räumte alles nach seinen Vorstellungen um.
Ich muss später weiterschreiben
LG Elke
Forenengel
Wer nie etwas versucht, dem erscheint alles unmöglich.
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17.01.2008, 16:11 #7
Es ist wie ein fesselndes Buch. Ich kann fast nicht warten bis das nächste Teil.....
Liebe Grüße,
Marijke
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FORENMEISJE
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17.01.2008, 18:16 #8
Wirklich spannend geschrieben. Eigentlich eine gute Idee von Marijke. Vielleicht schick du das geschriebene an einen Verlag.
LG alusru
Lesen gefährdet die Dummheit
Forenagentin
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20.01.2008, 13:49 #9
Mir läuft hier einfach die Gänsehaut.
Bin gespannt wie es weitergeht.
LG juna
Forenstern
Freundinnen sind wie Schuhe:
Man denkt, man kann nicht genug davon haben, aber letztendlich sind es immer die gleichen, mit denen man sich wohl fühlt.
(Kerstin Gier)
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20.01.2008, 15:39 #10Spezialist
- Registriert seit
- 12.12.2007
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- Hessen
- Beiträge
- 346
Hallo Elke,
auch ich bin schon sehr gespannt wie es weitergeht!!
Ich möchte Dir außerdem noch sagen:
Ich finde es unglaublich fantastisch, daß es solche Familien wie Euere gibt!



Liebe Grüße Karin
Kinder bedeuten Glück, für das es keine Worte gibt.
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21.01.2008, 14:49 #11
Hallo Elke,
ist das spannend,was Du schreibst.Kann die Fortsetzung kaum abwarten.Mein Bruder hat auch 4 Pflegekinder,diese sind allerdings nach und nach zu ihm gekommen.
Lg Susanne
Forenkätzchen
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22.01.2008, 11:59 #12
Sonntag Morgen 6 Uhr
Zuerst war ich total irritiert woher der Lärm kam, dann viel mir wieder ein das ja die Kinder bei uns übernachtet haben. Ich schnappte mir die kl. und ging mit ihnen runter in die Küche damit die anderen oben noch etwas schlafen können.
Ich setzte sie auf die Bank und legte Aufbackbrötchen in den Backofen. Dem ganz kl. lief schon das Wasser im Mund zusammen.
Nachdem ich sie angezogen hatte bekamen sie ihr Frühstück und gingen in ihr Zimmer zum spielen.
Ich machte mir Gedanken über den größeren denn mir war aufgefallen das er immer heftig mit seinen Augen zwinkerte wenn man mit ihm sprach.
Außerdem sahen seine Finger gar nicht gut aus. Die Fingerkuppen waren ganz wund und teilweise blutig. Ich nahm mir vor das im Auge zu halten.
Damit die Kinder nicht den ganzen Tag in der Bude hockten fuhren wir nach dem Mittagessen in einen nahe gelegenden Tierpark. Gott sei Dank hatten wir 2 Autos denn durch die Kindersitze war mein schon hinten belegt.
Gut angekommen fegte der kl. auch schon los und wir immer hinterher.
Lange hielt er es vor keinem Gehege aus er wollte immer weiter und er war unermüdlich. In mir reifte der Entschluss es muss ein Buggi her.
Der Nachmittag verging und wir mussten daran denken die Kinder zurück zu bringen. Wir fuhren erst nochmal nach Hause.
Das Geschrei war groß als es hieß wir fahren jetzt. Tränen bei beiden Kindern veranlassten uns wieder bei Ute anzurufen.
Wir kamen überein OK ich hole bei Ute ein paar Sachen und ihr dürft hierbleiben.
Am Montag brachte ich den größeren in seinen Kindergarten mit dem Versprechen das ich ihn auch wieder abhole. Er wollte zuerst nicht ließ sich aber dann doch überreden.
Anschließend fuhr ich mit dem kl. zur Ute und besprach mit ihr das wir das Jugendamt informieren das die beiden direkt bei uns bleiben. Es tat Ute zwar sehr weh aber der kl. erzählte ihr mit glänzenden Augen was er alles so am Wochenende erlebt hat.
Wir packten gemeinsam die Sachen der Kinder zusammen und ein Teil verschwand schon mal in meinen Kofferraum. Der kl. ließ mich keine Sekunde aus den Augen als ich zum Auto ging, er hatte Angst das ich ohne ihn fahre.
Ich fragte Ute was mit den wunden Fingern von dem großen wäre und sie erzählte mir das er auf den Fingern herumbeißt manchmal so schlimm das es blutet. Das wäre seine Art mit Problemen um zu gehen. Sie sagte mir das sie es nicht geschafft hat ihm diese Unart ab zu gewöhnen.
Ich fragte weiter warum er so mit seinen Augen zwinkert ob das an dem Pflaster liegt das er 4 Std. am Tag tragen musste.
Sie erklärte mir das er das Pflaster trägt weil er so doll schielt auch deshalb die Brille. Das Zwinkern wäre reine Nervosität. Sie gab mir die Adresse seiner Sehschule wo er regelmäßig hin musste.
Das Gespräch mit der Frau vom Jugendamt lief zu unserer aller Zufriedenheit. Sie fand es zwar sehr ungewöhnlich aber auch erfreulich das die Kinder nicht mehr von uns weg wollten.
In 3 Tagen wollte sie uns zu Hause besuchen kommen.
gleich geht es weiter
LG Elke
Forenengel
Wer nie etwas versucht, dem erscheint alles unmöglich.
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22.01.2008, 12:06 #13
Danke Elke für deine ausführliche Geschichte, es ist wirklich eine rührende Angelegenheit, aber ich bin jedes mal wieder gespannt wie es dann weiter geht.
Liebe Grüße,
Marijke
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FORENMEISJE
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22.01.2008, 15:44 #14
Da es sowieso bald 12 Uhr war fuhr ich mit dem kl. zum Kindergarten des großen und holten ihn ab. Normalerweise blieb er ja immer bis 16 Uhr dort aber ich hatte noch vor ein paar Besorgungen zu machen.
Also fuhren wir los zu unserem 1 Einkaufsbummel denn ich hatte die Sachen der Kinder noch im Kopf die wir bei Ute gepackt hatten und das war so gar nicht mein Fall.
Wir rein ins Kaufhaus ja das hab ich noch nicht gekannt alles wurde befühlt oder so ganz nebenbei aus den Regalen gefegt.
Ich mir den kl. auf den Arm geschnappt und der erstbeste Buggi der mir ins Auge fiel der war mir. Bezahlt und den kl. darin festgeschnallt. 15 Min fand er es toll herrum kutschiert zu werden hatte aber dann die Nase voll und fing an zu plärren. OK für jeden hatte ich eine Jacke und Hose erstanden der Rest musste warten. Ab in eine Bäckerei den Kindern ein Milchbrötchen auf die Faust und ab nach Hause kochen für den Rest der Bande.
War das eine Umstellung Haushalt, Einkaufen, Hausaufgaben überwachen der großen, kochen , waschen, aufräumen und zwischendurch immer wieder mal die Windeln wechseln.
Bis bei uns so etwas wie ein Alltag einkehrte das dauerte mehrere Wochen.
Ich stellte die Kinder unserem Kinderarzt vor und er war sehr erschrocken wieviel die Kinder gleichaltrigen hinterher hinkten, das heißt die Impfungen waren nicht komplett und die letzten Vorsorgeuntersuchungen sind auch nicht gemacht worden.
Der große war ja schon 4 Jahre und konnte noch nicht auf einem Bein stehen ohne um zu fallen. Also motorisch sehr nachhol bedürftig.
Der kl. war für sein Alter viel zu klein und zu leicht er trug gerade mal Kleidergröße 98. Aber er konnte klettern wie ein Affe dafür haperte es ihm an Aufmerksamkeit. Man konnte ihn keine 5 Min. ruhig halten er war immer aktiv. Ich bekam für beide Kinder Ergotherapie verschrieben.
Das war eine blöde Zeit Morgens den großen 2 Orte weiter zum Kindergarten fahren den ich da nicht herrausholen wollte und Mittags wieder abholen. Dann 2 mal in der Woche mit den Kindern zur Ergotherapie für dahin gingen auch immer 20 Min Fahrt drauf für eine Tour hin 2 mal 45 Min warten und 20 Min wieder zurück. es war nicht machbar das beide Kinder zeitgleich therapiert wurden.
Dann ab und an in die Augenklinik mit dem großen zur Behandlung wegen seinem Schielen und da war immer ein ganzer Vormittag weg.
Ich war echt nur auf Achse.
komm gleich wieder
LG Elke
Forenengel
Wer nie etwas versucht, dem erscheint alles unmöglich.
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22.01.2008, 16:23 #15
Ja, da bräuchteste du wirklich Durchhaltungsvermögen, Hut Ap !!
Liebe Grüße,
Marijke
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FORENMEISJE



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