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16.05.2010, 17:06 #1Aufstrebendes Mitglied
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Hallo,
ich hoffe, hier ein paar Meinungen von Aussenstehenden zu lesen. Bei mir im Haus wohnt eine Mutter alleinerziehend mit ihrem Sohn, 11 Jahre alt. Schon im Kindergarten hat sich abgezeichnet, dass er "anders" ist, schon bevor die Diagnose Asperger Syndrom feststand. Er hat ADHS, bekommt Medikamente und verhielt sich bis zur Grundschule recht ruhig.
Ab der 1.Klasse war er mit meinem Sohn in der gleichen Klasse und es verging kein Tag, an dem mein Sohn nichts über diesen Jungen zu berichten hatte.
Im Laufe der Grundschulzeit wurde der Junge immer gewalttätiger, er schlug andere Kinder zum Teil aus dem Nichts heraus, warf mit Gegenständen wie Bücher oder sowas nach Anderen. Einmal ging er mit einer Schere auf ein Kind los.
Das Schlimme war, die Lehrer machten nichts, es hieß immer nur, der Junge sei halt behindert und die Kinder müssten das verstehen und dulden. Die Mutter gab ihrem Kind den Freibrief für jegliche Handlungen. Sie sah nicht, dass der Junge sich auch teilweise die phantasievollsten Geschichten ausdachte und alles so erzählte, dass immer die Anderen die Bösen waren.
Am Ende der Grundschulzeit war der Junge auch dank der Mutter völlig isoliert, weil er mit keinem Kind mehr Kontakt haben durfte. Ihm wurde regelrecht eingeredet, dass alle Kinder böse sind.
In der 5. Klasse Gymnasium ging es noch Schlimmer weiter. Der Junge wurde intelligenter und suchte sich gezielt Zeiten aus, an denen z.B. kein Lehrer im Raum war und wurde dann auffällig.
Nicht nur, dass er gewalttätig ist, er schreit und singt lauthals anderen ins Ohr, während sie sich unterhalten und wenn man ihn bittet, es zu lassen, fliegen die Gegenstände. Es gibt keine Möglichkeit, eine Situation mit ihm normal zu klären.
Er ist inzwischen soweit, dass er sagt, er kann machen, was er will, seine Mama glaubt ihm alles und die klärt das schon.
Als im Januar die Mutter mit allen Kindern und deren Eltern fertiggestritten hat und mit niemand mehr gesprochen hat, hat sie ihn von der Schule abgemeldet und an eine andere Schule geschickt.
An ein ganz normales Gymnasium. Es ging etwa 4 Wochen gut, dann ist er so ausgerastet, dass er eine Amokdrohung ausgesprochen hat und mit sofortiger Wirkung beurlaubt wurde. Seitdem war er nun nicht mehr in der Schule.
Er ist von morgens bis abends zu Hause, verlässt manchmal Tage die Wohnung nicht.
Ich verstehe überhaupt nicht, warum die Mutter sich so verhält und nicht versucht, ihrem Kind zu helfen. Und das Jugendamt scheint auch nichts zu machen. Denn er geht jetzt seit kurz vor Ostern nicht mehr zur Schule.
Was meint ihr dazu?
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16.05.2010, 17:34 #2
Hallo
also ich kann das auch nicht verstehen.
Es besteht doch Schulpflicht.
Und meines Erachtens müsste
das Kind in einer Klinik und mit
speziellen Therapien erst mal
eingestellt werden.
Ich denke aber das Jugendamt ist
da dran da die Schule ja Meldung machen
musste.
Wahrscheinlich suchen sie noch die beste Lösung.
Und das Schuljahr ist ja auch bald um.
Würde vielleicht nicht viel Sinn machen
ihn jetzt noch irgentwo einzuschulen
Bei meiner Tochter ist auch ein Kind
mit Asperger in der Klasse und es klappt
ganz gut.
LG Marita
Queenie!
Marotto!
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Es ist normal anders zu sein
( Richard v. Weizsäcker )
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16.05.2010, 17:39 #3Spezialist
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Asperger ist ja eine Form des Autismus und da steht dem Kind eine dauernde Begleitung in der Schule zu!!!
Verstehe gar nicht, dass die Schule das nicht eingefordert hat, alleine um andere zu schützen!
Aber wenn die Mutter nicht mitzieht, ist es echt ein Problem. Wahrscheinlich muss erst was passieren, damit gehandelt werden kann...
LG hanja
Forenseele
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16.05.2010, 18:43 #4Spezialist
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AS ist als form von Autismus nicht wirklich behandelbar. Man kann jedeglich die Begleiterscheinungen lindern als symptomspezifische behandeln. Daher erfordert der Umgang mit solchen Kindern und natürlich auch Erwachsenen viel Fingerspitzengefühl. Viele Pädagogen wissen oft gar nicht worum es sich dabei handelt. Was ja in gewisser Weise auch verständlich ist, schließlich kann man ja nicht "alles" wissen.
Dem Jungen würde auf jeden Fall ein Integrationshelfer zustehen. Also eine Vertrauensperson die ihn und seine Auffälligkeiten kennt und speziell auf ihn eingehen kann. So einen Integrationshelfer hätte natürlich die Schule einfordern können. Allerdings wird natürlich auch Initiative von den Eltern erwartet und die scheint hier ja zu fehlen.
Kein Amt der Welt kommt direkt zielgerichtet auf dich zu und sagt dir "Hier könen Sie Hilfe beantragen und hier! Und ach ja das sollten Sie auch noch machen und hier gibt es sogar noch Geld." Man muss schon mal fragen. Das haben die Eltern in diesem Fall wohl versäumt.
Warum er nicht mehr zur Schule geht weiß ich nicht genau. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass sie eine sondergenehmigung hat ihn zuhause beschulen zu lassen. Auf seiner alten Schule konnte er ja wohl erst einmal nicht bleiben und bis eine neue Möglichkeit gefunden ist gibt es manchmal diese Ausnahmen. Du kannst ja nicht wissen was für Absprachen da getroffen wurden. Aber ich garantiere dir, wenn sie ihn einfach so zuhause lässt wird sie das JA bereits mit dem Fall befassen.
Wie hanja schon sagte wird nicht viel gemacht bis wirklich etwas schlimmes passiert. Und warum? Weil hier in Deutschland das Recht der leiblichen eltern fast über allem anderen steht. Ich erlebe oft genug das Kinder zu Pflegefamilien müssen, weil zum Beispiel die eltern drogenabhängig sind und das Kind verwahrlost. 6 Monate und einen Entzug später gibts das Kind dann wieder zurück. 1 Jahr später geht es zurück in die Pflegefamilie. Die Mutter hatte einen Rückfall. Und so geht es immer weiter bis das Kind 18 wird. Die leiblichen Eltern besonders Mütter bekommen immer wieder eine Chance.
Genauso schwer ist es für das Jugendamt überhaupt einzugreifen. Wir haben nicht mehr Befugnisse als jeder andere. Keiner muss uns aufmachen, keiner muss uns reinlassen und wir dürfen erst recht nicht einfach so Kinder mitnehmen wie oft behauptet wird
Wir können nur Hilfe anbieten, die leider oft genug nicht angenommen wird.
Und daher fürchte ich das man auch in dem von dir geschilderten Fall nicht viel tun kann. Nur hoffen das die Mutter mal endlich zur Vernunft kommt.
Forenoptimist
Bevor du urteilst über mich und mein Leben,
zieh meine Schuhe an und laufe meinen Weg.
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16.05.2010, 19:35 #5
Es dauert aber sehr lange bis eine
Begleitung genehmigt wird.
Da müsste die Mutter schon endlich
in die Gänge kommen.
LG Marita
Queenie!
Marotto!
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( Richard v. Weizsäcker )
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16.05.2010, 21:28 #6Stammgast
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Hallo Maedel76Schon im Kindergarten hat sich abgezeichnet, dass er "anders" ist, schon bevor die Diagnose Asperger Syndrom feststand. Er hat ADHS, bekommt Medikamente und verhielt sich bis zur Grundschule recht ruhig.
Du schreibst, dass der Jung auf ADHS behandelt wird und als Asperger diagnostiziert ist.
Mir war bisher nicht klar, dass man Asperger UND ADHS haben kann. Ich hab bisher nur die Erfahrung gemacht, dass Therapeuten bei bestimmten Verhaltensauffälligkeiten Asperger erstmal ausschließen um sie dann "nur" ADHS zuzuschreiben. Denn als Autist würde das wohl anders behandekt als als ADHSler.
Soweit meine Infos sind die ADHS Medis bei Asperger völlig sinnlos wenn nicht sogar kontraproduktiv.
Vielleicht hat da ja jemand mehr Plan oder klärt zumindest auf, welcher Fehlinfo ich wohl aufsitze - wäre schön!.
Ansonsten:
RESPEKT!
Dass Du dir als Nachbarin soviele Gedanken um den Jungen machst!
Hast Du mal überlegt, den Jungen beim JA zu "melden" und deine Bedenken da kundzutun? Vielleicht reagieren die ja auf einen solche Hinweis.
Ansonsten sag ich zu dem Thema lieber nicht mehr, denn dann platzt mir der Kragen. Können einige vielleicht verstehen - siehe "ADHS ein neues Drama"
LG Kalo
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17.05.2010, 07:33 #7Aufstrebendes Mitglied
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17.05.2010, 07:45 #8Spezialist
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Kalo, ich war auch erstaunt, als ich ein solches Kind letztes Jahr in einer Grundschule präsentiert bekam. Daraufhin habe ich auch nachgelesen und das Internet bemüht, weil ich diese Kombi auch kaum glauben mag... ABER es wird durchaus von einigen Kindern berichtet... Aber so ganz sicher bin ich mir da immer noch nicht.
Asperger bedeutet ja im Alltag für andere, dass Kinder mit diesem Syndrom jederzeit die Grenzen anderer missachten und ständig bewusst überschreiten. So beschreibt ja Maedel76 auch die Situation. Da das Kind, was ich kenne, aber z.B. mit der Schulbegleitung zumindest seinen Alltagskram in der Schule auf die Reihe bekommt, nehme ich an, dass es ohne ADHS-Medikamente gar nicht ginge...
Maedel76,
Du hast die Krux der Situation gut erkannt. Es ist allerdings möglich, ein Kind bis zu 3 Monate vom Unterricht auszuschließen. Hauptsächlich will man damit ein Instrument in der Hand haben andere Schüler zu beschützen und auch Druck auf die Eltern zu erzeugen, ENDLICH zu handeln.
In diesem Fall wäre sicherlich die stationäre Behandlung in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie angesagt, bevor man überhaupt über eine Wiedereingliederung MIT Schulbegleitung nachdenkt. Schulbegleitungen für Asperger-Kinder sind meist unproblematisch zu beantragen und werden IMMER genehmigt.
Da muss die Mutter nur mal in die Puschen kommen... Aber wie gesagt - vorher müsste eine Therapie stehen.
Deine Gedanken sind absolut nachzuvollziehen... Gebe es denn bei Euch in der Nähe eine KJP? Weißt Du, ob das überhaupt schon mal in Erwägung gezogen wurde?
Lieben Gruß
Deala
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17.05.2010, 08:02 #9
Ich schließe mich meinen Vorrednern an.
Wir hatten auch ein solches Kind auf der Schule.
Da sie des öfteren ausgerastet ist, geht sie jetzt auf eine spezielle Schule.
Man tut dem Kind keinen Gefallen es auf eine normale Schule zu schicken.
Leider sind unsere Klassen zu voll, in kleineren Klassen sind diese Kinder besser aufgehoben.
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17.05.2010, 08:04 #10
Hab da was interessamtes gefunden:
My Asperger & ADHS Blog
LG Marita
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17.05.2010, 08:14 #11Spezialist
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Nee, das muss doch nicht sein. Zumindest nicht, bevor man nicht ausprobiert hat, ob mit Therapie und Schulbegleitung das Kind nicht doch zu integrieren wäre...
Das fände ich auch deswegen schade, weil Asperger-Kinder durchaus auch recht intelligent sein können. Mit entsprechender Therapie kann man denen BEWUSST machen, was wie und warum anders laufen muss. Zumal schon in dem Alter von 11 Jahren...
Was nicht geht, ist eben Nichts-Tun... DAS ist dramatisch und echte Vernachlässigung...
Lieben Gruß
Deala
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17.05.2010, 12:07 #12Aufstrebendes Mitglied
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Hallo, Schulbegleitung habe ich vorgeschlagen, wurde nur abgewunken. Von der Mutter selber mit der Aussage, das bringt doch nix. Der Schulleiter am Gymnasium ist gar nicht darauf eingegangen.
Ich weiß nicht, in wie weit das Kind in psychologischer Behandlung war. Während der Grunschulzeit hieß es immer, er sei in Therapie, irgendwann hab ich mal nachgefragt,da hat sich herausgestellt, diese Frau ist eine Logopädin.
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17.05.2010, 12:10 #13Aufstrebendes Mitglied
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17.05.2010, 12:18 #14Aufstrebendes Mitglied
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hallo, ja, die Mutter ist leider das größte Problem. Ich hab mich ja schon stundenlang mit ihr darüber unterhalten und sie sagt ganz klar, ihr Sohn würde keinem was tun. Man soll ihn in Ruhe lassen, nicht ansprechen, dann wäre alles in Ordnung. Ansonsten müsse man damit klarkommen, dass er so reagiert. Sie hat ihm auch selber gesagt, er darf draufschlagen.
Meiner Meinung nach gehört auch die Mutter therapiert..
Sie redet ja mit niemandem mehr, auch mit mir inzwischen nicht mehr. Sie wittert in uns Mütter das Böse und wir haben alle total unerzogene Kinder, die ihrem Sohn nur Böses wollen.
Diesen Zustand kann man eigentlich keinen Tag mehr mit anschauen, das ist mir auch klar. Aber ich hoffe halt, dass das Jugendamt was unternimmt..
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17.05.2010, 12:19 #15Spezialist
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Normalerweise ist es nicht nötig, Kinder mit Asperger gesondert zu beschulen.
Je nach Talent können sie normale Schulen , auch Gymnasium, besuchen.
Da sind aber Integrationshelfer echt ratsam! Verstehe weder die Mutter noch den SL.
Es ist doch für alle Seiten eine Erleichterung.
Asperger kann man übrigens nicht "heilen", Therapien dienen lediglich dazu, besser zurecht zu kommen.
LG hanja
Forenseele



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