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  1. #1
    Neuling
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    Hallo,

    ich habe mal eine Frage an euch.

    Wie macht ihr das mit den Hausaufgaben und dem Lernen vor Klassenarbeiten??
    Machen eure Kinder alles selbsständig und allein, fragt ihr nur ab oder kontrolliert, oder lernt ihr gemeinsam??

    Meine Tochter (11 J., 5. Klasse, Gymn.) raubt mir schultechnisch den letzten Nerv. Sie möchte neuerdings alles allein machen, leider hat sie seit dem eine kleine Sammlung von Ordnungsstrichen, sie kann z. Zt. alles und braucht daher (nach ihrer Meinung!) nicht für Klassenarbeiten üben, schiebt Referate so lange vor sich her bis wir einen Tag vorher bis abends um 21.00 Uhr sitzen und versuchen alles noch zu retten...
    Die Klassenarbeiten und Tests rutschen von 1 oder 2 auf 3 oder 4! Schlimm ist, dass sie eigentlich wirklich fast alles kann aber da sie sich nicht vorbereitet hat sie manches wieder vergessen oder sie hat Merksätze nicht auswendig gelernt..
    Nun bin ich am Überlegen, ob ich sie lassen soll und wir sehen was passiert oder ob ich darauf bestehen soll, dass sie lernt oder mit ihr zusammen lerne (was momentan nicht einfach ist, da sie nur rumzickt)??

    Wie handhabt ihr diese Dinge?

    Danke schon mal und allen einen schönen Abend
    LG Mila


  2. #2
    Spezialist Avatar von jodatz
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    Hallo mila,
    herzlich willkommen hier bei uns und... herzlich willkommen im club.

    Mein Sohn ist ähnlich gestrickt wie deine Tochter - lernen - brauch ich nicht mama - kann ich ( ok - oft kommen da wirklich 1er raus )
    Referate oder Arbeitsmappen, die sie schon häufig bearbeiten sollten, schiebt er auf den letzten Drücker - da kann ich reden wie ich will !!!!
    Und DAS geht leider nicht immer gut

    Ich mache ihn zur Zeit zwar immer aufmerksam, dass er z.B. Vokabel lernen muss ( sie schreiben jede Woche Tests ) - aber ob er wirklich immer lernt - diesmal habe ich ihn wenigstens 2x abfragen können - das ging ganz gut - ob es für den Test reicht - keine Ahnung.

    Aber Ich bin inzwischen soweit, dass ich ihn dran erinnere und ihm Hilfe anbiete - wenn er die nicht will muss er da mal alleine durch.
    Und er merkt inzwischen schon, dass er bessere Noten schreibt, wenn er lernt, bzw. sich die Unterlagen zumindest noch mal kurz ansieht - wirklich viel gelernt hat er noch nie.

    Und Hausis - Katastrophe - er kann stundenlang über Sachen sitzen, die eigentlich nur 15 Minuten dauern - das beweist er mir dann zwischendurch auch mal .
    Aber da sitze ich nicht mehr daneben - die Konsequenzen für nicht gemachte Hausis trägt er - so bin ich inzwischen auch mit der KL verblieben.
    (wobei er sie schon irgendwie doch macht - meistens )



    Meine Tochter - inzwischen Klasse 8 macht eigentlich alles alleine - auch Hausis
    Und wenn sie Hilfe braucht - dann fragt sie.

    ich denke wirklich - irgendwann muss man zum Selbstschutz sagen - Kind - wenn du meinst du kannst es - bitte - und wenn nicht, ist es deine schlechte Note die du schreibst.

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  3. #3
    Profi
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    Ich denke jodatz hat da schon Recht. Irgendwann muß man die Kids auch einfach mal machen laßen. Wie wäre es denn wenn Du mal bei ihr in der Schule nachfragst was ihre Lehrer in ihrem Fall meinen? Die kennen ja auch ihr Arbeitsverhalten in der Schule, sehen ihre Morivation. Es wäre eh gut wenn sie Bescheid wüssten, warum die Noten deiner Tochter so absacken.


  4. #4
    Spezialist Avatar von jodatz
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    @mila: wie lang ist der Unterrichtstag von deinem Kind ?

    Bei einem langen Tag könnte es nämlich auch sein, dass deine Tochter einfach auch die Kraft fehlt, sich noch mal hinzusetzen - daher wird auch alles geschoben.
    Denn Gym ist kein Zuckerschlecken und für einige kids ist der Druck - auch wenn sie es vom intellekt er absolut drauf haben - einfach zu groß.
    ( So war es im Übrigen bei meiner Tochter, die es irgendwann leid war, nach 8 Stunden Schule auch noch dies und das und jenes zu machen.) Ihre Noten sind am Gym daher auch abgesackt.
    Sie ist dann freiwillig in eine andere Schulform gewechselt - auch gegen den Rat der Lehrer - zumal ja auch noch die Pupertät dazukommt.

    Und mal die Lehrer fragen, wie sie deine Tochter so sehen, wäre schon gut - auch was z.B. mündliche Mitarbeit angeht.

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  5. #5
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    Hallo Mila,

    die Umstellung von der Grundschule auf das Gym fand ich persönlich für mein Kind beinhart. Um das alles wegzuschaffen, was da gelernt werden musste, war hier ein dreiviertel Jahr fast nix außer Schule mehr drin.

    Zumal dann die Frage war, wie viel Lernen wirklich notwendig ist um (gut) mithalten zu können. Das ist individuell, jedes Kind ist anders. Manche nehmen in einigen Fächern im Unterricht genügend Inhalte auf, andere müssen die zu Hause vertiefen.

    Oftmals müssen Lernstrukturen überhaupt erst gefunden werden: Wann lerne ich was, wie oft und in welcher Form.

    Wie z.B. lernt ein Kind Vokabeln. Es gibt ZIG Möglichkeiten... es gilt die effektivste herauszufinden.

    Ich denke, dass es hilfreich ist wenigstens im ersten Jahr Gym dem Kind unterstützend zur Seite zu stehen und ihm zu helfen, den Überblick zu behalten.

    Das heißt hier, dass ich an HA oder längerfristige Dinge (Mappenführung) erinnere und dies anmahne.

    Mein Sohn fordert meine Hilfe für die Vorbereitung auf Arbeiten z.B. recht gezielt ein mittlerweile. Er kommt dann auf mich zu und sagte 'ich möchte gerne, dass Du in Fach x genau a und b mit mir übst!' Ob das so auf Dauer passt, weiß ich nicht. Aber ich übe gerne mit ihm, mir macht das Spaß und ich habe auch die Zeit.

    Ich persönlich glaube, dass nur wenige Kinder ohne Schwierigkeiten die ersten Jahre Gym schaffen können, wenn es zu Hause so gar keine Hilfe gibt.

    Wenn jetzt aber Deine Tochter das nicht will und gleichzeitig ihre Noten in den Keller gehen und Du aber der Meinung bist, da helfen zu wollen und zu müssen - JA dann - go ahead. NOCH bist Du die Bestimmerin . Sage ihr einfach, dass sie Unterstützung braucht um das ganze Pensum zu schaffen und sie nun mit Dir entscheiden darf, wie die Unterstützung aussieht. Lass keinen Zweifel, DASS DU helfen wirst - aber handele mit ihr aus (nimm sie also ernst!), wie das aussehen kann.

    Lieben Gruß

    Deala

  6. #6
    Spezialist Avatar von jodatz
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    @deala: es ist aber nicht immer so, dass sich kinder helfen lassen wollen - da kann mal sagen, dass man bestimmer ist usw.
    Habe hier ja auch so ein Exemplar zu Hause und da geht dann manchmal gar nichts - und...

    Meiner fängt dann an, laut zu singen, Stifte wegzulegen, zu schmollen oder sich die Ohren zuzuhalten.

    Und nun kommst DU !

    uNd ich kann mir vorstellen, dass Milas Tochter ähnlich zickig reagiert.

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  7. #7
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    Hmm... Jodatz...

    ich höre/lese so etwas öfter. Ich kann es mir dennoch nur sehr schwer vorstellen. Ich bin ja Förderschullehrerin und habe Schüler, die bei uns gelandet, viel Schulverweigerung hinter sich haben. Aktuell z.B. zwei Jungs, die in der 8. Klasse zu uns gewechselt sind und mal auf der Realschule angefangen hatten.

    Die ließen sich anfangs GAR NIX von mir sagen. Machten sich über mich lustig und nahmen mich (klein und wenig 'wuchtig' auftretend) wirklich gar nicht ernst.

    Ich erlebe seit nun fast 20 Jahren Lehrerdasein, dass ein ganz ernsthaftes WOLLEN - Helfen wollen - verbunden mit ganz tiefem Interesse für das Kind mit allem, was es ausmacht, auf Dauer Türen öffnet. Ich finde vielleicht bei einem Anteil von unter 5% nicht die Tür.

    Wenn ein Kind sich derart verweigert und Hilfe - obwohl sie sichtbar hilfreich wäre - verweigert, muss man eben an anderer Stelle ansetzen.

    Weißt Du Jodatz, das ist vermessen hier das jetzt weiter auszuführen, denn ich kann dabei NUR verlieren. Du wirst mir weiterhin sagen, dass vielleicht diese oder jenes probiert wurde und es eben trotzdem NICHT geht.

    Ich sage dann wieder, dann probiere es so oder so... Wir drehen uns damit im Kreis. Es gibt keine Paradelösung - es gibt für mich nur den Hinweis jedes Kind einzeln in seiner in ihm wohnenden ganz eigenen Seele zu erfassen (auch wenn das jetzt schmalzig wie nur was klingt). Ich gehe auf jedes Kind mit einer ganz großen Neugier zu und einer Faszination.

    Und wenn man als Eltern nicht weiterkommt, dann muss man zurück. Sehr weit zurück. Unter Umständen bis zum Legoteppich im Kinderzimmer.

    Eins noch... Elternhilfe sollte für Kinder 'kostenlos' sein. Ohne Erwartungshaltung oder 'wenn dann'-Zwänge. Mach es, weil DU es willst. Nur so kann es überhaupt funktionieren.

    Du wirst nicht glücklich sein mit dieser Antwort, ich erinnere mich an Eure Geschichte. Aber ich kann nicht anders als so zu antworten. Sorry.

    Lieben Gruß

    Deala

  8. #8
    Spezialist Avatar von anwe
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    in der Grundschule war das auch nervenaufraubend
    Jetzt auf der Hauptschule ist das echt gut, Hausaufgaben werden selber gemacht und sind auch richtig.
    Was das Lernen für Arbeiten anbelangt ist der Unterricht so, das sie viel dür eine Arbeit in der Schule üben und wir daheim nur das aufarbeiten müssen, was noch nicht so gut klappt.
    Katharina lernt nun sogar von sich aus für eine Arbeit....

    Gruß Anke
    Foren-Biofee

    Man kann sich den ganzen Tag ärgern,
    aber man ist dazu nicht verpflichtet

  9. #9
    Spezialist Avatar von jodatz
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    @deala:
    ich weiß, dass du mit meiner Meinung nicht zufrieden bist ...
    und.... es gibt bei uns natürlich auch wieder mal Phasen, wo sich auch alex helfen lässt - aber .....ich glaube einfach, dass jedes Kind verschiedene Phasen im Leben durchmacht - und dazu gehört auch das regellieren gegen Hilfen, gerade von Eltern. Wie gesagt - es ist ja nicht immer so , aber immer öfter.
    Und dann muss er da durch.
    Meine Hilfe, meine Interesse - wird für meine Kinder immer da sein !!!! Egal was kommt, auch wenn dann mal ne Arbeit daneben geht - die Lernen auch daraus.

    Und im Übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass oft HIlfen oder Tipps von Außenstehenden noch eher angenommen werden, als von der direkten Familie

    Ich denke, jeder hat hier so seine Meinung und Erfahrungen.

    Habe allerdings das Gefühl, du unterstellst mir gerade unterschwellig, dass ich mich nicht bemühe - und DAS stimmt definitiv nicht !!!!

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  10. #10
    Spezialist
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    Siehst Du Jodatz,

    das meinte ich damit, dass - egal, was ich nun sage - ich nur verlieren kann. Ich kann gar nichts unterstellen, weil ich Dich nicht kenne.

    Und dennnoch kommen meine Worte genauSO an.

    Das ist die Krux hier.

    Vielleicht säßen wir - so wir dies persönlich tun würden - gar nicht so weit voneinander entfernt :-).

    Lieben Gruß

    Deala

  11. #11
    Spezialist Avatar von jodatz
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    möglich

    Liebe Grüße
    Jodatz


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    Gebildet ist der, der weiß, wo er findet, was er nicht weiß.

  12. #12
    Neuling
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    Vielen Dank für euere Meinungen und Tipps.

    Wir haben heute zusammen für die Englischarbeit morgen gelernt. Ich war fest entschlossen und habe gleich mittags gesagt, dass wir um 15.00 Uhr beginnen zu lernen. Sie saß bockig da, hat widerwillig ihre Aufgaben erledigt, nebenbei an einer Plastikflasche gespielt und rumgezappelt. Letztendlich habe ich ihr noch einmal erklärt, dass sie rausgehen darf, wenn wir ihr Lernpensum durch haben. Somit hat es so leidlich geklappt.
    Sie meint sie könne alles und es wäre "Pipi-einfach". Vom Grunde her konnte sie es auch, macht aber ständig Flüchtigkeitsfehler.
    Nichts desto trotz, ich bin froh, dass wir überhaupt gerlernt haben und wir werden sehen, was morgen dabei herauskommt.

    Bei uns läuft es ungefähr so wie Jodatz es beschreibt. Ich habe mich aber entschieden, wenn sie allein nicht darauf kommt, ihr das Üben vorzugeben.
    Ich hoffe auch, dass sie sich etwas in den Osterferien beruhigt und ausruht und es dann etwas besser läuft

    Mit den Lehrern habe ich nocht nicht gesprochen, da sich im Februar -auf dem Elternsprechtag- noch alle Lehrer positiv über sie geäußert haben.

    Manchmal denke ich auch, dass sie zu wenig Zeit für sich selbst hat und das ein Auslöser sein könnte. Aber im Vergl. zu anderen hat sie schon mehr Freizeit, sie trödelt nur so rum und schiebt und hat daher am Ende weniger Zeit als andere Kinder.
    Sie hat z. Zt. 29 Stunden pro Woche, ist also im guten Rahmen. Sie kommt um 14.00 Uhr mit dem Bus und dann steht Essen auf dem Programm bis 14.30 Uhr, danach noch ein bischen trödeln und dann Hausaufgaben. Und ich denke hier ist das Problem, sie sieht dann draußen scheint die Sonne und will raus und meckert erst einmal, dann ist schon bald 15.15 Uhr, ja und bis die Hausis fertig sind, bleibt nicht mehr viel Zeit bis zum Abendessen...

    (Ich habe noch eine "kleine" Tochter, bei der ist es nicht so. Sie kommt gegen 13.00 Uhr, macht sofort Hausaufgaben und ist schnell fertig.)

    Liebe Grüße
    Mila


  13. #13
    Neuling
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    @ Jodatz:
    "Und im Übrigen habe ich die Erfahrung gemacht, dass oft HIlfen oder Tipps von Außenstehenden noch eher angenommen werden, als von der direkten Familie" -Dieser Aussage kann ich nur beipflichten, wenn sich jemand anders neben sie setzt, sagt sie kein Wort und ist lammfromm!


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