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Thema: Inklusion

  1. #1
    Spezialist Avatar von jodatz
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    Hallo,
    das Thema Inklusion wird ja alle Bundesländer beschäftigen !
    Ich würde es interessant finden mal Infos darüber zu bekommen, wie es denn bei euch so läuft.
    Auch wir Hamburger werden unsere Erfahrungen und möglicherweise gesicherten Infos darüber einbringen.

    Ich suche hierzu mal einiges zusammen - dauert aber ein bisschen.

    Zumindest kann ich schon mal sagen, dass in Hamburg, die Eltern der Schüler ein Wahlrecht haben - sie können ihre Schüler in Regelklassen beschulen lassen - müssen es aber nicht . Weiterhin besteht die Möglichkeit, sein Kind, das förderungsfähig ist , an einer Förderschule oder Sonderschule anzumelden.

    Hier mal eine Handreichung aus HH: http://www.hamburg.de/contentblob/27...ndreichung.pdf
    Demnächst bin ich auf einer Konferenz, wo genau dieses Thema für unsere Schule dargestellt wird - und da wir sehr eng mit einer Förderschule zusammenarbeiten und es verschiedene Modelle gibt, würde ich dieses dann ggf. auch hier vorstellen.

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  2. #2
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    Hallo an alle,

    wir einige wissen, bin ich Förderschullehrerin an einer Förderschule für den Schwerpunkt Lernen. Das Thema Inklusion kam vor 2 Jahre wie Phönix aus der Asche über uns und ich werde hier mal in wenigen Sätzen zusammenfassen, um was es geht. Abschließend hänge ich einen link an. In diesem hat eine Förderschullehrerin in einem entsprechenden Forum anonym (auch das ist interessant!) geschrieben, welche Sorgen uns Förderschullehrer und vor allem auch die Grundschullehrer umtreiben. Ist aber lang, lohnt sich dennoch!

    Also, es geht darum, dass behinderte Kinder (behindert!) nicht mehr auf Extraschulen abgeschoben werden sollen, sondern - um eine echte Teilhabe am Leben zu haben - an den Regelschulen beschult werden sollen. Das hatte so vor x Jahren die UN festgelegt und Deutschland hat dies ratifiziert (ratifizieren= muss umgesetzt werden, nicht nur abnicken und nix machen).

    Nun hat Deutschland ja ein sehr ausgeklügelte Förderschulsystem. Entstanden aus dem Wunsch jedem Kind gerecht zu werden. Es nicht abzuhängen, sondern seine Bedürfnisse bestmöglich erfüllen zu können. Auch im Hinblick auf das, was im 3. Reich mit Behinderten passiert ist.

    Regelschulen konnten sich so über lange Jahre ihrer schwierigen bis sehr gestörten Schüler schnell entledigen... WENN man es denn boshaft auslegen will.

    Nun soll es so sein, dass die Eltern grundsätzlich das Recht haben selber über den Schulort ihres Kindes zu entscheiden.

    Das Schulgesetz dazu für Nds. ist gerade rausgekommen und behinhaltet einige trickreiche Ausnahmen. Ich habe mich da sehr intensiv eingearbeitet, habe das GEsetz vorliegen und kann dazu Fragen beantworten *aufforderndguck* .

    Die Krux an der Sache ist nun, dass Nds. das Ganze möglichst sparsam umsetzen will. D.h. die ehemaligen Förderschulkinder (alle Richtungen von Behinderungen, so es die Schulgebäude baulich erlauben) ergießen sich nun über alle möglichen Klassen und Schulformen. ABER wie die Betreuung durch uns Förderschullehrer laufen soll, STEHT NIRGENDS. Auch nicht im neuen Gesetz.

    Es wird gemunkelt, dass es 2 Stunden Förderschullehrer pro Klasse pro Woche geben wird. Manche Schulen werden dann versuchen möglichst viele ihrer neuen 'Behinderten' in eine Klasse zu packen, damit ein Förderschullehrer möglichst oft anwesend ist. WAS das wiederum für die nicht behinderten Kinder bedeutet, kann ich auch auf Nachfrage gerne schildern (ich habe auch mal eine Integrationsklasse mit behinderten Kinder in einer GS betreut).

    Mir persönlich ist es wichtig - und deswegen schreibe ich hier so ausführlich - dass Ihr als Eltern (und hier bin ich nicht mehr Mutter, das wird mein Kind nicht betreffen) wisst, was da auf Euch und Eure Süßen zukommt. U.U. nichts Gutes nämlich...

    So, hier der link. Fragen gerne :-).

    Deutsche Gesellschaft für Sprachheilpädagogik: Beiträge

    Lieben Gruß

    Deala

  3. #3
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    hallo
    meine tochter war in den ersten beiden klassen der grundschule in einer sogenannten kooperationsklasse. das heißt das an ihre klasse eine klasse mit behinderten kindern bzw. förderschülern gekoppelt war. da ich auch in einem sozialen beruf arbeite fand ich diese idee am anfang ganz klasse . ich fand es gut das den kindern die berührungsängsten genommen wurde und sie gelernt haben das dies kindern sind wie sie nur eben mit einem handicap.
    es wurde auch schnell klar das die kinder weniger berührungsängste und probleme mit den förderkindern hatten als viele eltern. die kindern haben die förderschüler akzeptiert und ganz selbstverständlich in ihre gemeinschaft aufgenommen.
    da die schule aber bis dato keine erfahrung hatte mit einem solchen projekt war noch vieles unausgegoren und jetzt im nachhinein muß ich ganz ehrlich sagen wenn ich die wahl jetzt hätte würde ich mein kind nicht mehr in eine klasse mit angekoppelter förderklasse tun.
    ich muß ganz klar sagen das es nicht an diesen kindern liegt und das ich nachwie vor der meinung bin das es für die " normalen " kinder eine bereicherung ist was den sozielen umgang miteinander betrifft. leider war es in der praxis so das die kinder was den schulstoff betraff am ende der zweiten klasse tierisch hintendran waren.außerdem war es so das die förderkinder nicht zu allen der anderen kinder eine enge beziehung aufgebaut haben. die kinder die von den förderkindern sehr ins herz geschlossen wurden empfanden das irgendwann als lästig weil es so aussah das sie von den lehrern immer angehalten wurden sich um die förderschüler zu kümmern und sie nicht mehr mit ihren anderen freunden und freundinnen spielen konnten. das war nicht nur in den schulstunden so die sie gemeinsam hatten, sondern in der pause, im sport , bei gemeinsamen aktivitäten, bei ausflügen etc. diese kindern kamen irgendwann und sagten ich kann nie mit meinen freunden spielen und machen was ich will ich muß mich immer um die förderschüler kümmern. das waren unsere erfahrungen mit diesem zusammenschluß.
    grundsätzlich finde ich die idee super. aber die umsetzung muß passen. und es muß genau festlgelegt sein was diese kinder miteinander machen und was nicht. es sollte schon so sein das beide teile voneinander profitieren. bei uns war es so das sich die kindern der normalen klasse immer zurücknehmen mußten und rücksicht nehmen mußten, ihre bedürfnisse hinten anstellen mußten. und eben genau das finde ich auch nicht ok. die kinder sollen rücksichtnahme lernen und ein sozialverhalten entwickeln aber nicht immer um jeden preis.
    das ergebnis bei uns war das sich am ende der zwei jahre 90% der elten gegen dieses projekt ausgesprochen haben und sogar die kinder sagten sie wollen das nicht mehr.
    die idee ist wie gesagt toll aber ich denke das die umsetzung und die praxis probleme machen wird.


  4. #4
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    Zitat Zitat von aesulapium Beitrag anzeigen
    die kinder die von den förderkindern sehr ins herz geschlossen wurden empfanden das irgendwann als lästig weil es so aussah das sie von den lehrern immer angehalten wurden sich um die förderschüler zu kümmern und sie nicht mehr mit ihren anderen freunden und freundinnen spielen konnten. das war nicht nur in den schulstunden so die sie gemeinsam hatten, sondern in der pause, im sport , bei gemeinsamen aktivitäten, bei ausflügen etc. diese kindern kamen irgendwann und sagten ich kann nie mit meinen freunden spielen und machen was ich will ich muß mich immer um die förderschüler kümmern. das waren unsere erfahrungen mit diesem zusammenschluß.

    und eben genau das finde ich auch nicht ok. die kinder sollen rücksichtnahme lernen und ein sozialverhalten entwickeln aber nicht immer um jeden preis.
    .

    Danke. Du sprichst hier ein wesentliches Problem an. Bei einem Vortrag zum Vergleich innerhalb Europas zur Inklusion wurde uns anwesenden Lehrern das 'Buddy-Prinzip' wie Sauerbier angepriesen. Kinder helfen Kindern...

    Das verkennt, dass Kinder NICHT immer helfen wollen. Dass Kinder Egoisten sind (und bis zu einem gewissen Grad auch sein sollen, sein müssen), die alleine für sich verantwortlich sind (und das ist schon viel. Verantwortung für sich selber inhaltich zu übernehmen).

    In den ersten Schuljahren gibt es immer Mädchen (es sind einfach meist Mädchen), die sich gerne *kümmern*. Aber das lässt nach... Genauso wie die Kinder mit 'Ihresgleichen' befreundet sein wollen. Selten kommt so eine Sozialromantik mit Rollstuhlfahrer auf wie in dem Film "Die Vorstadtkrokodile".

    Leider aber fußt vieles in dem System Inklusion darauf, dass andere Kinder sich schon kümmern werden, kümmern müssen... Die sollen dann die behinderten Kinder durch den Alltag begleiten...

    Ehrlich, da könnt' ich brechen. Da fehlen mir die Worte, wie man das dauerhaft Kindern aufbürden kann.

    Nun... wieder ein Aspekt in diesem Durcheinander.

    Es gibt übrigens Untersuchungen, die belegen, dass Integrationskinder in den jetzigen I-Klassen in der Grundschule noch Freundschaften haben und oft eingeladen werden. Mit Eintritt in die Pubertät ist das allerdings 'durch'. Auch darüber kann man denken, wie man will... es ist ein Fakt, den man berücksichtigen sollte.

    Lieben Gruß

    Deala

  5. #5
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    hallo
    ich muß ehrlich sagen das wir damals in dieser situation waren und meine tochter mir erzählt hat wie es in der klasse zuging habe ich es am anfang nicht geglaubt. als sie mir berichtet hat sie würde sich mit natalie so hieß ein mädels aus der förderklasse gut verstehen und die würde ihr immer hinterherlaufen fand ich es süß und dachte super meine tochter wird mal nicht zu einem egoistischen kind das nur nach sich schaut. sie hat sich dann auch zeit genommen für das mädel und viel mit ihr gemacht. irgendwann schlug diese stimmung dann um. meine tochter kam heim maulte und meinte sie hätte immer dieses mädchen an ihrer seite. mein erster impuls war zu sagen : freu dich doch und sei nicht so egoistisch! als dann mal ein ausflug zum planetarium anstand und ich als aufsichtsperson in meiner funktion als elternbeirat mit mußte habe ich das dann aus der entfernung selbst beobachten können und mußte meinem kind recht geben. das fing schon an bei der bußfahrt . sie mußte neben dem mädel sitzen, sie wurde gar nicht erst gefragt. während dem ganzen aufenthalt im planetarium mußte sie nach dem mädel schauen, mußte sie an der hand nehmen, auf sie aufpassen etc. der krönende abschluß war dann als die ganze klasse zum schluß noch auf einen wunderbaren spielplatz gegangen ist. mit riesenrutsche, sandkasten, kletternetz etc. alle kinder konnten toben,spielen... mein kind mußte nach natalie schauen, das sie nicht runter fällt, etc. meine tochter hatte von diesem tollen spielplatz de fakto nichts.
    am abend meinte sie dann auch der ausflug wäre nicht schön gewesen. und ganz ehrlich ich konnte sie verstehen. auch ich konnte es nicht gerecht finden. meiner meinung nach hätte man abwechseln können und sagen so jetzt kümmert sich mal ein anderer. da waren dann aber die lehrer wieder in der zwickmühle da diese natalie eben nur meine tochter an ihrer seite wollte.
    und was noch dazu kam war die tatsache das ich wirklich gesehen habe das die zwei lehrerinnen die bei der förderklasse dabei waren mit in der lage waren nach allen kindern zu schauen. es ging einfach nicht. sie konnten gar nicht anders als die verantwortung auf die kinder zu übertragen. da konnte man dieses lehrerinnen nicht mal einen vorwurf machen. ich bin zwar auch den ganzen tag mit einem förderkind unterwegs gewesen da ich den jungen schon aus dem vorkindergarten kannte aber wie gesagt es war nur ein tag. meine tochter hatte das jeden tag. sie konnte sich nicht mal aussuchen neben wem sie in der klasse sitzen wollte
    und sind wir mal ehrlich ist ein kind wirklich gleich asozial wenn es sich mal nicht um ein anderes kind kümmern möchte? kann ich auf einen 1. oder 2. klässler die aufgaben eines erwachsenen übertragen? also wenn ich ehrlich bin muß ich beides mit nein beantworten. wie gesagt grundidee gut, umsetzung mangelhaft.


  6. #6
    Spezialist Avatar von Rainbow
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    Hallo!

    Das Thema betrifft mich ja nun selbst. Meine mittlere Tochter ist jetzt 4,5 Jahre alt und hat seit ihrer Geburt Athetose. Dabei handelt es sich um eine cerebrale Bewegungsstörung, die dazu führt, dass vereinfacht gesagt Neele ihre Bewegungen nur schwer kontrollieren kann. Sie lernt jetzt erst laufen udn wird vermutlich motorisch nie sehr geschickt werden. Sie musste lange mit Sonde ernährt werden, weil sie nicht kontrolliert schlucken konnte. Auch ihre sprachlichen Fähigkeiten sind deutlich eingeschränkt. Sie besucht seit letztem Sommer einen integrativen Kindergarten. Für uns ist es ein große Glück. So sehr Neele auch körperlich eingeschränkt ist, geistig ist sie so fit wie ihre Altersgenossen. Wir haben uns auch Kindergärten angesehen, die nur mit behinderten Kinder arbeiten. Sie machen gewiss gute Arbeit und bestimmt ist eine Betreuung da für einige Kinder genau das richtige. So etwas sollte man nicht abschaffen. Allerdings wünsche ich mir, dass Neele lernt im Alltag klar zu kommen. Möglichst eigenständig wird und lernt auch mal mit Bedingungen klar zukommen, die nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.
    Natürlich sollten die Regelkinder im Kindergarten nicht unter den I-Kindern leiden! Aber das tun sie in unserem Fall nicht. Meine große Tochter war dort selber Regelkind und ich hatte nie den Eindruck, dass ihre Entwicklung vernachlässigt wurde oder sie sonst irgendwie eingeschränkt war. Sie hat auch oft mit ihren Regelkindern-Freunden gespielt. Besonders draußen beim Toben können viele der I-Kinder ja nicht mitmachen. Im Kindergarten ist es aber auch so, dass auf 14 Regelkinder 4 I-Kinder kommen. Dazu zwei Erzieherinnen + zwei Integerationshelfer. Dazu kommt für Neele 1x die Wochen Einzeltherapie. Neben dem was wir noch privat machen. Da hat sie ihre Therapeutin, die sie jetzt schon 4 Jahre kennt für sich, sie können gezielt arbeiten oder manchmal einfach auch nur Entspannungsübungen machen. Je nach Neeles Empfinden
    Dieses System der Integration hat für uns bisher sehr gut funktioniert und ich denke, dass hier alle profitiert haben.
    Was Inklusion für uns bedeuten wird? Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht. Wirkliche UInformationen gibt es noch nicht. Klar Gesetztesvorlage und so, aber die Umsetzung im Alltag? In Neeles Leben? Keine Ahnung.

    Auf welche Schule Neele gehen wir wissen wir noch nicht. Vermutlich ist eine Beschulung in einer I-Klasse mit Regelkindern nicht möglich. Nicht wegen ihren mangelnden Fähigkeiten, sondern weil sie bisher keine Anzeichen macht verständlich zusprechen. Vermutlich wären Kinder und Lehrer selbst in einer I-Klasse überfordert. Eine genaue Entscheidung treffen wir erst nächstes Jahr. Bis dahin kann ja noch viel passieren.
    Vor zwei Jahren hätte ich auch nie gedacht, dass sie je Laufen wird. Inzwischen kann sie sich in der Wohnung frei bewegen. Laufend, Robbend oder mit Rollstuhl.

    Ich denke zum jetzigen Zeitpunkt ist für sie eine Beschulung in einer Förderschule besser. Alleine wegen der geringen Klassenstärke, der engmaschigen Betreuung durch den Förderlehrer/die Förderlehrerin und dem fehlenden Druck. So hat sie die Möglichkeit sich individuell zu entwickeln. Vielleicht ist ja nach ein paar Jahren Förderschule ja ein Wechsel auf eine Regelschule möglich. Wer weiß.

    Deala, eine Frage hätte ich schon mal(den Link schau ich mir später an): Wird bei euch in Nds. die Förderschule jetzt direkt abgeschafft zum nächsten Schuljahr? Bei uns ist es in NRW ja noch nicht so weit.

    Liebe Grüße von eurer Rainbow

    Du kannst den Regenbogen nicht haben,
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  7. #7
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    Hallo Rainbow,

    *hutab*, was Ihr alles für Eure Tochter ermöglicht habt und was Ihr leistet! Das ist absolut toll und bewundernswert!!!

    Zu Deiner Frage:

    In Nds. wird es zwei Einschnitte geben. Ab dem Schuljahr 2012 sollen keine Kinder mehr aus den Klassen 1 bis 4 auf die Förderschule Lernen überwiesen werden sollen. Sie verbleiben in den Grundschulen.

    Im Gesetz steht es wie folgt:

    Dabei bleiben Förderschulen - mit Ausnahme des Primarbereichs der Förderschule Schwerpunkt Lernen - bestehen, um die Wahl des bestgeeigneten Lernorts sicherzustel- len. Förderschulen können mit den Förderschwerpunkten Lernen (Sekundarbereich I), Sprache, Emotionale und Soziale Entwicklung, Geistige Entwicklung, Körperliche und Motorische Entwicklung, Sehen und Hören geführt werden.
    ...


    Und zum Zeitpunkt steht es leicht verklausuliert so:

    Es ist vorgesehen, die Maßnahmen zur Umsetzung der Inklusion aufsteigend ab dem Schuljahr 2012/2013 in dem Schuljahrgang 1 und ab dem Schuljahrgang 2013/2014 im Schuljahrgang 5 der allgemeine Schulen einzuführen. Hieraus folgt ein stufenweiser Anstieg der Mehrbelastungen.


    Prinzipiell gilt aber:

    Eltern von Schülerinnen und Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung sollen künftig grundsätzlich wählen können, ob ihre Kinder eine allgemeine oder eine Förderschule besuchen sollen.
    .


    ... so dass Eltern, die vorher schon darauf bestehen, ihre Kinder zur Regelschule geben zu wollen, dies sicherlich auch können.

    Sind Deine Fragen damit beantwortet? Ich finde es immer günstiger den Gesetzestext einzufügen als wiederzugeben. Da gibt es noch Interpretationsspielräume... leider...

    Lieben Gruß

    Deala

  8. #8
    Spezialist Avatar von jodatz
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    Hallo,
    @deala: dann ist das bei euch m.E. so wie hier in HH - die Eltern können, müssen ihre Kinder aber nicht auf eine Regelschule geben.

    @rainbow: Hut ab !!

    WAs du beschreibst von dem Kindergarten gibt es hier bei uns zur Zeit auch noch in Schulen - sog. Integrationsklassen, wo 3-4 " behinderte " Kinder mit anderen Kindern in einer Klasse gemeinsam lernen - wobei eben die Personalsituation auch so ist, dass es immer doppelt besetzt ist und noch andere Fördermaßnahmen stattfinden.

    In Zukunft soll es diese Intergrationsklassen ja nicht mehr geben - und bei der Inklusion wird auch die Personalversorgung für die zu fördernden Kindern wesentlich schlechter laufen.

    Ich bin am 1.12. bei uns an der Schule zur Ganztagskonferenz eingeladen - wo genau das Thema noch mal aufgearbeitet wird - auch mit der SL unserer benachbarten Förderschule.

    In der Theorie klingt das immer alles ganz toll - alle gemeinsam - aber in der Praxis ist es eben nicht ganz so leicht - denn ... zu den förderbedürftigen Kindern kommen ja noch die, die eben nicht darunter fallen aber trotzdem in der Klasse sind - wie z.B. ADS, ADHS, oder einfach langsamere, schüchterne, flippige.
    Es ist ja eh nicht so einfach - alle unter einem Hut zu bekommen.

    Demnächst kommt hier von mir noch mehr zu dem Thema

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  9. #9
    Spezialist Avatar von Rainbow
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    Danke, Deala. Das wollte ich wissen

    Liebe Grüße von eurer Rainbow

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    wenn es nicht irgendwo regnet.

  10. #10
    Spezialist Avatar von jodatz
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    Heute war die Konferenz und wurde schon deutlich, dass a) die Behörde keine ausgeklügelten Plan hat und das die Lehrer langsam an ihre Grenzen kommen.

    Zumal es wohl im nächsten Jahr so sein wird, dass die Ressourcen nicht mehr Kindbezogen verteilt werden, sondern allgemein ( sprich auch die Schulen, die keine zu fördernden kinder haben, bekommen Ressourcen dafür ) und dass diese Kinder vor Klasse 5 nicht mehr begutachtet werden.
    Sprich - man weiß womöglich gar nicht, welches Kind möglicherweise besonders gefördert werden muss.
    Das macht es dann besonders schwierig auch hinzukriegen, dass die Höchstgrenze von 4 Schülern je Klasse nicht überschritten werden darf.

    Die Anzahl der " Förderstunden " richtet sich dann anscheinend nur noch nach dem KESS - Faktor.
    Und wenn du dann noch mehr Kinder hast - PECH - sieh zu !!
    Genug Sonderpädagogen gibt es hierfür auch nicht - und wenn dann noch einer wegen Krankheit ausfällt - PECH - DUMM GELAUFEN

    Das erst mal für heute
    Muss den Rest auch noch mal in meinem Kopf sortieren.

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  11. #11
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    Ich finde ganz allgemein Integration und Inklusion ganz gut. Leider ist aber meist der Weg, irgendwas einführen und später sehen wie es klappt.
    Das ist Mist, so wird es auf dem Rücken aller beteiligten Kinder ausgetragen.
    Wer Inklusion und Integration will, muss VIEL Geld in die Hand nehmen und gut geplant vorgehn. Das war -bei uns zumindest- leider nie der Fall.
    "Billigwege" bringen leider nichts, dann soll man es lieber lassen.


    LG hanja

    Forenseele

  12. #12
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    Oh Jodatz,

    eben entdeckt, was Du geschrieben hast... Keine Begutachtung mehr *super* und Gießkannenprinzip *klasse*...

    Ja, ham' die denn noch alle... Nee, oder?

    Hier in Nds. SOLL es noch Gegutachtung geben. WANN sonst denn soll ein GS-Lehrer herausfinden, wie und wo die Defizite besonderer Schüler genau liegen. Mal eben so nebenbei im Unterricht geht das nicht. Das weiß ich genau.

    Mann.

    Billig, billig, billig... Und sich selber auf die Schulter klopfen, die ganzen 'Behindis' integriert zu haben. Da wird es nur helfen, wenn die fitteren Eltern dieser Schüler irgendwann mal Alarm schreien, weil ihre Kinder wie vor 100 Jahren in Regelklassen VERKÜMMERN.

    Das war es doch mal, wo das so genannte Sonderschulsystem hinwollte... JEDER sollte nach seinen Möglichkeiten lernen können. Gut, diese Art von Aussonderung ist nicht das Gelbe vom Ei... ABER so... Nee... Mittelalter, ick hör Dir kommen *grmpf*.

    Lieben Gruß

    Deala

  13. #13
    Spezialist Avatar von jodatz
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    @deala: ich hoffe nicht, dass es so bleiben wird !!!!
    Da ist das letzte Wort sicherlich noch nicht gesprochen.

    Liebe Grüße
    Jodatz


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  14. #14
    Festes Mitglied
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    Ich steh immer noch vor der Entscheidung...
    Schick ich meine Tochter (wird im September 6) in die Regel- oder Sonderschule.
    Laut SPZ hat sie ADS. Außerdem eine Brille mit + 8,5 Dioptrin.
    Sie kann bis jetzt keine Ausmalbilder "ordentlich" ausmalen, und auch die Stifthaltung ist noch nicht gut.
    Aber ist das schon eine Indikation für die Förderschule oder wäre eine Rückstellung nicht vor zu ziehen?


  15. #15
    Spezialist
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    Also für mich ist weder ADS, Noch Sehbehinderung, noch verkehrte Stifthaltung
    ein Grund eine Förderschule zu besuchen.
    Bei der Tochter meiner Nachbarin liegt auch eine schwere Sehbehinderung vor.
    Sie hat von Anfang an in der Schule über einen PC (Lesegerät) alles mit bearbeiten können.
    Die Stifthaltung beherrschen längst nicht alle Erstklässler.
    Und ADS macht den Kindern das Schulleben sicher schwerer, aber es ist kein Grund, nicht die Regelschule zu besuchen.
    Wenn Deine Tochter ansonsten schulfit ist, gibt es in meinen Augen nicht mal einen Grund, sie zurück zu stellen.


    LG hanja

    Forenseele

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