Präsentiert vom Sailer Verlag - Deutschlands großer Wissensverlag für Kinder
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Gedichte für den WinterWintergedichte für Kinder

Die Redakteure von Schule und Familie haben für Sie und Ihre Kinder die schönsten Wintergedichte für verschneite Tage zusammengestellt.

Kuscheln Sie sich mit Ihrem Kind auf das Sofa und lesen sie ihm unsere schönsten Gedichte-Klassiker vor.

Alles still!

Alles still! Es tanzt den Reigen
Mondenstrahl in Wald und Flur, 
Und darüber thront das Schweigen
Und der Winterhimmel nur. 

Alles still! Vergeblich lauschet
Man der Krähe heisrem Schrei. 
Keiner Fichte Wipfel rauschet, 
Und kein Bächlein summt vorbei.

Alles still! Die Dorfeshütten
Sind wie Gräber anzusehn, 
Die, von Schnee bedeckt, inmitten
Eines weiten Friedhofs stehn. 

Alles still! Nichts hör ich klopfen
Als mein Herze durch die Nacht
Heiße Tränen niedertropfen
Auf die kalte Winterpracht.

Theodor Fontane  (1819-1898)

Altes Kaminstück

Draußen ziehen weiße Flocken 
Durch die Nacht, der Sturm ist laut;
Hier im Stübchen ist es trocken, 
Warm und einsam, stillvertraut. 

Sinnend sitz ich auf dem Sessel, 
An dem knisternden Kamin, 
Kochend summt der Wasserkessel
Längst verklungne Melodien. 

Und ein Kätzchen sitzt daneben,
Wärmt die Pfötchen an der Glut;
Und die Flammen schweben, weben, 
Wundersam wird mir zu Mut.

Heinrich Heine (1797-1856)

An den Winter

 Willkommen, lieber Winter,
Willkommen hier zu Land!
Wie reich du bist, mit Perlen
Spielst du, als wär' es Sand! 

Den Hof, des Gartens Wege
Hast du damit bestreut; 
Sie an der Bäume Zweige 
Zu Tausenden gereiht. 

Dein Odem, lieber Winter, 
Ist kälter, doch gesund; 
Den Sturm nur halt' im Zaume, 
Sonst macht er es zu bunt!

Elisabeth Kulmann (1808-1825)

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Das Büblein auf dem Eise

Gefroren hat es heuer
noch gar kein festes Eis. 
Das Büblein steht am Weiher 
und spricht zu sich ganz leis: 
"Ich will es einmal wagen, 
das Eis, es muss doch tragen. 
Wer weiß!" 

Das Büblein stapft und hacket
mit seinem Stiefelein. 
Das Eis auf einmal knacket, 
und krach! schon bricht's hinein.
Das Büblein platscht und krabbelt, 
als wie ein Krebs und zappelt 
mit Arm und Bein. 

"O helft, ich muss versinken 
in lauter Eis und Schnee! 
O helft, ich muss ertrinken 
im tiefen, tiefen See!"
Wär' nicht ein Mann gekommen, 
der sich ein Herz genommen, 
o weh! 

Der packt es bei dem Schopfe
und zieht es dann heraus, 
vom Fuße bis zum Kopfe 
wie eine Wassermaus. 
Das Büblein hat getropfet, 
der Vater hat's geklopfet es aus
zu Haus. 

Friedrich Wilhelm Güll (1812-79)

{BREAK}

Der Schneemann

Seht, da steht er, unser Schneemann!
Das ist ein Geselle!
Stehet fest und unverzagt,
Weicht nicht von der Stelle.

Schaut ihm in die schwarzen Augen!
Wird euch denn nicht bange?
In der linken Hand da hat er
Eine lange Stange.

Einen großen Säbel hält er
Fest in seiner Rechten.
Kommt heran! Er wird sich wehren,
Wird mit Allen fechten.

Über ihn kann nur der Frühling
Einen Sieg gewinnen:
Blickt ihn der nur an von ferne,
Wird er gleich zerrinnen.

Aber halt dich tapfer, Schneemann!
Lass dir offenbaren:
Stehst du morgen noch, so wollen
Wir dich Schlitten fahren.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Winternacht

Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum. 
Und es war einmal eine Flocke, 
die fiel dazu wie im Traum.

Die fiel dazu wie im Traum...
Die sank so leis hernieder
wie ein Stück Engleingefieder
aus dem silbernen Sternenraum.

Es war einmal eine Glocke, 
die machte baum, baum. 
Und dazu fiel eine Flocke, 
so leise wie im Traum.

So leis als wie ein Traum. 
Und als vieltausend gefallen leis,
da war die ganze Erde weiß, 
als wie von Engleinflaum.

Da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.

Christian Morgenstern (1871-1914)

Winterlied

Mir träumt', ich ruhte wieder
Vor meines Vaters Haus
Und schaute fröhlich nieder
Ins alte Tal hinaus,
Die Luft mit lindem Spielen
Ging durch das Frühlingslaub,
Und Blütenflocken fielen
Mir über Brust und Haupt.

Als ich erwacht, da schimmert
Der Mond vom Waldesrand,
Im falben Scheine flimmert
Um mich ein fremdes Land,
Und wie ich ringsher sehe:
Die Flocken waren Eis,
Die Gegend war vom Schnee,
Mein Haar vom Alter weiß.

Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Winter ade!

Winter ade! 
Scheiden tut weh. 
Aber dein Scheiden macht, 
Dass mir das Herze lacht! 
Winter ade! 
Scheiden tut weh. 
 

Winter ade! 
Scheiden tut weh. 
Gerne vergess ich dein, 
Kannst immer ferne sein. 
Winter ade! 
Scheiden tut weh.

Winter ade! 
Scheiden tut weh. 
Gehst du nicht bald nach Haus, 
Lacht dich der Kuckkuck aus! 
Winter ade! 
Scheiden tut weh.

Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Winter

Die Kälte kann wahrlich brennen 
Wie Feuer. Die Menschenkinder
Im Schneegestöber rennen
Und laufen immer geschwinder. 

Oh, bittre Winterhärte! 
Die Nasen sind erfroren, 
Und die Klavierkonzerte
Zerreißen uns die Ohren. 

Weit besser ist es im Summer,
 Da kann ich im Walde spazieren, 
Allein mit meinem Kummer,
Und Liebeslieder skandieren.

Heinrich Heine (1797-1856)

{BREAK}

Wenn es Winter wird

Der See hat eine Haut bekommen,
so dass man fast drauf gehen kann, 
und kommt ein großer Fisch geschwommen, 
so stößt er mit der Nase an. 

Und nimmst du einen Kieselstein 
und wirfst ihn drauf, so macht es klirr 
und titscher - titscher - titscher – dir...
Heißa, du lustiger Kieselstein! 

Er zwitschert wie ein Vögelein 
und tut als wie ein Schwälblein fliegen
doch endlich bleibt mein Kieselstein 
ganz weit, ganz weit auf dem See draußen liegen.

Da kommen die Fische haufenweis 
und schaun durch das klare Fenster von Eis 
und denken, der Stein wär etwas zum Essen; 
doch sosehr sie die Nase ans Eis auch pressen,

das Eis ist zu dick, das Eis ist zu alt,
sie machen sich nur die Nasen kalt. 
Aber bald, aber bald werden wir selbst auf eignen Sohlen 
hinausgehn können und den Stein wiederholen.

Christian Morgenstern (1871 - 1914)

Im Winterboden schläft, ein Blumenkeim...

Im Winterboden schläft, ein Blumenkeim, 
Der Schmetterling, der einst um Busch und Hügel
In Frühlingsnächten wiegt den samtnen Flügel; 
Nie soll er kosten deinen Honigseim. 

Wer aber weiß, ob nicht sein zarter Geist, 
Wenn jede Zier des Sommers hingesunken, 
Dereinst, von deinem leisen Dufte trunken, 
Mir unsichtbar, dich blühende umkreist?

Eduard Mörike (1804-1875)

Ich komme aus der Ewigkeit

Ich komme aus der Ewigkeit. 
Frühling war’s, 
dann heiße Sommerzeit, 
der Herbst bracht’ Frucht
und Blätterfall
und wilder Stürme Widerhall. 

Nun ist der kalte Winternebel da, 
verhüllt in eins, was fern und nah; 
mich deckt das Schneetuch
der Vergessenheit, so fahr ich wieder
in die Ewigkeit.

Hans Thoma (1839-1924)

Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, 
Bauch an Bauch.

Der Erich rechts
und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu, 
und obendrüber,
da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen
dicht an dicht,
so warm wie Hans hat's niemand nicht.

Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind,
so sitzen sie noch.

Christian Morgenstern (1871-1914)

{BREAK}

Vereinsamt

Die Krähen schrein
Und ziehen schwirrend Flugs zur Stadt: 
Bald wird es schnein.
Wohl dem, der jetzt noch
Heimat hat!
Nun stehst du starr, 
chaust rückwärts, ach!
wie lange schon! 
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt entflohn? 
Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt! 
Wer das verlor, 
Was du verlorst, macht nirgends halt. 

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht, 
Dem Rauche gleich, 
Der stets nach kältern Himmeln sucht. 
Flieg, Vogel, schnarr
Dein Lied im Wüstenvogel-Ton! 
Versteck, du Narr, 
Dein blutend Herz in Eis und Hohn! 
Die Krähen schrein
Und ziehen schwirrend Flugs zur Stadt: 
Bald wird es schnein,
Weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche (1844-1900)

Winter

Wenn sich das Laub auf Ebnen weit verloren,
So fällt das Weiß herunter auf die Tale,
Doch glänzend ist der Tag vom hohen Sonnenstrahle,
Es glänzt das Fest den Städten aus den Toren.

Es ist die Ruhe der Natur, des Feldes Schweigen
Ist wie des Menschen Geistigkeit, und höher zeigen
Die Unterschiede sich, dass sich zu hohem Bilde
Sich zeiget die Natur, statt mit des Frühlings Milde.

Friedrich Hölderlin (1770-1843)

Stille Winterstraße

Es heben sich vernebelt braun
Die Berge aus dem klaren Weiß,
Und aus dem Weiß ragt braun ein Zaun,
Steht eine Stange wie ein Steiß. 

Ein Rabe fliegt, so schwarz und scharf, 
Wie ihn kein Maler malen darf, 
Wenn er's nicht etwas kann. 

Ich stapfe einsam durch den Schnee. 
Vielleicht steht links im Busch ein Reh 
Und denkt: Dort geht ein Mann. 

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Barbarazweige

Am Barbaratage holt' ich
Drei Zweiglein vom Kirschenbaum,
Die setzt' ich in eine Schale,
Drei Wünsche sprach ich im Traum:

Der erste, dass einer mich werbe,
Der zweite, dass er noch jung,
Der dritte, dass er auch habe
Des Geldes wohl genung.

Weihnachten vor der Mette
Zwei Stöcklein nur blühten zur Frist:
Ich weiß einen armen Gesellen,
Den nähm' ich, wie er ist.

Martin Greif (1839 - 1911)

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Der Winter und die Spatzen

Sie zwitscherten und sangen,
Man hörte kaum sein Wort:
Der Winter ist gegangen
Und alles Leid ist fort!

Ei, wartet nur, ihr Spatzen!
Sollt mich schon wieder seh'n.
Das Zwitschern und das Schwatzen,
Das soll euch bald vergeh'n!

Da kam der Winter wieder,
Er brachte Kält' und Schnee;
Da gab es keine Lieder,
Kein fröhliches Juchhe.

Die Spatzen aber saßen
Vergnügt in Stall und Haus:
O Winter, lass das Spaßen!
Wir lachen dich doch aus.

So ist es auch ergangen:
Kaum war der Winter fort,
Die Spatzen fröhlich sangen,
Man hörte kaum sein Wort.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Die Enten laufen Schlittschuh

Die Enten laufen Schlittschuh 
auf ihrem kleinen Teich. 
Wo haben sie denn die Schlittschuh her
sie sind doch gar nicht reich?

Wo haben sie denn die Schlittschuh her?
Woher? Vom Schlittschuhschmied!
Der hat sie ihnen geschenkt,
weißt du, für ein Entenschnatterlied.

Christian Morgenstern (1871 – 1914)

Die Kinder im Schnee

Ein Winterabend still und kalt.
Drei Kinder wandern durch den Wald. 

Sie gingen schon oft den Weg allein. 
Heut flimmert der Mond mit irrem Schein. 

Der Pfad, der sonst so kurz nach Haus,
Heut mündet er nimmer zum Wald hinaus. 

Die kleinen Beinchen schreiten voran.
Da ragt empor der finstre Tann.
Sie finden im Schnee den Weg nicht mehr. 

Es weinen die Kleinsten, wohl irrten sie weit,
Kalt ist die Nacht, und Schlafenszeit! 

Sieh dort, unter Wurzeln ein trocknes Hohl, 
Da bettet das Schwesterchen Beide wohl. 

Trägt Moos und Laub zu ihrer Ruh 
Und deckt mit dem eignen Tüchlein sie zu. 

Die Nacht ist kalt, vom Mond erhellt,
Es funkeln die Sterne am Himmelszelt. 

Man sie gesucht mit Rufen und Schrein, 
Man hat sie gefunden beim Morgenschein. 

Die beiden Kleinen, sie schlafen fest, 
Aneinandergeschmiegt im warmen Nest. 

Den Arm gerafft voll Laub und Moos, 
So fand man die andere bewegungslos. 

So lag sie im Schnee - die Wangen rot, 
Die hatte geküsst der eisige Tod. 

Heinrich Seidel (1842-1906)

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