Präsentiert vom Sailer Verlag - Deutschlands großer Wissensverlag für Kinder
Präsentiert vom Sailer Verlag - Deutschlands großer Wissensverlag für Kinder
Anzeige

Herbstgedichte für Kinder

Gedichte für Kinder im Herbst

Die Blätter färben sich goldgelb, Kastanien fallen von den Bäumen und endlich ist es Zeit, Drachen steigen zu lassen. Der Herbst ist da. Lange Waldspaziergänge, Kastanienmännchen und heiße Schokolade stehen auf dem Programm.

Und wenn das Wetter einmal nicht mitspielen will, hat Schule und Familie vorgesorgt. Unsere Redakteure haben die schönsten Gedichte rund um die goldene Jahreszeit zusammengestellt.

Septembermorgen

Kinder und buntes Laub

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.

Eduard Mörike (1804-1875)

Wie bald des Sommers holdes Fest verging

Wie bald des Sommers holdes Fest verging!
Rau weht der Herbst;  wird's denn auch Frühling wieder?
Da fällt ein bleicher Sonnenstrahl hernieder
Komm,  lass uns spielen, weißer Schmetterling!

Ach, keine Nelke,  keine Rose mehr;
Am Himmel fährt ein kalt Gewölk daher!
Weh,  wie so bald des Sommers Lust verging
O komm!  Wo bist du,  weißer Schmetterling?

Theodor Storm (1817–1888)

Anzeige

Herbststimmung

Baum mit buntem Herbstlaub

Es wird schon recht bedenklich kühle,
Und schwächlich sind die Sonnenstrahlen,
Die zitternd auf dem Bürgersteige
Fast buttergelbe Kringel malen.

Das Laub wird täglich gelb und gelber;
Allmählich fällt es von den Bäumen,
Und jeder, der nur halb gebildet,
Muß Angesichtes dessen träumen.

Das Alter naht im raschen Laufe,
Und alles Sträuben ist vergebens;
Die Haare bleichen und verschwinden.
So ist Natur ein Bild des Lebens.

Ja, ja, es füllen sich die Herzen
Mit sonderbarer Todesahnung.
Und was wir in den Straßen sehen,
Ist auch nur eine leise Mahnung.

Die Witwen kommen von den Gräbern,
Die sie mit aller Liebe schmückten,
Man sieht die Spuren ihrer Tränen,
Die sie im schönen Aug' zerdrückten.

Man fühlt beim Anblick solcher Szenen
Den ganzen Frost der Lebenslage,
Und die verhängnisvolle Kürze
Der uns beschiednen Erdentage.

Ludwig Thoma (1867-1921)

Anzeige


Frühling begehrt, Sommer ernährt, Herbst bewährt, Winter verzehrt.

Sprichwort

{BREAK}

Herbstgefühl

Sonniger Herbsttag

Fetter grüne, du Laub, 
Am Rebengeländer 
Hier mein Fenster herauf! 

Gedrängter quellet,
Zwillingsbeeren, und reifet
Schneller und glänzend voller!

Euch brütet der Mutter Sonne Scheideblick,
Euch umsäuselt des holden Himmels
Fruchtende Fülle;

Euch kühlet des Mondes
Freundlicher Zauberhauch,
Und euch betauen, ach!

Aus diesen Augen
Der ewig belebenden Liebe
Vollschwellende Tränen.

Johann Wolfgang von Goethe ( 1749-1832)

Der fliegende Robert

Paar mit Regenschirmen auf dem Feld im Regensturm

Wenn der Regen niederbraust,
Wenn der Sturm das Feld durchsaust,
Bleiben Mädchen oder Buben
Hübsch daheim in Ihren Stuben.

Robert aber dachte: Nein!
Das muss draußen herrlich sein!
Und im Felde patschet er
Mit dem Regenschirm umher.

Hui wie pfeift der Sturm und keucht,
Dass der Baum sich niederbeugt!
Seht! Den Schirm erfasst der Wind,
Und der Robert fliegt geschwind

Durch die Luft so hoch, so weit;
Niemand hört ihn, wenn er schreit.
An die Wolken stößt er schon,
Und der Hut fliegt auch davon.

Schirm und Robert fliegen dort
Durch die Wolken immer fort.
Und der Hut fliegt weit voran,
Stößt zuletzt am Himmel an.

Wo der Wind sie hingetragen,
Ja, das weiß kein Mensch zu sagen.

Heinrich Hoffmann (1809-1894)

Herbst

Nebeliger Herbsttag

Eine trübe, kalt feuchte Wagenspur:
Das ist die herbstliche Natur.
Sie hat geleuchtet, geduftet, und trug
Ihre Früchte. Nun, ausgeglichen,
Hat sie vom Kämpfen und Wachsen genug.

Scheint's nicht, als wäre alles Betrug
Gewesen, was ihr entwichen?
Das Händesinken in den Schoß,
Das Zweifeln am eignen, an allem Groß,

Das Unbunte und Leise,
Das ist so schön, dass es wiederjung
Beginnen kann, wenn Erinnerung
Es nicht klein machte, sondern weise.

Ein Nebel blaut über das Blätterbraun,
Das zwischen den Bäumen den Boden bedeckt.
Wenn ihr euren Herbst entdeckt:
Dann seid darüber nicht traurig, ihr Frauen.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

Vollkommenheit

Der Winter ist die Sünd',
Die Buße Frühlingszeit,
Der Sommer Gnadenstand,
Der Herbst Vollkommenheit.

Angelus Silesius (1624-1677)

Im Herbst

Mutter mit Tochter an einem Herbsttag

Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Sie ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewußt bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen,
Wo Liebe scheu im Anbeginn,
Und leis verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.

Wilhelm Busch (1832-1908)

{BREAK}

Der Schnupfen

Nebel und Sonne an einem Herbsttag

Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse, 
auf dass er sich ein Opfer fasse
und stürzt alsbald mit grossem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!" 
und hat ihn drauf bis Montag früh.

Christian Morgenstern (1871-1914)


Der Herbst, der der Erde die Blätter wieder zuzählt, die sie dem Sommer geliehen hat.

Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799)

Frisch gewagt

Familie an einem Herbsttag

Es kamen mal zwei Knaben
An einen breiten Graben.
Der erste sprang hinüber,
Schlankweg je eh'r je lieber.

War das nicht keck?
Der zweite, fein besonnen,
Eh er das Werk begonnen,
Sprang in den Dreck.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Herbst

Buntes Herbstlaub

Nun lass den Sommer gehen, 
Lass Sturm und Winde wehen. 

Bleibt diese Rose mein,   
Wie könnt ich traurig sein? 

Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Herbsttag

Birkenwald an einem Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Anzeige

{BREAK}

Erlkönig

Nebliger Herbstwald

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind;
Er hat den Knaben wohl in dem Arm,
Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht?
Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht?
Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif?
Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif.

"Du liebes Kind, komm, geh mit mir!
Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir;
Manch’ bunte Blumen sind an dem Strand,
Meine Mutter hat manch gülden Gewand."

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht,
Was Erlenkönig mir leise verspricht?
Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind;
In dürren Blättern säuselt der Wind.

"Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn?
Meine Töchter sollen dich warten schön;
Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn
Und wiegen und tanzen und singen dich ein."

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort
Erlkönigs Töchter am düstern Ort?
Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau:
Es scheinen die alten Weiden so grau.

"Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt."
Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an!
Erlkönig hat mir ein Leids getan!

Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind,
Er hält in Armen das ächzende Kind,
Erreicht den Hof mit Mühe und Not;
In seinen Armen das Kind war tot.

Johann Wolfgang von Goethe ( 1749-1832)

Novembertag

Karger Herbstwald

Nebel hängt wie Rauch ums Haus,
drängt die Welt nach innen;
ohne Not geht niemand aus;
alles fällt in Sinnen.

Leiser wird die Hand,
der Mund, stiller die Gebärde.
Heimlich, wie auf Meeresgrund
träumen Mensch und Erde.

Christian Morgenstern (1871-1914)

Die Blätter fallen

Igel mit Apfel im Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke (1875-1926)

Baum im Herbst

Baum in den Jahreszeiten

Was habt ihr plumpen Tölpel mich gerüttelt,
als ich in seliger Blindheit stand!
Nie hat ein Schreck grausamer mich geschüttelt,
– mein Traum, mein goldner Traum entschwand.

Nashörner ihr mit Elephanten-Rüsseln,
macht man nicht höflich erst: Klopf! Klopf!
Vor Schrecken warf ich euch die Schüsseln
goldreifer Früchte – an den Kopf.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900)

Der Herbstwind

Sonniger Herbsttag

Der Herbstwind rüttelt die Bäume,
Die Nacht ist feucht und kalt;
Gehüllt im grauen Mantel,
Reite ich einsam im Wald

Und wie ich reite, so reiten
Mir die Gedanken voraus;
Sie tragen mich leicht und luftig
Nach meiner Liebsten Haus.

Die Hunde bellen, die Diener
Erscheinen mit Kerzengeflirr;
Die Wendeltreppe stürm ich
Hinauf mit Sporengeklirr.

Im leuchtenden Teppichgemache,
Da ist es so duftig und warm,
Da harret meiner die Holde,
Ich fliege in ihren Arm.

Es säuselt der Wind in den Blättern,
Es spricht der Eichenbaum:
Was willst du, törichter Reiter,
Mit deinem törichten Traum?

Heinrich Heine (1797-1856)

Für große und kleine Tierfreunde
Zum Vorzugspreis nur für kurze Zeit:

Jetzt Probe-Abo sichern!

Sicherlich wollen auch Sie nur das Beste für Ihr Kind: Pädagogisch wertvoller Lesespaß fördert spielerisch die Fähigkeiten Ihres Kindes. Überzeugen Sie sich selbst:
  • 3 Ausgaben „Tierfreund“ – das junge Wissensmagazin für Kinder von 8 bis 13 Jahre
  • Jeden Monat neu: Tolle Beiträge mit super Fotos von Tieren aus der ganzen Welt zum Lesen, Lernen und Entdecken
  • Im Probe-Abo für nur € 10,80
Jetzt bestellen – Ihre Kinder werden es lieben! JA, ich will testen!
Jetzt kostenlosen Zugang zu über 40 Download-Paketen sichern Mehr erfahren »

Zeichnen lernen für Kinder

Zeichnen lernen: Hübsches Seepferdchen

Mit unserer Anleitung zeichnen Sie ganz einfach ein hübsches Seepferdchen. Weitere tolle Zeichenvideos finden Sie auf unserem Schule-und-Familie YouTube-Kanal.

Alle Bastelvideos »
Cooles Video? Dann zeig es anderen...
Anzeige
Lesekompetenz & Wissen mit Spaß fördern