Präsentiert vom Sailer Verlag - Deutschlands großer Wissensverlag für Kinder
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Ostergedichte für Kinder

Gedichte für Kinder zu Ostern

Erinnern Sie sich an die Osterzeit Ihrer Kindheit? Der Frühling liegt in der Luft, Knospen sprießen, Eier werden ausgeblasen und bunt bemalt.

Damit Sie mit Ihrer Familie die Osterzeit ganz entspannt erleben können, haben die Redakteure von Schule und Familie die allerschönsten Ostergedichte, Sprüche und Zitate zusammengestellt. Unsere Verse können Sie gemeinsam lesen oder mit Ihrem Kind auswendig lernen und am Ostersonntag, nachdem die Kinder ihre Osternester gesucht haben, im Kreise der Familie vortragen.

Henne oder Ei?

Der Osterhase sitzt auf bunten Ostereiern.

Die Gelehrten und die Pfaffen
streiten sich mit viel Geschrei,
was hat Gott zuerst erschaffen
wohl die Henne, wohl das Ei!

Wäre das so schwer zu lösen
erstlich ward ein Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen
darum hat´s  der Has` gebracht!

Eduard Mörike (1804-1875)

Osterspaziergang

Viele bunte Ostereier

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Im Tale grünet Hoffnungsglück.
Der alte Winter in seiner Schwäche
zog sich in rauhe Berge zurück.

Von dorther sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes.
Überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farbe beleben.

Doch an Blumen fehlts im Revier.
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!

Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden.

Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus der Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluß in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.

Selbst von des Berges ferner Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel.
Hier ist des Volkes wahrer Himmel.

Zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)

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Der erste Ostertag

Blühender Strauch mit Ostereiern geschmückt.

Fünf Hasen, die saßen beisammen dicht.
Es macht ein jeder, ein traurig Gesicht.

Sie jammern und weinen.
Die Sonn' will nicht scheinen!

Bei so vielem Regen.
Wie kann man da legen den Kindern das Ei?
O weih, o weih!

Da sagte der König:
So schweigt doch ein wenig!

Lasst Weinen und Sorgen.
Wir legen sie morgen!

Heinrich Hoffmann (1809 - 1894)

Das Spiegelei

Zwei Spieleier bruzzeln in einer Pfanne.

Jetzt ist sie da: die Qual der Wahl!
Sicher ist nur: es bleibt oval.
Form ich eins aus grüner Knete?
Färb ich schnell mit roter Beete?
Bunte Muster auf der Schale?
Ist es besser, wenn ich male?
Ach, es ist doch einerlei,
Ich mach mir eh nur Spiegelei!

Ronald Rothenburger

Ostermorgen

Der Osterhase ruht sich neben einem Osternest aus.

Die Lerche stieg am Ostermorgen empor
ins klarste Luftgebiet
und schmettert` hoch im Blau verborgen
ein freudig Auferstehungslied.

Und wie sie schmetterte, da klangenes
tausend Stimmen nach im Feld:
Wach auf, das Alte ist vergangen,
wach auf, du froh verjüngte Welt!

Wacht auf und rauscht durchs Tal, ihr Bronnen,
und lobt den Herrn mit frohem Schall!
Wacht auf im Frühlingsglanz der Sonnen,
ihr grünen Halm und Läuber all!

Ihr Veilchen in den Waldesgründen,
ihr Primeln weiß, ihr Blüten rot,
ihr sollt es alle mit verkünden:
Die Lieb ist stärker als der Tod.

Wacht auf, ihr trägen Menschenherzen,
die ihr im Winterschlafe säumt,
in dumpfen Lüften, dumpfen Schmerzen
ein gottentfremdet Dasein träumt.

Die Kraft des Herrn weht durch die Lande
wie Jugendhauch, o laßt sie ein!
Zerreißt wie Simson eure Bande,
und wie die Adler sollt ihr sein.

Wacht auf, ihr Geister, deren Sehnen
gebrochen an den Gräbern steht,
ihr trüben Augen, die vor Tränen
ihr nicht des Frühlings Blüten seht,
ihr Grübler, die ihr fern verloren,
hier ist ein Wunder, nehmt es an!

Ihr sollt euch all des Heiles freuen,
das über euch ergossen ward!
Es ist ein inniges Erneuen,
im Bild des Frühlings offenbart.

Was dürr war, grünt im Wehn der Lüfte,
jung wird das Alte fern und nah.
Der Odem Gottes sprengt die Grüfte
wacht auf! Der Ostertag ist da.

Emanuel Geibel (1815-1884)

{BREAK}

Die Osterkuh

Mehrere Kühe stehen auf der Weide.

Ganz in der früh am Ostertag
Mach ich was ich im liebsten mag
Ich dreh mich drei mal noch im Bett
Dann steig ich übers Fensterbrett

Doch was seh' ich da am Gartenzaun
Ich kann kaum meinen Augen trauen
Da schmatzt vergnügt in aller Ruh
Eine dicke Osterkuh

Neben ihr mein Osternest
Zumindest noch ein kleiner Rest
Die Hälfte hat sie schon verspeist
Worauf mir die Geduld bald reisst

Da kommt der Bauer angelaufen
Außer Atem, kann kaum schnaufen
Er klagt, das sei halt schon ein Mist
Dass Agate am liebsten Eier frisst

Nächstes Jahr, lieber Osterhase, hör gut zu
Pass bloß auf mit der Osterkuh!

Philipp Hofmann

Fröhliche Ostern! 

Zwei süße Osterhasen kuscheln.

Da seht aufs Neue, dieses alte Wunder:
Der Osterhase kakelt wie ein Huhn
und fabriziert dort unter dem Holunder
ein Ei und noch ein Ei und hat zu tun.

Und auch der Mensch reckt frohbewegt die Glieder
er zählt die Kinderchens: eins, zwei und drei...
Ja, was errötet denn die Gattin wieder?

Ei, ei, ei
ei, ei
ei!

Der fleißige Kaufherr aber packt die Ware
ins pappne Ei zum besseren Konsum:
Ein seidnes Schupftuch; Nadeln für die Haare,
die Glitzerbrosche und das Riechparfum.

Das junge Volk, so Mädchen wie die Knaben,
sucht die voll Sinn versteckte Leckerei.
Man ruft beglückt, wenn sie´s gefunden haben:

Ei, ei, ei
ei, ei
ei!

Und Hans und Lene steckens in die Jacke,
das liebe Osterei - wen freut das nicht?
Glatt, wohlfeil, etwas süßlich im Geschmacke
und ohne jedes innre Gleichgewicht.

Die deutsche Politik...  Was soll ich sagen?
Bei uns zu Lande ist das einerlei
und kurz und gut: Verderbt euch nicht den Magen!
Vergnügtes Fest! Vergnügtes Osterei!

Kurt Tucholsky (1890-1935)

Die Regenbogenhand 

Über einer schönen Blumenwiese erstrahlt ein herrlicher Regenbogen.

Ja Lukas, was hast du gemacht
Spricht seine Mutter aufgebracht
Die eine Hand rot, orange, gelb, grün
Die andere tut blau-lila glühen

Ach Mama, du musst vor Schreck
nicht sterben
Das kommt doch nur...
... vom Eier-Färben!

Philipp Hofmann

Osterhas'

Mädchen rennen über eine Blumenwiese auf den Osterhasen zu.

Schaut, wer sitzt denn dort im Gras?
Das ist ja der Osterhas'!
Guckt mit seinem langen Ohr
aus dem grünen Nest hervor,
hüpft mit seinem schnellen Bein
über Stock und über Stein.

Kommt, ihr Kinder, kommt und schaut,
schon hat er das Nest gebaut!
Ei so fein von Gras und Heu
und so lind von Moos und Spreu.

Lasst uns schauen, was liegt im Nest
so rund und glatt und fest:

Eier, blau und grün und scheckig,
Eier, rot und gelb und fleckig!

Häslein in dem grünen Wald,
ich hab` dich lieb und dank dir halt,
Häslein mit den langen Ohr,
dank dir tausendmal davor!
Häslein mit dem schnellen Bein,
sollst recht schön bedanket sein!

Nächste Ostern bringt die Mutter
wieder dir ein gutes Futter,
dass du möchtest unsertwegen
wieder soviel Eier legen.

Friedrich Güll (1812-1879)

{BREAK}

Auf ein Ei geschrieben

Ein leckerer Kuchen ist einer Osterhasenform gebacken.

Ostern ist zwar schon vorbei,
Also dies kein Osterei.

Doch wer sagt, es sei kein Segen,
Wenn im Mai die Hasen legen?

Aus der Pfanne, aus dem Schmalz
Schmeckt ein Eilein jedenfalls.

Und kurzum, mich tät's gaudieren,
Dir dies Ei zu präsentieren.

Und zugleich tät es mich kitzeln,
Dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.

Die Sophisten und die Pfaffen
Stritten sich mit viel Geschrei:

Was hat Gott zuerst erschaffen,
Wohl die Henne? wohl das Ei?

Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward ein Ei erdacht:

Doch weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat's der Has gebracht.

Eduard Mörike (1804-1875)

Osterhäslein

Zwei Hasen sitzen in einer grünen Wiese.

Drunten an der Gartenmauer
hab` ich sehn das Häslein lauern.
Eins, zwei, drei: Legt´s ein Ei,
lang wird´s nimmer dauern.

Kinder lasst uns niederducken!
Seht ihr´s ängstlich um sich gucken?
Ei, da hüpft´s und da schlüpft´s
durch die Mauerlucken.

Und nun sucht in allen Ecken,
wo die schönsten Eier stecken,
rot und blau und grün und grau
und mit Marmorflecken.

Friedrich Güll (1812-1879)

Ostern am Meer 

Tulpen und bunte Eier an Ostern.

Es war daheim auf unserm Meeresdeich.
Ich ließ den Blick am Horizonte gleiten.
Zu mir herüber scholl verheißungsreich
mit vollem Klang das Osterglockenläuten.

Wie brennend Silber funkelte das Meer.
Die Inseln schwammen auf dem hohen Spiegel,
die Möwen schossen blendend hin und her,
eintauchend in die Flut die weißen Flügel.

In tiefer Erde bis zum Deichesrand
war sammetgrün die Wiese aufgegangen.
Der Frühling zog prophetisch über Land.
Die Lerchen jauchzten, und die Knospen sprangen.

Entfesselt ist die urgewaltge Kraft.
Die Erde quillt, die jungen Säfte tropfen.
Und alles treibt, und alles webt und schafft.
Des Lebens vollste Pulse hör ich klopfen.

Theodor Storm (1817-1888)

Osterjubel 

Bunt geschmückter Osterglockenstrauß.

Jetzt ist der Himmel aufgetan,
jetzt hat er wahres Licht!
Jetzt schauet Gott uns wieder an
mit gnädigem Gesicht.
Jetzt scheinet die Sonne
der ewigen Wonne!
Jetzt lachen die Felder,
jetzt jauchzen die Wälder,
jetzt ist man voller Fröhlichkeit.

Jetzt ist die Welt voll Herrlichkeit
und voller Ruhm und Preis.
etzt ist die wahre goldne Zeit
wie einst im Paradeis.
Drum lasset uns singen
mit Jauchzen und Klingen,
frohlocken und freuen;
Gott in der Höh sei Lob und Ehr.

Jesus, du Heiland aller Welt,
dir dank ich Tag und Nacht,
dass du dich hast zu uns gesellt
und diesen Jubel bracht.
Du hast uns befreiet,die Erde erneuet,
den Himmel gesenket,
dich selbst uns geschenket,
dir, Jesus, sei Ehre und Preis.

Angelus Silesius (1624-1677)

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Ostern 

Süßes Küken und bunte Ostereier.

Da ist nun unser Osterhase!
Er stellt das Schwänzchen in die Höh
und schnuppert hastig mit der Nase
und tanzt sich einen Pah de döh!

Dann geht er wichtig in die Hecken
und tut, was sonst nur Hennen tun:
Er möchte sein Produkt verstecken,
um sich dann etwas auszuruhn.

Das gute Tier! Ein dicker Lümmel
nahm ihm die ganze Eierei
und trug beim Glockenbammelbimmel
sie zu der Liebsten nahebei.

Da sind sie nun. Bunt angemalt
sagt jedes Ei: "Ein frohes Fest!"
Doch unter ihren dünnen Schalen
liegt, was sich so nicht sagen lässt.

Iss du das Ei! Und lass dich küssen
zu Ostern und das ganze Jahr...
Iss nun das Ei! Und du wirst wissen,
was drinnen in den Eiern war!

Kurt Tucholsky (1890-1935)

{BREAK}

Die Sonne geht im Osten auf

Osterhase, Osterküken und bunte Ostereier

Die Sonne geht im Osten auf,
der Osterhas` beginnt den Lauf.
Um seinen Korb voll Eier sitzen
drei Häslein, die die Ohren spitzen.

Der Osterhas` bringt just ein Ei
da fliegt ein Schmetterling herbei.
Dahinter strahlt das blaue Meer
mit Sandstrand vorne und umher.

Der Osterhas' ist eben fertig
das Kurtchen auch schon gegenwärtig!
Nesthäkchen findet - eins, zwei, drei,
ein rot' , ein blau' , ein lila Ei.

Ein Ei in jedem Blumenkelche!
Seht, seht, selbst hier,
selbst dort sind welche!

Ermüdet leicht im Morgenschein
schlief Kurtchen auf der Wiese ein.
Die Glocken läuten bim, bam, baum
und Kurtchen lächelt zart im Traum.

Di di didl dum dei,
wir tanzen mit unsern Hasen
umgefasst, zwei und zwei,
auf schönem, grünen Rasen.

Christian Morgenstern (1871-1914)

Das Osterei

Eine reihe bunter Ostereier in einer grünen Wiese

Hei, juchei! Kommt herbei!
Suchen wir das Osterei!
Immerfort, hier und dort
und an jedem Ort.

Hier ein Ei, dort ein Ei
bald sind`s zwei und drei!
Ist es noch so gut versteckt,
endlich wird es doch entdeckt.

Hier ein Ei! Dort ein Ei!
Bald sind es zwei und drei.

August Heinrich von Fallersleben (1798-1874)

Has, Has, Osterhas

Osterhase auf einer Wiese

Has, Has, Osterhas,
wir möchten nicht mehr warten.
Der Krokus und das Tausendschön,
Vergissmeinnicht und Tulpe stehn
schon lang in unserm Garten.

Has, Has, Osterhas,
mit deinen bunten Eiern!
Der Star lugt aus dem Kasten raus.
Blühkätzchen sitzen um sein Haus.
Wann kannst du Frühling feiern?

Has, Has, Osterhas,
ich wünsche mir das Beste:
ein großes Ei, ein kleines Ei,
dazu ein lustig Didldumdei.
Und alles in dem Neste.

Paula Dehmel (1862-1918)


Zu Weihnachten getanzt im Schnee, zu Ostern Frost im Zeh.

Wilhelm Busch (1832 – 1908)


Wer den „stillen Freitag“ und den Ostertag nicht hat, der hat keinen guten Tag im Jahr.

Martin Luther (1483 – 1546)


Das Herz hat auch seine Ostern, wo der Stein vom Grabe springt, den wir dem Staub nur weihten. Und was du ewig liebst, ist ewig dein.

Emanuel Geibel (1815 - 1884)

{BREAK}

Im Licht der Ostersonne bekommen die
Geheimnisse der Erde ein anderes Licht.

Friedrich von Bodelschwingh (1831 - 1910)

Halleluja!

Rosa Hyazinthe

Es ist Ostern.
Lasst uns mit Freunden einander umarmen.
Es ist Ostern, die Erlösung von Schmerz und Tod.
Es ist der Tag der Auferstehung.
Lasst uns, ihr Brüder,
Bruder sagen auch zu denen,
die uns hassen!
Verzeihen wir alles
um der Auferstehung willen!

Lateinisches Sprichwort

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Alban Eiler

Am 21. März wurde von den Kelten das Vogelfest »Alban Eiler« gefeiert. Dieses Fest markierte den Beginn des Frühlings. Traditionsgemäß ging das Volk von der Morgendämmerung bis zum Vormittag hinaus, um auf die Rückkehr der Zugvögel zu warten. Wenn dies erfolgreich war, wurde in der Gewissheit des angebrochenen Frühlings anschließend geschmaust und gefeiert. Die heutige Verbindung von Eiern und Küken mit dieser Zeit ist ein Überrest der druidischen Beziehung.

Unbekannt


Ostern

Weidenkätzchen

Ja, der Winter ging zur Neige,
holder Frühling kommt herbei,
Lieblich schwanken Birkenzweige,
und es glänzt das rote Ei.

Schimmernd wehn die Kirchenfahnen
bei der Glocken Feierklang,
und auf oft betretnen Bahnen
nimmt der Umzug seinen Gang.

Nach dem dumpfen Grabchorale
tönt das Auferstehungslied,
und empor im Himmelsstrahle
schwebt er, der am Kreuz verschied.

So zum schönsten der Symbole
wird das frohe Osterfest,
dass der Mensch sich Glauben hole,
wenn ihn Mut und Kraft verlässt.

Jedes Herz, das Leid getroffen,
fühlt von Anfang sich durchweht,
dass sein Sehnen und sein Hoffen
immer wieder aufersteht.

Ferdinand von Saar (1833 – 1906) 


Es ist das Osterfest alljährlich für den Hasen recht beschwerlich.

Wilhelm Busch (1832 - 1908)


Osterbotschaft 

Osterbotschaft - Auferstanden!
tönt's in allen Christenlanden,
weckt der Geister Hochgesang.

Tritt auch du aus deinen Falten
zu den höheren Gestalten,
Seele, Gott sei dein Gesang!

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Ostergedicht

Stoff-Osterhase und bunte Schokoladen-Ostereier

Wenn die Schokolade keimt,
wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
Glockenklingen sich auf Lenzesschwingen
endlich reimt,
und der Osterhase hinten auch schon presst,
dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, 
dann mit jenen Dichterlingen
und mit deren jugendlichen Bräuten
draußen schwelgen mit berauschten Händen
ach, das denk ich mir entsetzlich,
außerdem – unter Umständen –
ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingwärme
durch geheime Gänge und Gedärme
in die Zukunft zieht,
und wie dankbar wir für solchen Segen
sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
die so langgezogene Kugeln legen.

Joachim Ringelnatz (1883 - 1934)


Bei uns ist alle Tage Ostern, nur daß man einmal im Jahr Ostern feiert.

Martin Luther (1483-1546) 


Wer vom Ölberg kommt, hat den Tod überwunden.

Sprichwort

{BREAK}

Karfreitag

Dornenkrone und Nägel

Karfreitags Krone. Heldenkönig! Einsames Haupt.
Verstoßen. Erheben
Die feige Flucht verdammender Hände.
Ein suchender führender Quell.

Wenn ich erhöht sein werde, will ich alle zu mir ziehen.
Und die Welt, die schwere Welt, die leichtsinnschwere Welt,
Fast schon oben, reißt ab, eine Wunde reißt auf,
Der Seele, Wunde des Leibes, Wunde des Todes:

Vater verzeihe ihnen, sie wissen nicht, was sie tun.
Zum schmerzlichen Hohn der Dornenkrone
Fallen kühlende Tropfen fühlender Größe.
Dem bedeutenden, einsamen Menschen an seinem Tage nahe sei,

So ist stiller Freitag, so ist Ostern
Trauerhelles Opferglück.
Abschiednehmendes Wiedersehn.

Peter Hille (1854 – 1904)

Zur Osterzeit

Osterhase

Ist das ein Ostern! – Schnee und Eis
hielt noch die Erde fest umfangen;
frostschauernd sind am Weidenreis
die Palmenkätzchen aufgegangen.

Verstohlen durch den Wolkenflor
blitzt hie und da ein Sonnenfunken –
es war, als sei im Weihnachtstraum
die schlummermüde Welt versunken.

Es war, als sollten nimmermehr
ins blaue Meer die Segel gehen,
im Park ertönen Finkenschlag,
und Veilchenduft das Tal durchwehen.

Und dennoch, Seele, sei gewiss:
Wie eng sich auch die Fesseln schlingen,
es wird der Lenz, das Sonnenkind,
dem Schoß der Erde sich entringen.

Dann sinkt dahin wie Nebelflor
auch all dein Weh und deine Sorgen,
und veilchenäugig lacht dich an
ein goldner Auferstehungsmorgen!

Clara Müller-Jahnke (1860 - 1905)

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Wer an Ostern nach Eiern sucht, hat an Weihnachten die Bescherung.

Unbekannt


Frei von Tod und Banden

Frei von Tod und Banden
Vom Grabe ist der Herr erstanden
und grüßet, die da sein.

Und wir sind frei von Tod und Banden
und von der Sünde Moder rein.
Ich soll mich freun an diesem Tage.

Ich freue mich, mein Jesu Christ.
Und wenn im Aug‘ ich Tränen trage,
du weißt doch, dass es Freude ist.

Annette von Droste-Hülshoff (1797 – 1848)

Trauergesang von der Not Christi am Ölberg in dem Garten

Jesus am Kreuz

Bei stiller Nacht zur ersten Wacht
Ein Stimm gund zu klagen;
Ich nahm in acht, was die doch sagt,
Tat hin mit Augen schlagen.

Ein junges Blut, von Sitten gut,
Alleinig, ohn Gefahrten,
In großer Not, fast halber tot,
Im Garten lag auf Erden.

Es war der liebe Gottessohn,
Sein Haupt hat er in Armen,
Viel weiß und bleicher als der Mon,
Ein Stein es möcht erbarmen.

"Ach, Vater, liebster Vater mein,
Und muss den Kelch ich trinken?
Und mags dann ja nit anders sein?
Mein Seel nit lasse versinken!"

"Ach, liebes Kind, trink aus geschwind,
Dirs lasse in Treuen sagen.
Sei wohl gesinnt, bald überwind,
Den Handel musst du wagen."

"Ach, Vater mein, und kanns nit sein,
Und muss ichs je dann wagen,
Will trinken rein den Kelch allein,
Kann dirs ja nit versagen.

Doch Sinn und Mut erschrecken tut,
Soll ich mein Leben lassen.
O bitter Tod! mein Angst und Not
Ist über alle Maßen.

Maria zart, jungfräulich Art,
Sollst du mein Schmerzen wissen,
Mein Leiden hart zu dieser Fahrt,
Dein Herz wär schon gerissen.

Ach, Mutter mein, bin ja kein Stein,
Das Herz mir durft zerspringen;
Sehr große Pein muss nehmen ein,
Mit Tod und Marter ringen.

Ade, ade, zu guter Nacht,
Maria, Mutter milde!
Ist niemand, der denn mit mir wacht
In dieser Wüsten wilde?

Ein Kreuz mir vor den Augen schwebt,
O weh der Pein und Schmerzen!
Dran soll ich morgen wern erhebt,
Das greifet mir zu Herzen.

Viel Ruten, Geißel Skorpion,
In meinen Ohren sausen.
Auch kommt mir vor ein dörnern Kron
O Gott, wen sollt nit grausen?

Zu Gott hab ich gerufen zwar,
Aus tiefen Todesbanden;
Dennoch ich bleib verlassen gar,
Ist Hilf noch Trost vorhanden.

Der schöne Mon will untergohn,
Vor Leid nit mehr mag scheinen;
Die Sternen lan ihr Glitzen stahn,
Mit mir sie wollen weinen.

Kein Vogelsang noch Freudenklang
Man höret in den Lüften,
Die wilden Tier traurn auch mit mir
In Steinen und in Klüften.

Friedrich von Spee-Langenfeld (1591 – 1635)

{BREAK}

Golgatha

Fünf bemalte Ostereier

Nimm, Herr, mich mit auf deinem Todesgange,
Dass ich den letzten Segen noch empfange,
Den du im Dulden, Bluten und Erblassen
Der Welt gelassen.

Mit Zions Töchtern möcht ich um dich klagen,
Mit Simon dir den Marterbalken tragen
Und mit Johannes unter bittern Wehen
Am Kreuze stehen.

Die Füße, die mit nimmermüdem Schritte
So sanft gewandelt in des Volkes Mitte,
O lasse mich sie, eh' sie erstarren müssen,
Noch einmal küssen.

Die Hände, die nur wohlgetan auf Erden
Und zum Dank ans Holz geheftet werden,
O breite sie vom Kreuzesarm zum Segen
Mir noch entgegen!

Ihr Lippen, stets holdselig anzuhören,
So vielgetreu im Trösten, Mahnen, Lehren,
O gönnt mir noch, eh' ihr euch müsst entfärben,
Ein Wort im Sterben!

Doch stille, horch! Die Hammerschläge klingen,
die ihm durchs Fleisch und mir durchs Herze dringen,
Er aber fleht zu Gott mit Engelsmienen:
Vergib du ihnen!

Nun hängt er nackt inmitten der Verbrecher
Und neigt sich mild zum reuevollen Schächer
Und öffnet ihm mit hohem Gnadenworte
Des Himmels Pforte.

Die Mutter sieht er mit dem Schwert im Herzen,
Am Kreuze stehn in namenlosen Schmerzen,
Drum sorgt er, dass an Sohnesstatt ihr bliebe
Johannis Liebe.

Jetzt aber sieh! wie sich der Tag umnachtet;
Jetzt aber horch! wie seine Seele schmachtet:
Mein Gott, mein Gott, was hast du mich verlassen?
Wer kann es fassen?

Mich dürstet! klagt er, seine Glieder beben,
Die Zunge muss verdorrt am Gaumen kleben:
Lebendig Wasser strömt vom Lebensfürsten,
Und er muss dürsten.

Doch nur getrost, schon ist sein Kampf geendet,
Die Schrift erfüllt, des Vaters Werk vollendet,
Es ist vollbracht! - durch alle Himmelshallen
Soll's widerschallen.

Aus Wolkennacht schon dämmert neu die Sonne,
Das Todesweh geht aus in Himmelswonne,
Und sterbend spricht er: Vater, ich befehle
Dir meine Seele.

Es ist vollbracht! mein Heiland ist verschieden,
Sein müdes Haupt, es neigt sich nun im Frieden;
Die Erde bebt, des Abgrunds Felsen splittern,
Die Menschen zittern.

Das Volk verstummt und wendet sich zu gehen,
Doch Herr, deine Kreuz bleibt aufgerichtet stehen,
Ein Heilspanier der Welt für alle Zeiten
Und Ewigkeiten.

Mich aber lass an deinem Kreuz verweilen,
Dein schuldlos Blut soll meine Wunden heilen,
Dein bittrer Kampf soll mir den Frieden geben,
Dein Tod das Leben!

Karl Gerok (1815 – 1890)


Woher zu Ostern der Wind kommt gekrochen daher kommt er die nächsten sieben Wochen.

Bäuerliche Wetterregel


Ostern

Hühner auf der Stange

Ostern, Ostern, Frühlingswehen!
Ostern, Ostern, Auferstehen,
Aus der tiefen Grabesnacht!
Blumen sollen fröhlich blühen,

Herzen sollen heimlich glühen,
Denn der Heiland ist erwacht!
Trotz euch, höllische Gewalten!
Hättet ihn wohl gern behalten,

Der euch in den Abgrund zwang.
Möchtet ihr das Leben binden?
aus des Todes düstern Gründen
Dringt hinan sein ew'ger Gang.

Der im Grabe lang gebunden
Hat den Satan überwunden,
Und der lange Kerker bricht.
Frühling spielet auf der Erden,

Frühling soll's im Herzen werden,
Herrschen soll das ew'ge Licht.
Alle Schranken sind entriegelt,
Alle Hoffnung ist versiegelt,

Und beflügelt jedes Herz;
Und es klagt bei keiner Leiche
Nimmermehr der kalte, bleiche,
Gottverlass'ne Heidenschmerz.

Alle Gräber sind nun heilig,
Grabesträume schwinden eilig,
Seit im Grabe Jesus lag.
Jahre, Monden, Tage, Stunden,

Zeit und Raum, wie schnell verschwunden!
Und es scheint ein ew'ger Tag.

Max von Schenkendorf (1783 - 1817)

Erfüllt den Ostertag alle mit Jubel

Erfüllt den Ostertag alle mit Jubel:
Den Weg des Lebens
hat Christus uns aufgetan.
Meer, Länder, Sterne, frohlockt!
Himmlische Chöre, stimmt ein!
aller Geschöpfe Lobgesang
schwinge empor sich zu Gott.

Notker III. Labeo (950 - 1022)

Gestern

Gestern wurde ich
mit Christus gekreuzigt,
heute werde ich
mit ihm verherrlicht.
Gestern wurde ich
mit ihm begraben,
heute werde ich
mit ihm auferweckt.

Gregor von Nazianz (um 320 – um 390)

{BREAK}

Golgatha (Karfreitag)

Kreuz

Durch manche Länderstrecke trug ich den Wanderstab,
von mancher Felsenecke schaut ich ins Tal hinab;
doch über alle Berge, die ich auf Erden sah,
geht mir ein stiller Hügel, der Hügel Golgatha.

Er ragt nicht in die Wolken mit eisgekrönter Stirn,
er hebt nicht in die Lüfte die sonnige Alpenfirn,
doch so der Erd entnommen und so dem Himmel nah
bin ich noch nie gekommen, wie dort auf Golgatha.

Es trägt sein kahler Gipfel nicht Wälderkronen stolz,
nicht hohe Eichenwipfel, nicht köstlich Zedernholz;
doch, alle Königszedern, die einst der Hermon sah,
sie neigen ihre Kronen dem Kreuz von Golgatha.

Nicht gibt es dort zu schauen der Erde Herrlichkeit,
nicht grüngestreckte Augen, nicht Silberströme breit;
doch alle Pracht der Erde verging mir, als ich sah
das edle Angesichte am Kreuz auf Golgatha.

Kein Bächlein quillt kristallen dort aus bemoostem Stein,
nicht stolze Ströme wallen von jenen Höhn landein;
doch rinnt vom Stamm des Kreuzes in alle Lande da
ein Born des ew'gen Lebens das Blut von Golgatha.

Dort schlägt der stolze Heide stillbüßend an die Brust,
des Schächers Todesleide entblühet Himmelslust;
dort klingen Engelsharfen ein selig Gloria,
die Ewigkeiten singen ein Lied von Golgatha.

Dorthin, mein Erdenpilger, dort halte süße Rast;
dort wirf dem Sündentilger zu Füßen deine Last!
Dann geh und rühme selig, wie wohl dir dort geschah,
der Weg zum Paradiese geht über Golgatha.

Karl Gerok (1815 – 1890)

Osterlied

Geschmückter Osterbrunnen

Die Glocken läuten das Ostern ein
In allen Enden und Landen,
Und fromme Herzen jubeln darein:
Der Lenz ist wieder erstanden!

Es atmet der Wald, die Erde treibt
Und kleidet sich lachend in Moose,
Und aus den schönen Augen reibt
Den Schlaf sich erwachend die Rose.

Das schaffende Licht, es flammt und kreist
Und sprengt die fesselnde Hülle;
Und über den Wassern schwebt der Geist
Unendlicher Liebesfülle.

Adolf Böttger (1815 – 1870)


Andre haben andre Schwingen,

Aber wir, mein fröhlich Herz,
Wollen grad hinauf uns singen,
Aus dem Frühling himmelwärts!

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (1788 – 1857)

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Ostern

Ein gefüllter Osterkorb auf einer grünen Wiese

Die Ostersonne steigt empor,
tritt durch das goldne Morgentor
beim Klang der Osterglocken.
Die Erde prangt im Festtagskleid
in neu erwachter Herrlichkeit,
und alles ist Frohlocken.

Der Heiland lebt, er ist nicht tot,
er ging hervor beim Morgenrot
aus finstern Grabesbanden.
Die Engel Gottes tun es kund
der ganzen Welt mit frohem Mund:
„Der Herr ist auferstanden!“

Der Stein, so schwer, so fest und groß,
vermochte nicht, im Erdenschoss
den Herrn der Welt zu halten,
der Osterkönig ist nun frei,
die Siegel brach der Held entzwei,
trotz höllischer Gewalten.

Wir sehen nun mit Glaubenssinn,
das leere Grab und nichts darin
als himmlische Gesandten.
Wir gehen mit den frommen Frau'n,
den Lebensfürsten selbst zu schau'n,
Der wahrlich auferstanden.

Wir eilen ohne Rast und Ruh
dem holden Freund der Sünder zu,
und sinken ihm zu Füßen,
wie jene Jesusjünger dort,
so hören wir sein Friedenswort,
sein sel'ges Ostergrüßen.

Der Herr ist Sieger allezeit,
in Kreuz und Todesbitterkeit,
der starke Fürst des Lebens.
Wer ihm vertraut in aller Not,
ihm treu verbleibt bis an den Tod,
glaubt wahrlich nicht vergebens.

Zwar ist in diesem Jammertal
der Weg der Zionspilger schmal,
und eng die Himmelspforte.
Wir wissen wohl:
Durch Kreuz und Leid
führt unser Pfad zur Herrlichkeit,

nach Gottes heil'gem Worte.
Der Osterkönig geht voran
und zeigt uns selbst die rechte Bahn,
auch durch des Todes Türen.
Und ob es eine Weile währt,
so wird er uns doch – schön verklärt –

zur Himmelsfreude führen.
Oh Siegesfürst, du Osterheld,
dir bringt die ganze Sünderwelt
Anbetung, Preis und Ehre.
Dort in des Himmels Osterschein
klingt unser Halleluja rein,
im Chor der Himmelsheere.

Wilhelm Engelhardt (1857 - 1935)

Nicht doch!

Mädel, laß das Stricken - geh,
Thu den Strumpf bei Seite heute;
das ist was für alte Leute,
für die jungen blüht der Klee!
Laß, mein Kind;
komm, mein Schätzchen!
siehst du nicht, der Abendwind
schäkert mit den Weidenkätzchen…

Mädel liebes, sieh doch nicht
immer so bei Seite heute;
das ist was für alte Leute,
junge sehn sich ins Gesicht!
Komm, mein Kind,
sieh doch, Schätzchen:
über uns der Abendwind
schäkert mit den…

Siehst du Mädel, war's nicht nett
so an meiner Seite heute?
Das ist was für junge Leute,
alte gehn allein zu Bett!
Was denn, Kind?
weinen, Schätzchen?
Nicht doch – sieh, der Abendwind
schäkert mit den Weidenkätzchen…

Richard Fedor Leopold Dehmel (1863-1920)

Ewige Ostern

Als sie warfen Gott in Banden,
Als sie ihn ans Kreuz geschlagen,
Ist der Herr nach dreien Tagen
Auferstanden.

Felder dorren. Nebel feuchten.
Wie auch hart der Winter wüte:
Einst wird wieder Blüt' bei Blüte
Leuchten.

Ganz Europa brach in Trümmer,
Und an Deutschland frisst der Geier, –
Doch der Frigga heiliger Schleier
Weht noch immer.

Leben, Liebe, Lenz und Lieder:
Mit der Erde mag‘s vergehen.
Auf dem nächsten Sterne sehen
Wir uns wieder.

Klabund (1890 – 1928)

Ostern

Zwei Osterhasen hoppeln

Vom Münster Trauerglocken klingen,
Vom Tal ein Jauchzen schallt herauf.
Zur Ruh sie dort dem Toten singen,
Die Lerchen jubeln: wache auf!

Mit Erde sie ihn still bedecken,
Das Grün aus allen Gräbern bricht,
Die Ströme hell durchs Land sich strecken,
Der Wald ernst wie in Träumen spricht,

Und bei den Klängen, Jauchzen, Trauern,
So weit ins Land man schauen mag,
Es ist ein tiefes Frühlingsschauern
Als wie ein Auferstehungstag.

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (1788 – 1857)

{BREAK} 

Mancher will jung sein, und hat schon siebzigmal Ostereier gegessen.

Deutsches Sprichwort 


Osterpsalm

Hühner

Christ ist erstanden!
Schallt es in den Lüften,
Christ ist erstanden!
Hallt es in den Grüften,
Lauernde Feinde,
Zittert und bebt!

Trauernde Freunde,
Glaubet und lebt!
Engel bedeutens
Weinenden Frauen,
Jünger verbreitens
Rings in den Gauen,

Weit in den Landen
Tönt es mit Macht:
Christ ist erstanden,
Völker erwacht!
Christ ist erstanden,
Tod ist bezwungen,

Weil sich den Banden
Jesus entrungen;
Himmel ist offen,
Erde versöhnt,
Glauben und Hoffen
Selig gekrönt!

Karl Gerok (1815 – 1890)

Der Erlenstamm

Frühlingsblumen in einer Blechkanne

Am Wasser sprosste ein Erlenbaum,
An plätschernden Wellen, an spielendem Schaum.
Er wollte der Sommer noch manche blühn,
Am blumigen Anger, im Blättergrün.

Da kamen das Beil und die Säge heran
Und fassten ihn mächtig mit grimmigem Zahn,
Und warfen ihn seufzend auf zitternden Grund,
Dass klagend die Wurzel daneben stund.

Das Beil und die Säge, sie zogen davon,
Und nahmen in Bündeln die Äste zum Lohn;
Des Schmuckes entblößt an dem feuchtenden Damm,
So ließen sie liegen den armen Stamm.

So liegt er schon Jahre, so lang, ach so lang,
Dass Schimmel und Moos sich der Rinde entrang,
Dem Anger zur Plage, der Wiese zur Last,
Der Ziege im Wege, die's Ufer umgrast.

Mir war es, als säße ein Wandersmann,
Vom Wege müde am Stamme dran,
Mit weißen Haaren und welker Hand,
Mit feuchtem Auge nach oben gewandt.

Sie trugen ihm all seine Lieben hinaus,
Zur ewigen Heimat, ins himmlische Haus.
Sie ließen ihm all seinen Jammer stehn,
Um eigenen Weges vorüberzugehn.

Mir war es, als seufzt es am Stamme bang:
O Herr der Zeiten, wie lang, wie lang!
Mir war es, als käme vom Himmel ein Wort:
O, harre noch wenig, so trag ich dich fort.

Karl Theurer (1825-1882)

Allversöhnend und still 

Allversöhnend und still mit den armen Sterblichen ging er,
Dieser einzige Mann, göttlich im Geiste, dahin.
Keines der Lebenden war aus seiner Seele geschlossen,
Und das Leiden der Welt trug er an leidender Brust.
Mit dem Tod befreundet er sich, im Namen der andern
Ging er aus Schmerzen und Müh siegend zum Vater zurück.

Johann Christian Friedrich Hölderlin (1770 - 1843)

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