Präsentiert vom Sailer Verlag - Deutschlands großer Wissensverlag für Kinder
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Sankt Martins-Gedichte für Kinder

Gedichte für Kinder zum Martinstag

"St. Martin mit dem Schwerte teilt' den warmen Mantel unverweilt." So wird es bei zahlreichen Laternenumzügen mit selbst gebastelten Laternen gesungen.

Am 11. November gedenken wir dann Sankt Martin und seiner großzügigen Tat. Passend zu diesem Anlass haben die Redakteure von Schule und Familie die besten Gedichte zum Martinstags zusammengestellt.

Sankt Martin

Dekoration zum Martinstag

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind,
Sein Ross, das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut,
Sein Mantel deckt' ihn warm und gut.

Im Schnee saß , im Schnee saß,
Im Schnee, da saß ein alter Mann,
Hatt Kleider nicht, hatt` Lumpen an.
"O helft mir doch in meiner Not,
Sonst ist der bittre Frost mein Tod!"

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin zog die Zügel an,
Sein Ross stand still beim armen Mann.
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt'
Den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin, Sankt Martin,
Sankt Martin gab den halben still:
Der Bettler rasch ihm danken will
Sankt Martin aber ritt in Eil'
Hinweg mit seinem Mantelteil.

Volksgut

Einladung zur Martinsgans 

Martinsgänse

Wann der heilge Sankt Martin
Will der Bischof sehr entfliehn,
Sitzt er in dem Gänsestall
Niemand findt ihn überall,
Bis der Gänse groß Geschrey
Seine Sucher ruft herbey.

Nun dieweil das Gickgackslied
Diesen heilgen Mann verrieth,
Dafür thut am Martinstag
Man den Gänsen diese Plag,
Daß ein strenges Todesrecht
Gehn muß über ihr Geschlecht.

Drum wir billig halten auch
Diesen alten Martinsbrauch,
Laden fein zu diesem Fest
Unsre allerliebste Gäst
Auf die Martinsgänslein ein,
Bey Musik und kühlem Wein.

Achim von Arnim (1781-1831)

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Weihnachten kommt näher

Weihnachten kommt näher.
Die Gänse werden fetter.
Gebt einen Groschen
dem armen alten Bettler!
Habt ihr keinen Groschen
ein halber tuts zur Not
und wenn ihr keinen habt,
dann helf euch Gott!

Aus England

{BREAK}

Vom Pelzemärtel die ganze Geschicht'

Geschenke am Martinstag

Es wird schon finster um und um.
Der Pelzemärtel geht herum
und sucht nun auf die Kinder.

Da will ich sehen, wie's euch geht,
wenn er vor unsrer Türe steht
und schaut ins Eck so hinter!

Doch seid nicht bang und nicht besorgt! 
Ihr habt ja immer gern gehorcht, 
das soll euch nicht gereuen. 

Stellt euch nur um den Vater her; 
und brummt er wie ein alter Bär, 
er wird euch doch erfreuen.

Doch horch! Was schlurft denn vor dem Haus? 
Ich meine gar, jetzt ist er drauß'
und streift sich ab die Füße. 

Da hör ich so ein Knick und Knack, 
das ist gewis der weite Sack
voll großer welscher Nüsse.

Es schellt und gellt, das Haus geht auf. 
Er geht die Stiege schon herauf
mit seinen großen Socken. 

Das kollert
und bollert, 
das holpert
und stolpert, 
doch seid nur nicht erschrocken! 

Die Kinder schauen
voll Angst und Grauen
und wagen keinen Schnauf. 

Pelzmärtel trappt, 
die Klinke klappt, 
die Stubentür geht auf. 

Da steht er den im Zottelrock
mit einem ungeheuern Stock 

Und hat von fürchterlicher Art
gar einen langen, langen Bart; 

schleppt auch zwei Säcke mit sich her, 
den einen voll, den andern leer, 

der ist geschnallt in seinen Gurt.
Jetzt aber murmelt er und schnurrt:

"Weil in die Stuben
ich zu dir komm, 
sag, sind die Buben
auch brav und fromm?"
"Kann sie loben!"

"Sitzen sie am Schreibetisch
immer fleißig, immer frisch?
Sitzen sie in ihrer Schul'
oben auf dem ersten Stuhl?"

"Alle droben!"

"Führen die Mädchen
Nadel und Fädchen?
Stricken sie, 
flicken sie?

Sind sie zu der Arbeit flink
auf der Mutter ersten Wink? 

Hören sie in einem fort
auf des Vaters erstes Wort?"

"Sie hören gern und gehorchen
und machen uns wenig Sorgen!"

Plumps
da tut's einen Fall, 
plumps
da tut's einen Knall!
Offen ist der große Sack, 
und da geht es: Knack, knack, knack; 
und die Nüsse
kriegen Füße, 
rudeln
und hudeln
da hinaus
und dort hinaus
und wackeln die ganze Stube aus. 

Und die Kinder
springen hinter
und packen
und sacken
und haschen
und klauben
in Taschen
und Hauben. 

Das freut den Pelzemärtel sehr
und sagt: "Nun geb ich euch noch mehr."

Und wirft auch noch in jedes Eck
einen große, großen Märtelsweck, 

bestreut mit Zucker und Mohn, 
und spricht mit freundlichem Ton: 

"Fürchtet euch nicht
vor meinem Gesicht! 

Bin jedem Kind gut, 
das nichts böses tut. 

Gebt mir einen Patsch! 
Platsch, 
das freut mich heut, 
ihr kleinen Leut'.

Nun, Kinder, seid mir ja recht fromm! 
Dann bring ich, wenn ich wiederkomm, 

dass ihr euch verwundert, 
Nüsse, mehr als hundert, 

und einen Weck, so groß wie ich. 
Ade, ihr Kinder, denkt an mich!"

Nun rollt es
und trollt es
die Stiegen hinunter. 
Wollt einer erschrecken
und sich verschrecken, 
es wär kein Wunder.

Wer aber brav ist ohn' Unterlaß, 
dem ist das alles nur ein Spaß. 

Der fürchtet nicht den Zottelrock
und nicht den ungeheuren Stock. 

Der zappelt nicht
als wie ein Fisch

und krabbelt nicht
gleich unter den Tisch. 

Der kann sich auf den Märtel freuen, 
den alle bösen Kinder scheuen.

Friedrich Wilhelm Güll (1812-1879)

Der bescheidene Bettler hat einen leeren Sack.

Aus Ungarn

{BREAK}

Unbeliebtes Wunder

Schneemann

In Tours, zu Bischof Martins Zeit,
Gab's Krüppel viel und Bettelleut.
Darunter auch ein Ehepaar,
Was glücklich und zufrieden war.

Er, sonst gesund, war blind und stumm;
Sie sehend, aber lahm und krumm
An jedem Glied, bis auf die Zunge
Und eine unverletzte Lunge.

Das passte schön. Sie reitet ihn
Und, selbstverständlich, leitet ihn
Als ein geduldig Satteltier,
Sie obenauf, er unter ihr,

Ganz einfach mit geringer Müh,
Bloß durch die Worte Hott und Hü,
Bald so, bald so, vor allen Dingen
Dahin, wo grad die Leute gingen.

Fast jeder, der's noch nicht gesehn,
Bleibt unwillkürlich stille stehn,
Ruft: "Lieber Gott, was ist denn das?"
Greift in den Sack, gibt ihnen was

Und denkt noch lange gern und heiter
An dieses Ross und diesen Reiter.
So hätten denn gewiss die zwei
Durch fortgesetzte Bettelei,

Vereint in solcherlei Gestalt,
Auch ferner ihren Unterhalt,
Ja, ein Vermögen sich erworben,
Wär' Bischof Martin nicht gestorben.

Als dieser nun gestorben war,
Legt man ihn auf die Totenbahr
Und tät' ihn unter Weheklagen
Fein langsam nach dem Dome tragen

Zu seiner wohlverdienten Ruh.
Und sieh, ein Wunder trug sich zu.
Da, wo der Zug vorüberkam,
Wer irgend blind, wer irgend lahm,

Der fühlte sich sogleich genesen,
Als ob er niemals krank gewesen.
Oh, wie erschrak die lahme Frau!
Von weitem schon sah sie's genau,

Weil sie hoch oben, wie gewohnt,
Auf des Gemahles Rücken thront.
"Lauf", rief sie, "laufe schnell von hinnen,
Damit wir noch beizeit entrinnen."

Er läuft, er stößt an einen Stein,
Er fällt und bricht beinah ein Bein.
Die Prozession ist auch schon da.
Sie zieht vorbei. Der Blinde sah,

Die Lahme, ebenfalls kuriert,
Kann gehn, als wie mit Öl geschmiert,
Und beide sind wie neugeboren
Und kratzen sich verdutzt die Ohren.

Jetzt fragt es sich: Was aber nun?
Wer leben will, der muss was tun.
Denn wer kein Geld sein eigen nennt
Und hat zum Betteln kein Talent

Und hält zum Stehlen sich zu fein
Und mag auch nicht im Kloster sein,
Der ist fürwahr nicht zu beneiden.
Das überlegten sich die beiden.

Sie, sehr begabt, wird eine fesche
Gesuchte Plätterin der Wäsche.
Er, mehr beschränkt, nahm eine Axt
Und spaltet Klötze, dass es knackst,

Von morgens früh bis in die Nacht.
Das hat Sankt Martin gut gemacht.

Wilhelm Busch (1832 - 1908)

Kinderfest im Herbst

Großmutter mit Enkelkind beim Laternenumzug

Doch ehe der Herbst uns ganz verläßt,
So bringt er uns noch ein Kinderfest:
Sobald es Abend, zieh’n wir aus
Und wandern singend von Haus zu Haus,

Und bitten dem heiligen Martin zu Ehren
Uns kleinen Kindern was zu bescheeren.
Da reicht man uns Aepfel und Nüsse dar,
Zuweilen auch Honigkuchen sogar.

Wir sprechen unsern Dank dafür aus
Und wandern dann in ein anderes Haus.
Nun laßt uns heute singen auch
Wie’s ist am Martinstag der Brauch!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

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Wer die Laterne trägt, stolpert leichter, als wer ihr folgt.

Jean Paul (1763-1825)


Gänsecantate

Gänse

Was haben wir Gänse für Kleidung an?
Gi ga gack?
Wir gehen barfuß allezeit
In einem weißen Federkleid.
Gi ga gack!
Wir haben nur einen Frack.

Was trinken wir Gänse für einen Wein?
Gi ga gack!
Wir trinken nur den stärksten Wein,
Das ist der Gänsewein allein,
Gi ga gack!
Ist stärker als Rum und Rak.

Was haben wir Gänse für eine Kost?
Gi ga gack!
Des Sommers geh’n wir auf die Au
Des Winters speist die Bauersfrau
Gi ga gack!
Uns aus dem Hafersack.

Was reden wir Gänse für Sprachen doch?
Gi ga gack!
Wir könnten Professoren sein,
Wir reden Griechisch und Latein,
Gi ga gack!
Ist unser Schnick und Schnack.

Was machen wir Gänse am Martinstag?
Gi ga gack!
Man führt uns aus dem Stall hinaus
In einem fetten Martinsschmaus
Gi ga gack!
Und bricht uns das Genick.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Ich geh mit meiner Laterne

St. Martin und Kinder beim Laternenumzug

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne
und unten, da leuchten wir.
Der Hahn, der kräht, die Katz miaut.
Rabimmel, rabammel, rabum.
Der Hahn, der kräht, die Katz miaut.
Rabimmel, rabammel, rabum.

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne
und unten, da leuchten wir.
Der Martinsmann, der zieht voran.
Rabimmel, rabammel, rabum.
Der Martinsmann, der zieht voran.
Rabimmel, rabammel, rabum.

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne
und unten, da leuchten wir.
Laternenlicht, verlösch mir nicht!
Rabimmel, rabammel, rabum.
Laternenlicht, verlösch mir nicht!
Rabimmel, rabammel, rabum.

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne
und unten, da leuchten wir.
Ein Lichtermeer zu Martins Ehr!
Rabimmel, rabammel, rabum.
Ein Lichtermeer zu Martins Ehr!
Rabimmel, rabammel, rabum.

Ich geh mit meiner Laterne
und meine Laterne mit mir.
Dort oben leuchten die Sterne
und unten, da leuchten wir.
Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus.
Rabimmel, rabammel, rabum.
Mein Licht ist aus, ich geh nach Haus.
Rabimmel, rabammel, rabum.

Volksgut

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Gedichte für Kinder zum Martinstag

In unserer Vorlesegeschichte geht es um eine Schullaufführung am Martinstag. Wie Sie mit Ihrem Kind eine selbstgebastelte Laterne für den Laternenumzug basteln können, zeigen wir Ihnen hier.

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