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Schulstart 2009: Wacher Kopf = gute Noten
Feste Rituale helfen Kindern beim Einschlafen

 7.00 Uhr, der Wecker klingelt: Jetzt schon aufstehen?! War in den großen Ferien noch Ausschlafen angesagt, startet der Tag bei Schülern nun wieder zeitig. „Einige haben mit der Umstellung allerdings Probleme und kommen unausgeschlafen in den Unterricht“, sagt der Kinder- und Jugendarzt Dr. Gerhard Kroschke von der DAK. Wer jedoch müde im Klassenzimmer sitzt, hat häufig Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Das haben jüngst auch Wissenschaftler belegt: Eine finnische Studie zeigt, dass Kinder, die weniger als 7,7 Stunden schliefen, Probleme hatten, ruhig zu sitzen und zuzuhören. Sie brachten auch schlechtere Noten nach Hause. Neben der Last des frühen Aufstehens raubt auch Stress den Schülern ihren Schlaf: Jedes fünfte Schulkind leidet laut einer DAK-Studie in der Schule unter Leistungsdruck und findet nachts keine Ruhe. DAK-Experte Dr. Kroschke erklärt, woran Eltern Schlafprobleme erkennen und wie sie gegensteuern können.

Wie viel Schlaf braucht ein Kind?

Jedes Kind hat eine andere optimale Schlafdauer. Durchschnittlich brauchen Schüler zwischen sechs und zehn Jahren rund zehn Stunden Nachtruhe. Der Körper wächst noch, Abwehrkräfte müssen sich entwickeln. Gut ausgeruht sind die Kleinen dann aufnahmebereit. In Traum und Tiefschlaf haben sie sich unbewusst schon auf den Tag vorbereitet: So speichern sie beispielsweise in der ersten Tiefschlafphase neue Vokabeln ab, in den Traumphasen, die insgesamt etwa vier Stunden dauern, werden Bewegungsabläufe geprobt – damit Basteln und Fahrradfahren wie im Schlaf gelingen. Weil jede einzelne Schlafphase der zehnstündigen Auszeit wichtig ist, sollte spätestens gegen 21 Uhr Zapfenstreich im Kinderzimmer sein.
Und wenn es einmal später geworden ist, kann eine kleine Siesta am nächsten Tag helfen.

Schlafstörungen erkennen
Nicht immer müssen Eltern sofort alarmiert sein, wenn ihr Kind klagt: „Ich kann nicht schlafen!“ Ab und zu ist das normal. „Selbst wenn ein Kind mal durch Alpträume hochschreckt, ist das noch kein Grund zur Sorge“, sagt der DAK-Kinderarzt. Fünf Prozent aller Kinder werden einmal in der Woche von nächtlichen Angstfantasien geplagt, vor allem Jungen zwischen sechs und zehn Jahren. Andere wandeln im Schlaf, drei bis vier Prozent aller unter Zehnjährigen sogar häufig.

Ein richtiges Schlafproblem haben die Kinder erst dann, wenn sie länger als vier Wochen nachts keine Ruhe finden. Eltern merken das daran, dass die Kleinen tagsüber schlapp und unkonzentriert wirken, lustlos und leicht reizbar sind. Oder sie verhalten sich genau gegenteilig, sind also fahrig-aktiv und völlig überdreht. Um festzustellen, ob ein Kind unter Schlafmangel leidet, empfiehlt Dr. Gerhard Kroschke, ein Schlaftagebuch zu führen: Eltern tragen dort genau ein, wann ihr Kind ins Bett gegangen ist, ob und wie lange es nachts wach liegt und wie es sich tagsüber verhält.

Tipps für den gesunden Schlaf
Im Fernsehen Sponge Bob, am PC Pokémon, auf dem Handy die SMS von Freunden – aufregend ist so ein Tag voller Reize. Ständige Berieselung ist aber der häufigste Grund für anhaltende Schlafstörungen, zumal wenn Herumtollen und Sport auf der Strecke bleiben. Einfach ist das Schlummer-Rezept des DAK-Experten Dr. Kroschke: „Tagsüber Bewegung, am frühen Abend herunterfahren und kurz vor dem Schlafengehen Entspannung – ohne Fernsehen oder aufregende Spiele.“

Schlafrituale für süße Träume
Routine einüben: Ein fester äußerer Rahmen mit regelmäßigen Zubettgeh-Zeiten geben dem Kind inneren Halt.
Atmosphäre schaffen: Eine Gute-Nacht-Geschichte oder besänftigende Musik lassen den Tag ruhig ausklingen.
Zeit verbringen: Ein Gespräch über die Erlebnisse des Tages hilft dem Kind, alles zu verarbeiten.
Wärme spenden: Kräutertee oder warme Milch sind der ideale Schlummertrunk. Anschließend Zähne putzen nicht vergessen!
Beistand leisten: Ein Schmusetier und eine Umarmung geben dem Kind das Gefühl, beschützt zu sein.
Monster jagen: Hexen und Gespenster im Schrank zu suchen, beruhigt und vertreibt die Ängste.
Licht im Dunkeln: Ein kleines Nachtlicht oder eine Taschenlampe beruhigen.
Absolut tabu: Beruhigungsmittel. Besser: autogenes Training oder Fantasiereisen – die machen auch müde.

 
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