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Tipps für Eltern - Tipps für Schule und Erziehung: Montessori-Schule: Ja oder Nein?

Montessori-Schule: Ja oder Nein?

Privat oder öffentlich? Schule-und-Familie hilft bei der Schulwahl und nimmt das Prinzip Montessori-Schule unter die Lupe.

Wo wird mein Kind eingeschult? Die Antwort fällt mitunter nach Bundesland unterschiedlich aus: In Bayern gilt etwa das "Sprengel-Prinzip" gilt, das die Grundschule nach dem Wohnort oder dem Stadtteil bestimmt und keine Wahlmöglichkeit lässt. In Hamburg und Nordrhein-Westfalen haben Eltern (Stand 2018) dagegen die freie Wahl. 

Viele Eltern stellen sich noch eine weitere Frage: Soll mein Kind eine öffentliche oder eine private Schule besuchen? 

Immer mehr Erziehungsberechtigte glauben, dass Regelschulen dem Nachwuchs keinen geeigneten Start ins Berufsleben ermöglichen. Laut Bericht des Statistischen Bundesamts besuchte im Schuljahr 2016/17 jeder elfte Schüler (990.000) eine der insgesamt 5.836 Privatschulen in Deutschland. Ein Langzeit-Trend: Die Zahl der Privatschulen ist seit dem Schuljahr 1992/93 um 81 Prozent gestiegen. 

Warum entscheiden sich so viele für eine Privatschule? 

Die Motive sind unterschiedlich: Manche Eltern wünschen sich eine konfessionelle Schule, die Ihrem Kind religiöse und soziale Werte vermittelt.

Andere fühlen sich von alternativen pädagogischen Modellen angesprochen. Ihre Überzeugung: Reformschulen zeichnen sich durch ein ganzheitliches, oft auch anthroposophisches Konzept aus, bei dem es nicht nur um die starre Vermittlung des Lehrplans geht. Vielmehr sollen die Kinder und ihre ganz persönlichen Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen.

Diese Schulen wollen die individuellen Fähigkeiten sowie die Freude am Lernen fördern. Diese sagt vielen Eltern zu – ebenso wie die Aussicht, dass sich ihre Kinder bei Schulformen wie der der Waldorf- oder der Montessori-Schule nicht mit Noten und Leistungsdruck herumplagen müssen.

Die Montessori-Schule ist die beliebteste Reformschule

Alternative Bildungsansätze verfolgen unter anderem auch Waldorf-Schulen (laut Bund der Freien Waldorfschulen rund 240 Einrichtungen) und Jenaplan-Schulen (ca. 40 Einrichtungen). Deutschlandweit führen jedoch Montessori-Schulen. Dem Montessori Dachverband Deutschland zufolge gibt es etwa 400 Einrichtungen.

Das pädagogische Konzept der Gründerin Maria Montessori (1870-1952) räumt dem kindlichen Forschungs- und Entwicklungsdrang viel Platz ein und legt viel Wert auf  selbstbestimmtes Lernen. Ihr Konzept formulierte die Ärztin, Philosophin und Pädagogin in dem berühmten Leitsatz "Hilf mir, meine Arbeit selbst zu tun". 

Was steckt hinter der Montessori-Pädagogik? 

Das Erziehungsmodell geht von der Grundannahme aus, dass jedes Kind eigenen Lernrhythmus hat. Es durchläuft verschiedene Entwicklungsphasen, die laut Maria Montessori bestimmte Sensibilitäten bestimmt sind. Demnach bedeutet das: In bestimmten Phasen lernt das Kind spezifische Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben oder Rechnen besonders gut.

Die Lehrer gestalten ihren Unterricht nach diesen Phasen. Sie sollen die Schüler in ihrer Entwicklung beobachten und sie optimal begleiten und nur als Ratgeber bei Problemen und Fragen zur Seite zu stehen.

Das Montessori-Modell: Lernen mit allen Sinnen

Montessori-Schulen verzichten auf Frontalunterricht. Für Montessori-Schüler besteht der Unterricht zum Großteil aus sogenannter Freiarbeit. Rechnen, Schreiben, Geschichte oder Erdkunde – die Schüler können sich in dieser Zeit den Lernstoff selbstständig aussuchen.

Das Arbeitsmaterial spricht auch Sinne wie Sehen, Fühlen, Hören, Riechen und Schmecken an. Die Schüler sollen das Erlernte ganzheitlich erfahren und den Stoff so besser verinnerlichen..

Warum verzichtet Montessori auf Noten?

Da die kindlichen Entwicklungsphasen laut Montessori individuell verschieden sind, gibt es in den Schulen jahrgangsgemischte Klassen. Die Kleinen sollen von den Großen lernen.

Um den Druck zu mindern, eine bestimmte Leistung innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu erbringen, gibt es in Montessori-Schulen weder Noten noch Hausaufgaben

Stattdessen führen die Lehrer halbjährliche Einschätzungsgespräche mit den Schülern, die über den aktuellen Entwicklungsstand informieren.

Für Eltern und Schüler bekommen zusätzlich einen Bericht zum individuellen Entwicklungs- und Lernprozess, kurz IzEL-Bogen.

Wie sieht der Abschluss auf Montessori-Schulen aus?

Am Ende der neunten Klasse steht für alle Schüler u.a. mit der „Großen Praktischen Arbeit“ der Montessori-Abschluss ab. Darüber hinaus sind, abhängig von den einzelnen Einrichtungen, vom Hauptschulabschluss bis hin zum Abitur auch alle anderen Abschlüsse möglich.

Die Prüfungen müssen meistens an einer staatlichen Schule abgelegt werden.

Wie klappt der Übertritt an eine Regelschule?

Schüler von Montessori-Schulen haben nicht automatisch Probleme, wenn sie an eine staatliche Schule wechseln oder eine weiterführende Schule besuchen – laut Focus.de schaffen 35 Prozent der bayerischen Schüler den Übertritt aufs Gymnasium und liegen damit im landesweiten Durchschnitt.

Die weiterführende Schule verlangt von ehemaligen Montessori-Schülern jedoch unter Umständen an Probeunterricht oder einem Eignungstest mitzumachen. Viele Aspekte des Montessori-Konzepts wurden allerdings auch schon von Regelschulen übernommen. 

Ist das Montessori–Konzept für jedes Kind geeignet?

Der Besuch der Montessori-Schule hat viele Vorteile: Ihr Kind kann nach individuellem Rhythmus lernen und macht seine eigenen Erfahrungen. Trotz der freien Stuktur gibt es auch in dieser Reformschule Regeln, an die sich Ihr Kind halten muss. Zentrale Lernthemen nach Montessori sind nicht zuletzt  soziales Verhalten, Achtung, Respekt und Verantwortlichkeit anderen gegenüber. Die Lehrer fördern insbesondere die Selbstständigkeit der Schüler.

Dennoch sollten Sie sich sehr gut informieren, bevor Sie ihr Kind auf einer Montessori-Schule anmelden. Das pädagogische Konzept sollten Ihren eigenen Werten entsprechen und von ihnen mitgetragen werden. Schließlich wird an Montessori-Schulen überdurchschnittlich großes Eltern-Engagement erwartet. Außerdem fallen für den Schulbesuch Gebühren an. 

Bedenken Sie auch: Manche Kinder brauchen vielleicht noch mehr Strukturen. Sie sind vielleicht motivierter, wenn sie für Hausaufgaben und Leistungstest direktes Feedback in Form von Noten erhalten.

Regelschulen sind besser als ihr Ruf!

Gerade wegen der Konkurrenz von Ersatz-Schulen tun viele staatliche Lehranstalten mittlerweile alles dafür, um ihr staubiges Image abzulegen. Statt auf üblichen Frontalunterricht setzen auch sie längst auf Methodenvielfalt und praxisorientiertes Lernen. Schüler haben mehr Eigenverantwortung und Freiheit. Auch das soziale Miteinander steht mehr im Mittelpunkt.

Der Vorteil von (kostenlosen) Regelschulen ist oft auch, dass sie in der Nähe des Wohnortes liegen. Ihr Kind hat so auch in der Freizeit Kontakt zu Klassenkameraden.

Das vielleicht gewichtigste Argument  liefert eine aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ihr zufolge erzielen Schüler an Privatschulen keine besseren Leistungen als KInder, die eine öffentliche Schule besuchen.

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