Präsentiert vom Sailer Verlag - Deutschlands großer Wissensverlag für Kinder
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Halloween-Gedichte für Kinder

Gedichte zu Halloween

Wenn die Uhr zwölf schlägt, kommen nicht nur die Geister... auch Vampire, Hexen und Monster lassen den einen oder anderen vor Grusel erschaudern. Anstatt "Süßes, sonst gibt’s Saures" können Sie Ihre Kinder dieses Jahr mit einem Gedicht von Haus zu Haus schicken:

Die Redakteure von Schule und Familie haben für Sie die besten Gedichte zu Halloween zusammengestellt.

Halloween

Gruselig verkleidete Kinder an Halloween

Keiner soll es mir verwehren,
Spukgeschichten, Geisterstunden
Schauderfreudig anzuhören,
Wie als Kind in Dämmerstunden.

Ja, daß Geister wiederkehren
Und rumoren und erscheinen,
Möcht' ich selbst beinah beschwören,
Denn ich habe selber einen.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Gespenst

Unwetter im Herbst

Es gibt ein Gespenst, 
das frisst Taschentücher;
Es begleitet dich
auf deiner Reise, 
es frisst dir aus dem Koffer, 
aus dem Bett,
aus dem Nachttisch, 
wie ein Vogel
aus der Hand, 
vieles weg, 
nicht alles, nicht auf ein Mal. 
Mit achtzehn Tüchern, 
stolzer Segler, 
fuhrst du hinaus 
aufs Meer der Fremde,
mit acht bis sieben
kehrst du zurück, 
ein Gram der Hausfrau.

Christian Morgenstern (1871-1914)

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Die Geister am Mummelsee

Vom Berge was kommt dort um Mittemacht spät 
Mit Fackeln so prächtig herunter? 
Ob das wohl zum Tanze, zum Feste noch geht? 
Mir klingen die Lieder so munter. 
O nein! 
So sage, was mag es wohl sein?

Sie schweben herunter ins Mummelseetal
Sie haben den See schon betreten
Sie rühren und netzen den Fuß nicht einmal
Sie schwirren in leisen Gebeten
O schau, 
Am Sarge die glänzende Frau!

Jetzt öffnet der See das grünspiegelnde Tor; 
Gib acht, nun tauchen sie nieder! 
Es schwankt eine lebende Treppe hervor, 
Und drunten schon summen die Lieder. 
Hörst du? 
Sie singen ihn unten zur Ruh.

Das, was du da siehest, ist Totengeleit, 
Und was du da hörest, sind Klagen. 
Dem König, dem Zauberer, gilt es zuleid, 
Sie bringen ihn wieder getragen. 
O weh! 
So sind es die Geister vom See!

Die Wasser , wie lieblich sie brennen und glühn! 
Sie spielen in grünendem Feuer; 
Es geisten die Nebel am Ufer dahin, 
Zum Meere verzieht sich der Weiher
Nur still! 
Ob dort sich nichts rühren will?

Es zuckt in der Mitten, o Himmel! Ach hilf! 
Nun kommen sie wieder, sie kommen! 
Es orgelt im Rohr und es klirret im Schilf; 
Nur hurtig, die Flucht nur genommen! 
Davon! 
Sie wittern, sie haschen mich schon!

Eduard Mörike (1804-1875) 

Ein wunderlich gesprech von fünff unhulden

Gruseliger Totenkopf in den Flammen

Eins nachts zog ich im Niderland
(Die weg mir waren unbekand)
Durch einen dicken, wilden waldt.
Zu einer wegscheyd kam ich bald.

Erst west ich nicht, wo ein noch auß.
Ich setzt mich undter einen strauß,
Zu bleiben an den morgen fru.
Do giengen mir die augen zu

Sichtlich sach ich in qualmes traum
Fünff weibsbild undter einem baum,
Alt, geruntzelt und ungeheuer.
Redten gar seltzam abentheuer.

 Die erste zauberin.

Die erst sprach: Hört ir lieben gspiln,
Wir theten her einander zieln,
Iede ir kunst frey zu bewern
Und eine von der andern lern.
So wist, das ich mit meiner kunst

Bezwingen kann der mender gunst!
Mit zauberlisten ich in thu.
Das sie haben on mich kein rhu.
Das mannsglied ich eym nehmen kan.
Das er sunst nindert ist kein man.

Die ander hex.

Die ander sprach: Du kanst nicht viel.
Mein kunst ich auch erzelen will.
Ich kan undter das gschwell eym graben,
Das es darnach das gschoß muß haben.
Die gschoß kan ich segnen und heylen

Und melcken milch aus der thorsewlen,
Die nattern bannen, den wurm segnen,
Und wo ewschrierne kinder legen,
Kan ich machen wieder gesund,
Mein kunst im gantzen Land ist kundt.

Die dritt teuffelsbannerin.

Die dritt sprach:
Mein kunst solt ir hörn.
So kan den teuffel ich beschwörn
Mit meiner kunst in einem kreiß,
das er verborgen schetz mir weiß.

Die kan ich graben, wenn ich will.
Inn der christall und der parill
Kan ich auch sehen viel geschicht.
Den leuthen kan ich auch warsagen,
Wo man in etwas hat endtragen.

Die vierdt wettermacherin.

Die vierdt sprach: Ir seit seicht gelehrt.
Mein kunst mir allein ist beschert.
Den teuffel ich genommen han.
Ich bin sein fraw und er mein man.
Derslbig hilfft mir wetter machen,

Das sein die wuchrer mügen lachen,
Wann ichs trayd inn die erden schmitz
Mit hagel, schauer, donner, plitz.
Mit gspenst mach ich ein raysing zeug,
Damit ich die einfelting treug.

Die fünfft unhuld.

Die fünfft sprach: Mein kunst ob euch ölln,
Kan mich inn ein katzen verstelln,
Auch kan ich faren auff dem bock,
Far uber stauden, stein und stock,
Wo hin ich will, durch berg und thäler.

Auß der kuchen und dem weinkeller
So hol ich gut flaschen mit wein,
Würst, hüner, gense, wo die sein.
Damit erfreu ich meine gest.
Mein kunst ist noch die allerbest.

Der beschluß

Inn dem ein ein vogel auff eym ast
Wurd flattern gar laautraysig fast.
Da erwacht ich in dieser sag.
Da war es heller, liechter tag.
Da kund ich gar wol mercken bey,

Es wer ein traum und fantasey,
Geleich als wol als mit den weyben,
Die solche schwartze kunst sind treyben.
Ist doch lauter betrug unnd lügen.
Zu lieb sie nyemand zwingen mügen.

Wer sich die lieb lest ubergan,
Der selb hat im es selb gethan,
Das er laufft wie ain halber narr.
Nimpt man ires eingrabens war,
So ist es fantasey allwegen.

So sind erlogen all ir segen.
Der teuffel lest ein weib sich zwingen,
So ferr ers inn unglaub müg bringen.
Auch wo man schetz waiß unverhol,
Die grebt man on den teuffel wol.

So ist der christallen gesicht
Lauter gespenst, teuffels gedicht.
Ir warsagen ist warheyt-lär,
Das zutrifft etwan ungefär.
Das wettermachen sie bethort.

Schlüg sonst gleich wol auch an das ort.
Des teuffels eh und reutterey
Ist nur gespenst und fantasey.
Das bockfaren kumpt auß mißglauben.
Der teuffel thuts mit gspenst betauben,

Das sie ligt schlaffen in eym qualm.
Maint doch sie far umb allenthalbm
Und treyb diesen und jhenen handel
Und in ein katzen sich verwandel.

Diß als ist haidnisch und ein spot
Bey den, die nicht glauben in Gott.
So du im glauben Gott erkenst,
So kan dir schaden kein gespenst.

Hans Sachs (1494-1576)

Das Gespenst

Süßigkeiten zu Halloween

Ein Hauswirt, wie man mir erzählt,
Ward lange Zeit durch ein Gespenst gequält.
Er ließ, des Geists sich zu erwehren,
Sich heimlich das Verbannen lehren;

Doch kraftlos blieb der Zauberspruch.
Der Geist entsetzte sich vor keinen Charakteren,
Und gab, in einem weißen Tuch,
Ihm alle Nächte den Besuch. 

Ein Dichter zog in dieses Haus.
Der Wirt, der bei der Nacht nicht gern allein gewesen,
Bat sich des Dichters Zuspruch aus,
Und ließ sich seine Verse lesen.

Der Dichter las ein frostig Trauerspiel,
Das, wo nicht seinem Wirt, doch ihm sehr wohl gefiel. 
Der Geist, den nur der Wirt, doch nicht der Dichter sah,
Erschien, und hörte zu; es fing ihn an zu schauern;

Er konnt es länger nicht, als einen Auftritt, dauern:
Denn, eh der andre kam, so war er nicht mehr da.
Der Wirt, von Hoffnung eingenommen,
Ließ gleich die andre Nacht den Dichter wiederkommen.

Der Dichter las, der Geist erschien;
Doch ohne lange zu verziehn.
Gut! sprach der Wirt bei sich, dich will ich bald verjagen;
Kannst du die Verse nicht vertragen? 

Die dritte Nacht blieb unser Wirt allein.
Sobald es zwölfe schlug, ließ das Gespenst sich blicken.
Johann! fing drauf der Wirt gewaltig an zu schrein,
Der Dichter (lauft geschwind!) soll von der Güte sein,

Und mir sein Trauerspiel auf eine Stunde schicken.
Der Geist erschrak, und winkte mit der Hand,
Der Diener sollte ja nicht gehen.
Und kurz, der weiße Geist verschwand,
Und ließ sich niemals wieder sehen. 

Ein jeder, der dies Wunder liest,
Zieh sich daraus die gute Lehre,
Daß kein Gedicht so elend ist,
Daß nicht zu etwas nützlich wäre.

Und wenn sich ein Gespenst vor schlechten Versen scheut!
So kann uns dies zum großen Troste dienen.
Gesetzt, daß sie zu unsrer Zeit
Auch legionenweis erschienen:

So wird, um sich von allen zu befrein,
An Versen doch kein Mangel sein.

Christian Fürchtegott Gellert (1715-1769)

{BREAK}

Maria Antoinette 

Halloween-Kürbis mit Hexenhut

Wie heiter im Tuilerienschloß
Blinken die Spiegelfenster,
Und dennoch dort am hellen Tag
Gehn um die alten Gespenster.

Es spukt im Pavillon de Flor'
Maria Antoinette;
Sie hält dort morgens ihr Lever
Mit strenger Etikette.

Geputzte Hofdamen. Die meisten stehn,
Auf Taburetts andre sitzen;
Die Kleider von Atlas und Goldbrokat,
Behängt mit Juwelen und Spitzen.

Die Taille ist schmal, der Reifrock bauscht,
Darunter lauschen die netten
Hochhackigen Füßchen so klug hervor
Ach, wenn sie nur Köpfe hätten!

Sie haben alle keinen Kopf,
Der Königin selbst manquieret
Der Kopf, und Ihro Majestät
Ist deshalb nicht frisieret.

Ja, sie, die mit turmhohem Toupet
So stolz sich konnte gebaren,
Die Tochter Maria Theresias,
Die Enkelin deutscher Cäsaren,

Sie muß jetzt spuken ohne Frisur
Und ohne Kopf, im Kreise
Von unfrisierten Edelfraun,
Die kopflos gleicherweise.

Das sind die Folgen der Revolution
Und ihrer fatalen Doktrine;
An allem ist schuld Jean Jacques Rousseau,
Voltaire und die Guillotine.

Doch sonderbar! es dünkt mich schier,
Als hätten die armen Geschöpfe
Gar nicht bemerkt, wie tot sie sind
Und daß sie verloren die Köpfe.

Ein leeres Gespreize, ganz wie sonst,
Ein abgeschmacktes Scherwenzen
Possierlich sind und schauderhaft
Die kopflosen Reverenzen.

Es knickst die erste Dame d'atour 
Und bringt ein Hemd von Linnen;
Die zweite reicht es der Königin,
Und beide knicksen von hinnen.

Die dritte Dam' und die vierte Dam'
Knicksen und niederknien
Vor Ihrer Majestät, um Ihr
Die Strümpfe anzuziehen.

Ein Ehrenfräulein kommt und knickst
Und bringt das Morgenjäckchen;
Ein andres Fräulein knickst und bringt
Der Königin Unterröckchen.

Die Oberhofmeisterin steht dabei,
Sie fächert die Brust, die weiße,
Und in Ermanglung eines Kopfs
Lächelt sie mit dem Steiße.

Wohl durch die verhängten Fenster wirft
Die Sonne neugierige Blicke,
Doch wie sie gewahrt den alten Spuk,
Prallt sie erschrocken zurücke.

Heinrich Heine (1797-1856)

Incubus

Dunkle Vollmondnacht

Fragst du mich, wie er heißt,
Jener finstere Geist,
Der meine Brust hat zum Reich,
Davon ich so düster und bleich?

Unfried ist er genennt,
Weil er den Frieden nicht kennt,
Weil er den Frieden nicht gönnt
Jemals der Brust, wo er brennt.

Der hat im Busen sein Reich,
Der macht mich düster und bleich,
Der läßt mir nimmermehr Rast,
Seit er mich einmal gefaßt.

Schau ich zum Himmel empor,
Lagert er brütend sich vor,
Zeiget mir Wolken zur Hand,
Wolken – und keinen Bestand.

Alles der Menschen Gewühl
Nennt er Getrieb ohne Ziel;
Ob ichs auch anders gewußt,
Schweigt er das Haupt durch die Brust.

Flücht ich zu ihr, die mein Glück,
Tadellos jeglichem Blick;
Er findet Tadel mir auf,
Wärs aus der Hölle herauf;

Und auf den Punkt, den er meint,
Hält er die Lichter vereint,
Daß es dem Aug nicht entging,
Wenn es auch Blindheit umfing:

Lacht sie – so nennt er sie leicht;
Weint sie – von Schuld wohl erweicht!
Spricht sie – in heuchelndem Mut,
Schweigt sie – voll anderer Glut.

Und wenns mir einmal gelang,
Durchzubrechen den Drang,
Frei, mit des Geistes Gewalt,
Durch, bis zu Licht und Gestalt:

Unter der Hand es sich bildet und hebt,
Lebendiges Leben das Tote belebt,
Und es nun dasteht, ein atmendes Bild,
Vom Geiste des All und des Bildners erfüllt;

Da stiehlt er hinein sich mit listgem Bemerk
Und grinset mich an aus dem eigenen Werk:
"Bins, Meister, nur ich, dem die Wohnung du wölbst,
Sieh, nichtig dein Werklein und nichtig du selbst!"

Und schaudernd seh ichs, entsetzenbetört,
Wie mein eigenes Selbst gen mich sich empört,
Verwünsche mein Werk und mich selber ins Grab;
Dann folgt er auch dahin wohl quälend hinab?

Franz Grillparzer (1791-1872)

Es spukt

Abends, wenn die Heimchen singen,
Wenn die Lampe düster schwelt,
Hör ich gern von Spukedingen,
Was die Tante mir erzählt.

Wie es klopfte in den Wänden,
Wie der alte Schrank geknackt,
Wie es einst mit kalten Händen
Mutter Urschel angepackt,

Wie man oft ein leises Jammern
Grad um Mitternacht gehört
Oben in den Bodenkammern,
Scheint mir höchst bemerkenswert.

Doch erzählt sie gar das Märchen
Von dem Geiste ohne Kopf,
Dann erhebt sich jedes Härchen
Schaudervoll in meinem Schopf.

Und ich kann es nicht verneinen,
Daß es böse Geister gibt;
Denn ich habe selber einen,
Der schon manchen Streich verübt.

Wilhelm Busch (1832-1908)

Der Zwölf-Elf

Krähen in einer Vollmondnacht

Der Zwölf-Elf hebt die linke Hand:
Da schlägt es Mitternacht im Land.

Es lauscht der Teich mit offnem Mund
Ganz leise heult der Schluchtenhund.

Die Dommel reckt sich auf im Rohr
Der Moosfrosch lugt aus seinem Moor.

Der Schneck horcht auf in seinem Haus
Desglelchen die Kartoffelmaus.

Das Irrlicht selbst macht Halt und Rast
auf einem windgebrochnen Ast

Sophie, die Maid, hat ein Gesicht:
Das Mondschaf geht zum Hochgericht.

Die Galgenbrüder wehn im Wind.
Im fernen Dorfe schreit ein Kind.

Zwei Maulwürf küssen sich zur Stund
als Neuvermählte auf den Mund.

Hingegen tief im finstern Wald
ein Nachtmahr seine Fäuste ballt:

Dieweil ein später Wanderstrumpf
sich nicht verlief in Teich und Sumpf.

Der Rabe Ralf ruft schaurig:
"Kra!Das End ist da! Das End ist da!"

Der Zwölf-Elf senkt die linke Hand:
Und wieder schläft das ganze Land.

Christian Morgenstern (1871-1914)

Die Krähe

Krähe bei Vollmond

Die Krähe lacht. Die Krähe weiß,
Was hinter Vogelscheuchen steckt,
Und dass sie nicht wie Huhn mit Reis
Und Curry schmeckt.

Die Krähe schnupft. Die Krähe bleibt
Nicht gern in einer Nähe.
Dank ihrer Magensäure schreibt
Sie Runen. Jede Krähe.

Sie torkelt scheue Ironie,
Flieht souverän beschaulich.
Und wenn sie mich sieht, zwinkert sie
Mir zu, doch nie vertraulich.

Joachim Ringelnatz (1883-1934)

{BREAK}

Die Elster

Elster

Ein Bach mit Namen Elster rinnt
durch Nacht und Nebel und besinnt
inmitten dieser stillen Handlung
sich seiner einstigen Verwandlung,
die ihm vor mehr als tausend Jahren
von einem Magier widerfahren.

Und wie so Nacht und Nebel weben,
erwacht in ihm das alte Leben,
er fährt in eine in der Nähe
zufällig eingeschlafene Krähe
und fliegt, dieweil sein Bett verdorrt,
wie dermaleinst als Vogel fort.

Christian Morgenstern (1871-1914)


Besser die Gurke, die man hat, als die Aussicht auf einen Kürbis.

Jüdisches Sprichwort


Der Glaube, Senfkorn groß, versetzt den Berg ins Meer: denkt, was er könnte tun, wenn er ein Kürbis wär.

Angelus Silesius (1624-1677)


Der Teufel hat Gewalt, sich zu verkleiden, in lockende Gestalt…

William Shakespeare (1564-1616)


Ein heutiges Kind lacht den Vater aus, der ihm von Drachen erzählt. Es ist notwendig, dass das Gruseln ein obligater Gegenstand wird; sonst lernen sie es nie.

Karl Kraus (1874-1936)


Die Reaktion ist ein Gespenst, aber Gespenster gibt es nur für die Furchtsamen.

Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862)


Wo viel Geld ist, geht immer ein Gespenst um.

Theodor Fontane (1819-1898)

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Wenn Katz und Hund zusammen einen Furz lassen, entsteht ein Gespenst.

Aus Ostpreußen


Der Kürbis wird auch gekocht zu keiner Melone.

Von den Zigeunern


Das Menschengeschlecht zittert vor dem Gespenst des Aberglaubens nur deshalb, weil seine unwissenden, vom Blendwerk der Apostel des Betrugs verführten Stammväter ihm ihre Schauder und ihre Vorurteile weitergegeben haben.

Paul Thiry d'Holbach (1723-1789)


Glaube, dem die Tür versagt,

steigt als Aberglaub‘ ins Fenster.
Wenn die Götter ihr verjagt,
kommen die Gespenster.

Emanuel Geibel (1815-1884)


O! lass' des Aberglaubens nächtliche Gespenster

Nicht deines hellen Geistes Meister werden!

Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759-1805)


Manche Leute sind gerade noch aufgeklärt genug, um an Gespenster nicht zu glauben, aber immerhin in Zweifel, ob nicht vor hundert Jahren noch welche existiert haben.

Arthur Schnitzler (1862-1931)


Die Mutter eine Hexe, die Tochter auch eine Hexe.

Deutsches Sprichwort


Eine Frau ist ein Engel mit zehn, eine Heilige mit fünfzehn, ein Teufel mit vierzig und eine Hexe mit achtzig.

Aus England

{BREAK}

Spuk

Vier Gespenster

Ich habe meinen Soldaten aus Blei
Als Kind Verdienstkreuzchen eingeritzt.
Mir selber ging alle Ehre vorbei,
Bis auf zwei Orden, die jeder besitzt.
Und ich pfeife durchaus nicht auf Ehre.

Im Gegenteil. Mein Ideal wäre,
Ein Gässchen nach mir benannt, ein ganz schmales
Und krummes Gässchen, mit niedrigen Türen
Mit steilen Treppchen und feilen Hürchen,
Mit Schatten und schiefen Fensterluken.
Dort würde ich spuken.

Joachim Ringelnatz (1883 - 1934)

Hexe

Hexe auf einem fliegenden Besen

Hexen
Sind gefährlich!
Ehrlich?
Glaubst Du das?

Hexen
sind wunderbar!
Oder auch
Sonderbar?

Sonderbar,
dass wunderbare Hexen
gefährlich sein sollen.
Beglückt

Verzaubert sie
Mit Magie
Du wirst verrückt.
Vertraue

Ihr Deine Seele an,
Bis Du das Wunder
sehen kannst.
Weise

Heilt sie
Deine Seele
Du bist entzückt.
Verzückt

Entrückt sie Dich
Der Welt, die Du
Zu kennen glaubst.

Sie ist nicht gefährlich.
Ehrlich!

Unbekannt

Lorelei

Zombibraut

Es ist schon spät, es wird schon kalt,
was reitst du einsam durch den Wald?
Der Wald ist lang, du bist allein,
du schöne Braut! Ich führ dich heim!

"Groß ist der Männer Trug und List,
vor Schmerz mein Herz gebrochen ist,
wohl irrt das Waldhorn her und hin,
o flieh! du weißt nicht, wer ich bin."

So reich geschmückt ist Ross und Weib,
so wunderschön der junge Leib,
jetzt kenn ich dich – Gott steh mir bei!
Du bist die Hexe Lorelei.

"Du kennst mich wohl – vom hohen Stein
schaut still mein Schloss tief in den Rhein.
Es ist schon spät, es wird schon kalt,
kommst nimmermehr aus diesem Wald!"

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff (1788-1857) 


Leben heißt, dunkler Gewalten
Spuk bekämpfen in sich,
Dichten, Gerichtstag halten
über sein eigenes ich.

Henrik Ibsen (1828–1906)

Nun ist die Luft von solchem Spuk so voll,
Dass niemand weiß, wie er ihn meiden soll.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)


Der ganze Spuk mit der 13 rührt wahrscheinlich aus dem Evangelium: Jesus saß zu Tische mit den Zwölfen. Folglich war er der Dreizehnte und endete so unglücklich, weil unter den Zwölfen ein Schurke war, Judas.

Karl Julius Weber (1767–1832)

{BREAK}

Die Kugeln

Katze, Vollmond und Fledermäuse

Palmström nimmt Papier aus seinem Schube.
Und verteilt es kunstvoll in der Stube.
Und nachdem er Kugeln draus gemacht.
Und verteilt es kunstvoll, und zur Nacht.

Und verteilt die Kugeln so (zur Nacht),
dass er, wenn er plötzlich nachts erwacht,
dass er, wenn er nachts erwacht, die Kugeln
knistern hört und ihn ein heimlich Grugeln

packt (dass ihn dann nachts ein heimlich Grugeln
packt) beim Spuk der packpapiernen Kugeln ...

Christian Morgenstern (1871-1914)

Strafe des Irrthums

Spukschloss

Es hat der bangen, schreckerfüllten Welt
Die Kirche einst den Lehrsatz aufgestellt,
Dass zu der Pein der ew'gen Höllenflamme
Der Irrthum schon, nicht bloß die Schuld verdamme.

Doch eine lich'tre, bess're Zeit begann,
Des alten Molochglaubens Spuk zerrann;
Die Kirche selber musste anerkennen,
Dass Irrthum von der Sünde wohl zu trennen.

Das Schicksal nur, das Thränen mir erpresst,
hält noch an jenem grausen Dogma fest,
Und straft mich für den Wahn, der mich befangen,
Als hätt' ich Frevel sonder Zahl begangen.

Wenn, dass ich schmerzlich mich in Dir geirrt,
Mir nicht als Sünde angerechnet wird
Dann, wahrlich! Habe ich sie nicht verschuldet
Die bitt‘re Qual, die jetzt mein Herz erduldet!

Betty Paoli (1814-1894)

Lütt Jan

Straße im Nebel

Jan Boje wünscht sich lange schon
ein Schiff – ach Gott, wie lange schon!
Ein Schiff so groß – ein Schiff – hurra:
von hier bis nach Amerika.

Die höchsten Tannen sind zu klein,
die Masten müssten Türme sein,
die stießen – hei, was ist dabei? –
klingling das Himmelsdach entzwei.

Die Wolken wären Segel gut,
die knallen wild im Wind vor Wut;
Jan Boje hängt am Klüverbaum
und strampelt nackt im Wellenschaum.

Jan baumelt an der Reling, Jan!
und schaukelt, was er schaukeln kann.
Wenn's an die Planken plitscht und platscht,
der blanke Steert ins Wasser klatscht.

Wie greift er da die Fische flink:
Ein Butt bei jedem Wellenblink!
Die dörrt auf Deck der Sonnenschein,
und Jantje beißt vergnügt hinein.

Jan Boje segelt immerfort,
spuckt über Back- und Steuerbord
und kommt zurück trotz Schabernack,
das ganze Schiff voll Kautabak.

Wer aber ist Jan Boje, he?
Der Teufelsmaat und Held zur See?
Jan Boje ist ein Fischerjung',
ein Knirps, ein Kerl, ein frischer Jung'.

Grad liegt er auf dem Bauch im Sand
und lenkt ein schwimmend Brett am Band,
und ob die Woge kommt und geht,
ob sich sein Brett im Wirbel dreht –:

Sein starrer Blick ins Ferne steht.
Da schwillt's heran im Sonnengleiß
von tausend Segeln breit und weiß;
da hebt sich manch ein Riesenbug

wie düstrer Spuk und Augentrug...
Das wandert ewig übers Meer.
Wann kommt Jan Bojes Schiff daher?

Otto Ernst (1862-1926)

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Ich fürcht’ nit Gespenster ...

Ich fürcht’ nit Gespenster,
Keine Hexen und Feen,
Und lieb’s, in ihre tiefen
Glühaugen zu seh’n.

Am Wald in dem grünen
Unheimlichen See,
Da wohnet ein Nachtweib,
Das ist weiß wie der Schnee.

Es hasst meiner Schönheit
Unschuldige Zier;
Wenn ich spät noch vorbeigeh’,
So zankt es mit mir.

Jüngst, als ich im Mondschein
Am Waldwasser stand,
Fuhr sie auf ohne Schleier,
Ohne alles Gewand.

Es schwammen ihre Glieder
In der taghellen Nacht;
Der Himmel war trunken
Von der höllischen Pracht.

Aber ich hab’ entblößet
Meine lebendige Brust;
Da hat sie mit Schande
Versinken gemusst!

Gottfried Keller (1819-1890)


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