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Tipps für Eltern - Bewegungs- und Gesundheitstipps: Mein Kind verträgt kein Gluten

Mein Kind verträgt kein Gluten

Mein Kind verträgt kein Gluten: Hier finden Eltern alles über die Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln.

Alles über die Unverträglichkeit

In den Supermärkten gibt es seit einiger Zeit ganze Regalmeter mit glutenfreien Produkten. Sie haben sich vielleicht schon einmal gefragt, was dieses Gluten überhaupt ist: Gluten ist der Stoff, der Mehl so schön klebrig macht, genauer handelt es sich um Getreideeiweiß.

Die Bezeichnung wird übrigens auf der zweiten Silbe betont (und nicht etwa wie die Mehrzahl von Glut ausgesprochen).

Viel Gluten ist in den gängigen Getreidearten wie (Hart-)Weizen, Dinkel, und Roggen enthalten, aber auch in den nicht so verbreiteten alten Sorten Kamut, Emmer oder Einkorn. Weniger Gluten findet sich in Hafer und Gerste. Doch nur Hirse, Mais, Reis, Quinoa, Amarant und Buchweizen sind absolut glutenfrei. Geschmacklich sind diese Alternativen nicht zu verachten, nur die Konsistenz von Backwaren ist wegen des fehlenden Glutens etwas weniger luftig und saftig. Es gibt übrigens auch Mehle aus Kichererbsen oder Kastanien, auch sie sind glutenfrei.

Doch wer muss seine Ernährung auf glutenfreie Nahrunsgmittel beschränken? Ein gesunder Mensch verträgt das Klebeeiweiß problemlos. Doch einige, wenige Menschen leiden unter einer genetisch bedingten Glutenunverträglichkeit. Ihre Dünndarmschleimhaut reagiert auf das Gluten mit Entzündungen. Eine solche Unverträglichkeit bleibt lebenslang und ist nicht heilbar. Laut „Deutscher Gesellschaft für Ernährung“ ist davon in Deutschland eine von 200 Personen betroffen. 

Die Ernährungswissenschaftlerin Julia Schwidurski erklärt, wie sich die angeborene Unverträglichkeit bei kleinen Kindern äußert: „In den ersten Lebensmonaten, wenn es nur Muttermilch gibt, haben die Kinder keinerlei Beschwerden. Symptome zeigen sich dann bei der Zufütterung, oft erst drei bis sechs Monate nach der Einführung glutenhaltiger Nahrung.“ Neben Erbrechen, Appetitlosigkeit und schlechter Laune gehört dann auch ein aufgeblähter Bauch zu den Alarmsignalen. Bei einem Verdacht sollten Sie mit Ihrem Kind zum Arzt gehen, auch wenn es mittlerweile Schnelltests in der Apotheke gibt.

Übrigens: Eine sichere Diagnose kann nur bei einer glutenhaltigen Ernährung gestellt werden. Daher sollte die Umstellung auf glutenfrei erst erfolgen, wenn die Zöliakie sicher festgestellt ist. Bleibt es bei der falschen, also glutenhaltigen Ernährung, werden die Darmzotten zerstört. Diese Erhebungen der Darmschleimhaut enthalten wichtige Rezeptoren. Fehlen diese, kann es zu Mangelerscheinungen oder weiteren Unverträglichkeiten kommen.

Steht die Diagnose fest, kann die Zöliakie nur durch einen strengen Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel behandelt werden. Leider können fast alle industriell verarbeiteten Produkte aus dem Supermarkt kleinste Spuren von Gluten enthalten, auch Fleischsalat, Kartoffelchips oder Schokolade. Und selbst solche winzigen Mengen an Gluten können erneut Beschwerden auslösen. Julia Schwidurski empfiehlt deshalb, in einem Haushalt mit Zöliakie-Erkrankten auf jeden Fall Haushaltsgeräte wie Brotmesser, Brettchen, Rührgeräte oder auch Butterdosen doppelt anzuschaffen und glutenfreie Speisen sauber getrennt zuzubereiten. „Außerdem könnten größere Mengen Laktose den ohnehin angegriffenen Darm eventuell noch mehr reizen. Mit Milchprodukten also besser sparsam umgehen und langsam austesten, was vertragen wird.“

Und noch eine Warnung der Ernährungswissenschaftlerin: Wenn Sie im Laden ein Reis-, Soja-, Mais- oder Buchweizenbrot sehen, bedeutet das noch lange nicht, dass es wirklich glutenfrei ist. Wenn solche Produkte nicht zugleich als glutenfrei ausgewiesen sind, bestehen sie wahrscheinlich zum größten Teil aus glutenhaltigen Getreiden.

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