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Überbehütung: Bin ich eine Glucke?

Aus natürlichem Beschützerinstinkt kann ganz schnell Überbehütung werden. Das kann der Entwicklung des Kindes schaden. Warum das so ist, erklären wir Ihnen.

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Für Eltern sind ihre Kinder das Wichtigste auf Erden – und daher natürlich auch besonders zu behüten und zu beschützen. Nur kann aus natürlichem Beschützerinstinkt leider ganz schnell Überbehütung werden. 

Woher kommt die Angst der Eltern?

Schon während der Schwangerschaft spielt die Angst um das eigene Kind eine große Rolle. Kommt mein Kind gesund auf die Welt, kann ich es danach richtig versorgen? Das sind die ersten Fragen, die sich junge Eltern stellen. Werden die Kinder größer, beginnen zu laufen und die Welt zu entdecken, wechselt der Beschützerinstinkt in eine zweite Phase.

Bisher konnten die Eltern alles noch so steuern, wie sie es für richtig hielten. Aber mit dem wachsenden Entdeckerdrang des Kindes kommen neue Situationen hinzu, die weniger leicht zu beeinflussen sind. Das Kind läuft, spielt, tobt herum und die Eltern sind permanent damit beschäftigt, darauf zu achten, dass die Kleinen keinen Schaden nehmen.

Das ist soweit auch ganz normal und ein natürlicher Instinkt. Schließlich hat die Natur dem Menschen die Angst mitgegeben, um ihn vor Gefahren zu schützen – quasi als Selbstschutz, um das eigene Überleben zu sichern. Eltern übertragen diesen Schutz auf Ihre Kinder und verlieren nicht selten den Blick dafür, was man den Kindern eigentlich zumuten kann und was es bedeutet, wenn man das Kind zu sehr beschützt.

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Wenn Eltern zu ängstlich sind, schadet es der Entwicklung des Kindes

Kinder sind unterschiedlich: Manche kommen schon mit einem ausgeprägten Entdeckerdrang auf die Welt. Sie wissen ihren Körper klug einzusetzen und "brenzlige" Situationen so einzuschätzen, dass sie wissen, welches Risiko sie eingehen können.

Es gibt aber auch Kinder, die etwas ungeschickter sind und so ängstlich, dass sogar der Sprung von einem kleinen Mäuerchen schon eine große Herausforderung darstellt.

Und gerade bei diesen Kindern machen Eltern häufig den Fehler, sie von Risiken fernzuhalten. Hier beginnt aber der Teufelskreis: Bestärkt man ungeschickte Kinder nicht in ihrer Risikobereitschaft, haben sie auch keine Chance, Geschicklichkeit und Selbstständigkeit zu erwerben. Ermutigt man sie nicht und gibt ihnen keinen Freiraum um sich auszuprobieren, gibt man ihnen keine Möglichkeit, sich zu entwickeln.

Kinder begleiten statt einengen

Nur wer Vertrauen in seine Fähigkeiten erfährt, kann ein Gespür für seine Möglichkeiten und Grenzen entwickeln. Darum: Versuchen Sie, sich selber zurückzuhalten und nicht immer gleich Hilfestellung zu geben. Warten Sie, wie Ihr Kind sich verhält und ob es vielleicht schon von sich aus versucht, Situationen zu meistern, in denen Sie bisher immer unterstützt haben.

Ist Ihr Kind dazu noch nicht in der Lage, versuchen Sie es zu ermutigen und vor allem: Loben Sie es, wenn es etwas ganz allein geschafft hat. Bestätigung kann manchmal mehr sein als eine helfende Hand.

Sollte es dennoch einmal brenzlig werden, weil die Situation zu gefährlich ist und Ihr Kind sie nicht richtig einschätzen kann, haben Sie immer noch die Möglichkeit einzugreifen.

Kinder erwerben Sicherheit durch Kompetenz

Wie viel Schutz und Behütet-Werden ein Kind letztlich braucht, richtet sich nach seinem individuellen Entwicklungsstand. Ist das Kind daran gewöhnt, seine Geschicklichkeit in relativ gefahrlosen Situationen auf die Probe zu stellen? Wenn ja, dann ist Ihr Kind auf dem richtigen Weg.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, sollten Sie Ihrem Kind ab und zu etwas mehr Freiraum lassen um sich auszuprobieren. Nur so wird es lernen, mit Risiken umzugehen und gefährliche Situationen korrekt einzuschätzen, ohne immer den Beschützer an der Seite zu haben.

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