Tipps für Eltern - Tipps für Schule und Erziehung: Hilfe, mein 14-Jähriger Sohn ist so antriebslos!

Hilfe, mein 14-Jähriger Sohn ist so antriebslos! 9 Tipps, wenn Teenager keine Lust auf Schule haben

Alles nervt, null Bock auf nichts, die Schule ist scheiße, die Lehrer sind es sowieso und die Eltern haben eh keine Ahnung von irgendwas... All das sind typische Anzeichen für die (Vor-)Pubertät und somit ganz normal. Doch was, wenn die schulischen Leistungen auf Dauer darunter leiden? Hier unsere 9 Tipps.

Alles nervt, null Bock auf nichts, die Schule ist scheiße, die Lehrer sind es sowieso und die Eltern haben eh keine Ahnung von irgendwas… All das sind typische Anzeichen für die (Vor-)Pubertät und somit ganz normal. Doch was, wenn die schulischen Leistungen auf Dauer darunter leiden? Hier unsere 9 Tipps.

1. Bleiben Sie im Gespräch

In der Pubertät haben Kinder alles andere im Kopf als Schule und Lernen. Ihr Gehirn befindet sich in einer Umbauphase und sie fangen an, ihre eigene Identität zu suchen. Dass sie sich dabei von den Eltern und der Erwachsenenwelt abgrenzen, ist ein wichtiger Prozess. Versuchen Sie sich daran zu erinnern, dass auch Sie ihn erlebt – und durchgestanden – haben. Verständnis ist in dieser Zeit ebenso wichtig für die Kinder wie Offenheit und Interesse. Auch wenn sich Ihr Sohn oder Ihre Tochter manchmal ablehnend Ihnen gegenüber verhält: Bleiben Sie dran, hören Sie zu und fragen Sie nach, wie es Ihrem Kind wirklich geht. Vor allem: Vermitteln Sie ihm das Gefühl, da zu sein, wenn es Sie braucht – egal, unter welchen Umständen.

2. Regeln müssen sein

Sicher, Pubertierende brauchen nach und nach immer mehr Freiraum. Trotzdem sind sie noch nicht soweit, alleine über ihr Leben zu entscheiden. Im Gegenteil. Gerade in dieser Zeit brauchen sie Orientierung und klare Grenzen. Viele Eltern verwechseln diese Grenzen aber mit starren, autoritären Anweisungen. Erfolgsversprechender aber ist es, wenn Sie mit Ihren Kindern darüber sprechen, was Ihnen wichtig ist, was Sie fühlen, wenn Regeln missachtet oder ein bestimmtes Maß an Einsatzbereitschaft für die Schule nicht geleistet werden. Die in der Psychologie bekannten „Ich-Botschaften“ sind besser als permanente Du-Vorwürfe.

3. Rituale helfen

Computer spielen, Musik hören, Freunde treffen oder einfach stundenlang auf dem Sofa chillen: Alles ist Teenies lieber, als sich an die Hausaufgaben zu setzen oder für die nächste Prüfung zu lernen. Hilfreich sind da feste Rituale. Vereinbaren Sie eine verlässliche Arbeitszeit und sorgen Sie für einen Arbeitsplatz, der keine Ablenkung, aber eine angenehme Atmosphäre bietet – ob das im Kinderzimmer oder in der Küche ist und das Lernen im Sitzen oder Liegen stattfindet, macht keinen Unterschied. Erklären Sie Ihrem Kind aber, dass Erfolg nur mit persönlichen Einsatz zu erreichen ist. Auch ein berühmter Fußballspieler muss sich an feste Trainingszeiten halten, eine berühmte Sängerin zur vereinbarten Bandprobe kommen – ob sie gerade wollen oder nicht.

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4. Lernen lernen

Stures Auswendiglernen ist gerade in der Pubertät, in der das Gehirn der Jugendlichen neue Impulse braucht, oftmals nicht mehr genug. Hilfreich, um einen neuen Stoff zu „verinnerlichen“ sind da spielerische Ansätze. Ermutigen Sie Ihr Kind beispielsweise, aus der Geschichtslektüre ein Quiz zu entwickeln, das beim Abendessen von den Familienmitgliedern gelöst werden soll. Oder das Gelernte als „Mindmap“ aufzumalen (zahlreiche Infos dazu finden Sie im Internet). Selbst Spickzettel schreiben ist eine effektive Lernmethode. Dadurch, dass die Fakten extrem komprimiert zusammengefasst werden müssen, prägen sie sich besser ein. Nur mit zur Schule genommen werden sollte der Zettel dann natürlich nicht.

5. Erfolgserlebnisse schaffen

Gerade wenn es in der Schule nicht so gut läuft und ein Kind immer lustloser wird und sich zu scheinbar gar nichts mehr aufraffen kann, neigen Eltern dazu, seine freie Zeit einzuschränken. Davon aber raten Pädagogen und Psychologen ab. Aktivitäten, die nichts mit Schule zu tun haben, ob das nun der Hiphop-Kurs, der Hockeyclub oder auch nur das Treffen mit Freunden ist, bieten Jugendlichen die Möglichkeit, sich selbst zu beweisen, Erfolgserlebnisse zu sammeln und Anerkennung zu erhalten. All das ist wichtig für ihr Selbstwertgefühl, das durch schlechte Noten und Problemen in der Schule oft geschwächt ist. Machen Sie aber auch klar: Freizeit findet NACH den Hausaufgaben statt!

6. Motivieren statt frustrieren

Ein desinteressiertes oder ablehnendes Kind für sein Verhalten zu loben, wäre von Eltern nun wirklich zu viel verlangt. Aber immer nur zu mahnen, zu drängen und zu schimpfen hilft auch nicht weiter und macht nur, dass man selbst irgendwann richtig schlechte Laune hat.  Versuchen Sie es mal mit einem Experiment: Loben Sie Ihren Teenager mal zwei Wochen lang ohne Übertreibung für (selbstverständliche) Kleinigkeiten. Für ein Lächeln am Morgen, für die Tasse, die ihren Weg tatsächlich in die Spülmaschine findet, für eine Hausaufgabenseite ohne Tintenkleckse, für den Versuch, die Matheaufgabe zu lösen (auch wenn das Resultat nicht stimmt). Es geht darum, das Kind für das Richtige zu sensibilisieren und nicht immer nur auf seine Fehler hinzuweisen. Allein für sein Bemühen gelobt zu werden, bewirkt bei den meisten Pubertierenden einen ungeheureren Motivationsschub.

7. Gemeinsame Zeit verbringen

Leistungsabfall in der Schule und die permanente Null-Bock-Haltung von pubertierenden Kindern belasten den Familienfrieden oft über alle Maßen. Umso wichtiger ist es, dass Eltern und Kindern regelmäßig Zeit miteinander verbringen. Ob das ein Ausflug ist, ein Spieleabend oder gemeinsames Kochen oder joggen, bleibt ganz Ihnen überlassen. Es genügt auch völlig, eine Mahlzeit am Tag verlässlich miteinander zu teilen. Hauptsache, Sie sprechen in dieser Zeit einfach über etwas Anderes als Schule und mangelnden Antrieb.

8. Medienkonsum einschränken

Fernseher, Computer, Handy: Ein übermäßiger Medienkonsum lähmt viele Jugendliche. Sie verbringen Stunden vor den Geräten, tauchen ein in die digitale Welt – und haben dann keine Lust mehr auf das echte Leben. Strikte Verbote sind allerdings keine Lösung. Schließen Sie lieber mit Ihrem Kind einen „Vertrag“ zur zeitlichen Nutzung ab und sorgen Sie dafür, dass es auch noch raus an die Luft geht, damit Kreislauf, Stoffwechsel und die Durchblutung in Schwung kommen. Ebenso wichtig ist ausreichend Schlaf. Denn unmotivierte Jugendliche sind oft auch übermüdete Jugendliche.

9. Professionelle Hilfe suchen

Auch wenn Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit und ein schulischer Leistungsabfall bei Pubertierenden eher die Regel als die Ausnahme sind, sollten Sie Ihr Kind beobachten. Hält der Zustand über lange Zeit an oder erreicht ein besorgniserregendes Stadium, sollten Sie mit den Lehrern und eventuell auch einem Schulpsychologen oder einem Arzt sprechen – vor allem, wenn Ihr Kind außerdem über ein anhaltendes Schweregefühl, Schlaflosigkeit oder Erschöpfung klagt, wenn es plötzlich viel mehr oder viel weniger als üblich isst, sich sogar von seinen Freunden zurückzieht oder unter Bauchschmerzen und Kopfweh leidet. Diese Symptome müssen dringend geklärt werden. Denn laut Statistik leiden vier bis acht Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland bis zu ihrem 18. Lebensjahr mindestens einmal unter Depressionen, die behandelt werden müssen.

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