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Die 7 wichtigsten Grundsätze der Montessori-Pädagogik

Die Pädagogik von Maria Montessori wird immer beliebter. Teile ihres Konzepts finden sich in fast allen Regeleinrichtungen – von der Krippe bis zur Schule. Warum?
Tipps für Eltern - Tipps für Schule und Erziehung: Die 7 wichtigsten Grundsätze der Montessori-Pädagogik
Inhaltsverzeichnis

© Natalia Deriabina / shutterstock.com

Maria Montessori lebte von 1870 bis 1952. Schon während ihres Medizin-Studiums beschäftigte sie sich mit Kinderheilkunde. Entgegen des damaligen Zeitgeists, der Kinder eher als „unfertig“ betrachtete, sah Montessori jedes Kind als einzigartiges Individuum mit eigener Persönlichkeit an, die es zu respektieren galt. Ihr Hauptziel lag darin, Kinder zur Selbstständigkeit zu erziehen und ihnen Selbstvertrauen zu vermitteln. Beides, so war sie überzeugt, werde ihnen in ihrem späteren Leben von großem Vorteil sein. Das sind die sieben wichtigsten Bausteine ihres Konzepts:

Freie Wahl der Arbeit für Schüler

„Jetzt malen wir alle eine Blume.“ Solche Aufforderungen gibt es in der Montessori-Pädagogik nicht. Denn die Kinder entscheiden selbst, womit sie sich gerade beschäftigen wollen, und werden nicht von den Erziehern zu einer Aufgabe gedrängt. Das führt zu weniger Unruhe in der Gruppe, da jedes Kind seinen Interessen in seinem eigenen Tempo nachgehen kann. Montessori war überzeugt, dass nur durch die freie Wahl ein echtes Interesse an einer Arbeit geweckt werden kann.

Die vorbereitete Umgebung für Schüler

Damit die Kinder sich frei entscheiden können, womit sie sich beschäftigen, müssen die Materialien frei zugänglich sein. Montessori nannte das die „vorbereitete“ Umgebung. Sie unterscheidet sich in vielen Punkten von den meisten überladenen Kinderzimmern, denn ein Überangebot an Materialien verhindert, dass sich die Kinder auf eine einzige Aufgabe konzentrieren können. Jeder Gegenstand braucht einen festen Platz, den die Kinder sicher wiederfinden und gut erreichen können.

Hilf mir, es selbst zu tun!

„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeig mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld, meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler zu, denn aus ihnen kann ich lernen.“

Der wohl meistzitierte Satz von Montessori ist ein zentraler Punkt ihrer Pädagogik. Die Kinder sollen ermächtigt werden, gemäß ihrem Können und Wissen Aufgaben selbst zu erledigen, die sonst schnell Erwachsene für sie übernehmen. Auch wenn das, vor allem bei kleinen Kindern, oft mehr Zeit in Anspruch nimmt. Die Erzieher beobachten eher im Hintergrund und greifen nur ein, wenn die Kinder selbst nicht weiterkommen. Kinder haben oft erstaunliche Lösungswege für Probleme, die wir ganz anders angehen würden. Durch diese Eigenständigkeit erleben die Kinder sich als wirkmächtig und lernen so, dass sie sich und ihrem eigenen Können vertrauen können. 

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Übungen des praktischen Lebens für Kinder

Natürlich brauchen Kinder genug Zeit zum Toben, Klettern und Spielen, doch daneben können auch schon jüngere Kinder an die Übungen des praktischen Lebens herangeführt werden. Zum Beispiel sollte ihnen Gelegenheit gegeben werden, sich selbst an- und auszuziehen, das eigne Brot zu schmieren oder sich selbst Getränke einzuschütten – wenn möglich sogar in ein echtes Glas. Je nach Alter kommen weitere Übungen dazu, etwa die Pflege der Umgebung (z.B. Tisch decken, saubermachen) oder die Pflege der sozialen Beziehungen (z.B. grüßen, um Hilfe bitten, Konflikte lösen).

Der absorbierende Geist

Montessori ging davon aus, dass Kinder bis zum sechsten Lebensjahr ihre Umgebung und vor allem das, was die Menschen tun, wie ein Schwamm aufsaugen, also absorbieren. Das heißt: Sie hinterfragen nicht und trennen nicht Wichtiges von Unwichtigem. Der absorbierende Geist sorgt dafür, dass Kinder mühelos nebenbei lernen. Das heißt aber auch: Sieht ein Kind, dass ein Erwachsener etwas tut, was es selbst nicht tun soll (etwa das Messer ablecken), wird es diese Handlung mit großer Wahrscheinlichkeit nachmachen. Deshalb sollten sich Erzieher und Erwachsene stets so verhalten, dass sie ein gutes Vorbild für die Kinder sind.

Montessori-Materialien

In einer Montessori-Einrichtung, egal ob Krippe, Kindergarten oder Schule, kommen „Montessori-Materialien“ zum Einsatz. Sie sind so gestaltet, dass Kinder sich gerne mit ihnen beschäftigen und intuitiv begreifen, was damit zu tun ist. Wichtig ist auch, dass sie eine Fehlerkontrolle haben, das heißt: Das Kind merkt, wenn es etwas falsch macht und kann sich selbst korrigieren. 

Kosmische Erziehung

Dieser Begriff bringt der Montessori-Pädagogik oft den Vorwurf der „abgehobenen Esoterik-Erziehung“ ein. Montessori meinte damit, dass die Kinder schon in jungen Jahren angeleitet werden sollen, Gesetzmäßigkeiten in der Natur und globale Zusammenhänge zu verstehen. Ihnen soll eben nicht Wissen aus unterschiedlichen Bereichen beigebracht werden, das sie nicht zusammenbringen können. Vielmehr sollen sie befähigt werden, die Folgen ihres Tuns zu reflektieren und dementsprechend verantwortungsvoll zu handeln. So sollen sie ihren eigenen Platz in der Welt finden. Montessoris Begriff „Kosmos“ umfasst also auch die Wechselbeziehungen von Mensch und Natur und der Menschen untereinander.

Weitere Informationen zu Montessori, zum Beispiel ob die Schulform für Sie und Ihr Kind die richtige Wahl ist, finden Sie hier.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Montessori Pädagogik heute noch aktuell?

Hierzulande arbeiten mehr als 500 Schulen nach den Prinzipien von Dr. Maria Montessori, einer italienischen Ärztin. Daneben übernehmen auch viele Lehrer in öffentlichen Regelschulen und auch Kindergärten vermehrt Aspekte aus dem Konzept. Die Zahl steigt stetig. Ja, die Montessori Pädagogik ist nach wie vor aktuell.


Was ist Montessori und welche Ziele hat die Pädagogik?

Montessori-Schulen sind gewöhnlich staatlich genehmigte Ersatzschulen. Hierbei geht es um das selbstbestimmte und individualisierte Lernen der Kinder. Daraus sollen mehr Freude, Motivation und Eigeninitiative in den Vordergrund rücken und somit die Leistung ansteigen. Es geht darum, das Verantwortungsbewusstsein, die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu entwickeln und zu fördern. Die Räume strahlen mehr Wohnzimmer- als Klassenzimmer-Atmosphäre aus, wodurch ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen entsteht.


Welche Methoden nutzt die Montessori Pädagogik?

Das Grundkonzept basiert zum Großteil auf offenem Unterricht und freier Arbeit, ganz nach der Devise: Hilf mir, es selber zu tun. Die Kinder nutzen Lernmaterialien, die zur Eigenbeschäftigung anregen. Sie entscheiden selbst, womit sie sich beschäftigen oder was sie lernen möchten. Die eigene Entscheidung führt laut Montessori zur Selbstdisziplin. Sie kommt aus dem Inneren und wird nicht gefordert. Jeder folgt seinem eigenen Lerntempo, denn jedes Kind wird als einzigartiges Individuum angesehen und erhält individuelle Lernpläne und Aufgaben. Jahrgangsklassen, Stundentafeln oder Frontalunterricht, das gibt es an Montessori Schulen nicht. Grundsätzlich sind hier alle staatlichen Abschlüsse möglich, vom Hauptschulabschluss über die mittlere Reife bis hin zum Abitur. Es gibt jedoch nicht viele Montessori Schulen, an denen es möglich ist, Letzteres abzulegen, denn überaus wenige Gymnasien haben das Konzept übernommen. Ansonsten unterscheidet sich das staatliche Zeugnis, das die Kinder für ihre Leistungen erhalten, nicht vom Abschluss an der Regelschule.


Was ist der Unterschied zwischen Montessori und normaler Schule?

Die von Maria Montessori entwickelte Pädagogik wird nach wie vor als alternative Form angesehen, die im Kontrast mit den konventionellen Lehrmethoden steht. An einer Montessori Schule werden auch Kinder mit Lernbehinderung aufgenommen, sodass es eine integrative Schulform ist. In den ersten Stunden steht Freiarbeit an der Tagesordnung. Hier sind die Gruppen vom Alter her gemischt. An den meisten Schulen gibt es bis zur vierten Klasse, zum Teil auch länger, keine Noten, sondern lediglich Leistungsberichte. Die Fähig- und Fertigkeiten werden in Tabellen beurteilt. Hier ist zudem erkennbar, welche Themen schon bearbeitet wurden, welchen Wissensstand das Kind aufweist und wie die Persönlichkeitsentwicklung ist. Ohne die Vergabe von Noten soll die Lerneinstellung besser sein.


Welche Kritik gibt es an der Montessori Pädagogik?

Häufig wird der Vorwurf geäußert, dass die Lernmaterialien rein technisch funktionieren und eine kreative Entwicklung beeinträchtigen sollen, doch dies wurde widerlegt. Sie haben alle einen Bezug zum Lebensalltag, sodass die Kinder eigenständig und kreativ werden können. Probleme gibt es eventuell im Übertritt in eine Realschule oder ein Gymnasium und wenn, dann geht dies mit einer Eingewöhnungsphase einher.


Wie ist das Bild eines Kindes in der Montessori Pädagogik?

Montessori sagt, das Kind ist Baumeister des eigenen Ichs und der Akteur des eigenen Lebens. So entscheidet es selber, wann es bereit für den Erwerb bestimmter Fähigkeiten ist. Natürlich gibt es auch Regeln, aber den Kindern soll der Raum für freie Entfaltung gegeben werden. Nach Montessori hat jedes Kind einen natürlichen, inneren Bauplan, der die Entwicklung leitet.


Kurze Zusammenfassung der Montessori Pädagogik

Durchdachtes Material hilft beim Lernen. Hierbei geht es darum, Geduld zu haben und auch die Fehler zu akzeptieren. Das Prinzip beruht darauf, dem Kind Führung zu geben, aber es zu begleiten und selbstbestimmt lernen zu lassen, innerhalb eines organisatorischen Rahmens. Im offenen Unterricht gibt es keinen strengen Lehr- oder Stundenplan, sondern es wird frei gearbeitet.


Montessori Pädagogik im Kindergarten: Was ist anders und welche Rolle spielen die Erzieher?

Im Montessori-Kindergarten steht die Entwicklung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung ebenso weit oben. Die Kinder entscheiden selber, womit sie sich wie lange beschäftigen. Sie werden in der Selbstständigkeit gefordert und lernen, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen. Bei der Umsetzung stehen die Erzieher als achtsame Beobachter unterstützend zur Seite und bieten die Hilfe zur Selbsthilfe an. Die Montessori-Pädagogen sind doppelt ausgebildet, denn sie erwerben zusätzlich ein entsprechendes Diplom.


Wer war Maria Montessori?

1870 wurde Maria Montessori in Italien geboren und hat als erste italienische Frau ein sehr erfolgreiches Medizinstudium absolviert und als Ärztin gearbeitet. Sie war erschrocken, wie damals mit den Heimkindern umgegangen wurde oder wie die Erziehung und Behandlung geistig behinderter Kinder erfolgte. Sie machte es sich zum Ziel, die Bedürfnisse eines jeden Kindes in den Vordergrund zu stellen. 1900 hat Maria Montessori eine Schule gegründet sowie Pädagogik und Psychologie studiert. 1907 gab es ihr erstes Kinderhaus. Sie hat mit geistig behinderten Kindern zusammen gearbeitet und Materialien entwickelt, mit denen äußerst gute Fortschritte möglich waren. Ihre begründete Montessori-Pädagogik wird mittlerweile weltweit praktiziert. Sie verstarb 1952.


Was ist der Unterschied zwischen Montessori und Waldorf?

Kinder, die für ihre schulische Entwicklung mehr Zeit benötigen, sind in Waldorfschulen gut aufgehoben. Leistungsstarke Schüler werden hier oftmals nicht so glücklich. Lehrer in Montessori-Schulen fungieren als Coach und Begleiter und in den Waldorfschulen als Vorbilder, denen die Kinder nacheifern. In beiden Schulen werden die Kinder ins Zentrum gestellt und Zensuren-Zeugnisse abgelehnt.


Für welche Kinder ist Montessori geeignet und für welche nicht?

Nicht jedes Kind ist in der Lage, sich Dinge selbst beizubringen und eigenständig Lernmaterialien auszuwählen. Selbstvertrauen, Eigenmotivation und Zielstrebigkeit sind wichtig, um die Vorteile der Montessori-Pädagogik voll nutzen zu können. Ist das Kind darauf angewiesen, motiviert zu werden, geht es in der Freiarbeitsphase eventuell unter.


Was kostet Montessori im Monat?

Das monatliche Schulgeld für die Privatschule variiert je nach Schule und richtet sich meistens nach dem Einkommen der Familie. Durchschnittlich betragen die Kosten monatlich 200 bis 500 Euro.


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