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Mein Kind hat ADHS. Wie gehe ich damit richtig um?

Ein hibbeliges und lebhaftes Kind muss nicht gleich hyperaktiv sein. Es könnte aber ein Signal sein, denn Hyperaktivität und ADS hängen meist zusammen.
Tipps für Eltern - Tipps für Schule und Erziehung: Mein Kind hat ADHS. Wie gehe ich damit richtig um?

Ein hibbeliges und lebhaftes Kind muss nicht gleich hyperaktiv sein. Es könnte aber ein Signal sein, denn Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsdefizitstörungen hängen meist zusammen. Neben dem „Zappelphilipp“, der hyperaktiv-impulsiven Form, gibt es auch die Form, bei der die Aufmerksamkeitsstörung stärker ist. Sie tritt häufiger bei Mädchen auf und ist als „Traumsuse“ bekannt. Diese Anzeichen kommen Ihnen bekannt vor?

5 Tipps, die den Alltag Ihres Kindes strukturieren und erleichtern

Belohnungssystem für gutes Verhalten von Kindern

Denken Sie sich ein Belohnungssystem für Ihr Kind aus. Immer, wenn es sich korrekt verhält, bekommt es einen Belohnungspunkt. Das System eignet sich besonders für Aufgaben und Anforderungen, die Ihrem Kind richtig schwer fallen. Möchte es abends nicht ins Bett? Einen Punkt gibt es nur, wenn das Zubettgehen ohne Reibereien klappt. Malvorlagen eignen sich prima, um das Belohnungssystem umzusetzen. Nutzen Sie hierfür unsere Zahlen-Mandalas, Tiere auf dem Bauernhof oder die lustige Raupe. Diese Vorlagen können gut abschnittsweise bemalt oder beklebt werden. Das macht Ihrem Kind seinen Fortschritt sichtbar. Zeigen Sie Ihrem Kind sofort, dass Sie mit ihm zufrieden sind. Bemalen oder bekleben Sie gemeinsam das Belohnungsbild. Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind Belohnungsstufen, zum Beispiel in Viererschritten. Hat Ihr Kind vier Punkte erreicht, lesen Sie ihm eine Extra-Gute-Nacht-Geschichte vor. Hat es acht Punkte, bekommt es ein Eis und so weiter. Kinder unter drei Jahren am besten direkt belohnen, zum Beispiel mit Extra-Spielzeit.

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Schützen Sie Ihr Kind vor Reizüberflutung

 Vermeiden Sie zu viele Ausflüge, Bekannten- und Freundschaftsbesuche oder Nachmittagsbeschäftigungen mit vielen neuen Eindrücken. Lassen Sie Ihr Kind stattdessen auch mal alleine im Sandkasten spielen oder basteln Sie mit ihm. Beschränken Sie den täglichen Fernsehkonsum Ihres Kindes auf 20 bis 30 Minuten.

Umgang mit Wutanfällen bei Kindern

Hat Ihr Kind einen Wut- oder Trotzanfall bringen Sie es am besten wortlos in sein Zimmer. Hat es sich wieder beruhigt, kommt es von selbst wieder heraus. Tobt es jetzt immer noch, schicken Sie es wieder zurück. Reagieren Sie nicht auf zugeknallte Türen. Schimpfen Sie es nach Möglichkeit nicht. Loben Sie es für alle Situationen, die reibungslos klappen, wenn es sich abgeregt hat. 

Bewegung hilft hyperaktiven Kindern

Achten Sie darauf, dass Ihr Kind seinen Bewegungsdrang in seinem Zimmer ausleben kann. Elemente am Bett zum Rutschen und Klettern sind optimal. Wer sich richtig auspowert, kommt schneller zur Ruhe. Toben vor dem Schlafengehen ist allerdings tabu.

Sport als Ausgleich für Kinder

Ihr Kind soll regelmäßig Sport machen. Arten, die das Körpergefühl fördern, eignen sich besonders gut, etwa Tanzen, Judo und Reiten.

Sie möchten testen ob Ihr Kind evtl. AD(H)S hat? Hier finden Sie eine Checkliste.

Schlagworte: Aufmerksamkeitsstörung, ADHS, Kind, Hyperaktivität, Schulprobleme

Häufig gestellte Fragen

Was brauchen ADHS Kinder in der Erziehung?

ADHS ist eine psychisch-neurologische Funktionsstörung. Im Kindesalter nimmt sie ihren Anfang. Die Abkürzung ADHS steht für Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom. Betroffene Kinder sind sensibel und emotional instabil. Unsicherheit verstärkt die Symptome. Eine liebevolle Bindung ist daher wichtig. Das Gleiche gilt für Strukturen, Rituale und stabile Rahmenbedingungen. Dies benötigen ADHS-Kinder für ihre Orientierung. Das Kind sollte zudem Regeln und Grenzen kennen. Dennoch sind Lobe und Belohnungen wertvoller als Strafe, denn Letzteres verstärkt das ohnehin negative Selbstvertrauen noch mehr. Eltern sollten darauf achten, dass das Kind genügend Möglichkeiten findet, um sich zu bewegen und auszupowern.


Können Kinder mit ADHS ruhig Fernsehen?

Die digitale Medienwelt gehört bei Kindern zur Freizeitgestaltung unweigerlich dazu und für ADHS-Kinder scheint sie sehr attraktiv zu sein: Es gibt keine sozialen Konflikte oder Konkurrenzsituationen. Viele betroffene Kinder weisen eine gute Ausdauer bei der Nutzung auf. Doch für jeden Nachwuchs gilt, dass sie im übermäßigen Maße eine Reizüberflutung und Konzentrationsstörungen begünstigt und somit für jedes Kind schädlich ist. Daher gilt es, altersgerechte Medien einzusetzen und feste Vereinbarungen bezüglich der Dauer zu treffen.


Warum lügen ADHS Kinder?

Kinder, die eine ADHS Störung haben, erleben in ihrem Alltag oft Ablehnung und Ausgrenzung, da sie scheinbar "anders" sind. Darunter leidet auch ihr Selbstbewusstsein. Lobe und Anerkennung sind daher sehr wichtig. Um das Gegenteil zu vermeiden, lügen ADHS-Kinder gern.


Warum hören ADHS Kinder nicht?

Eltern mit ADHS-Kindern kennen es: Es gibt oft viele endlose Diskussionen, doch das Kind scheint einfach nicht zu hören. Absprachen und Regeln werden nicht eingehalten, es muss ständig alles wiederholt werden. Zunächst sollten Eltern Motzereien und böse Worte nicht persönlich nehmen. Das Verhalten richtet sich nicht gegen die Person gegenüber, sondern gegen die Rolle. Eine positive Beziehung zum Nachwuchs sowie sinnvolle Regeln und Konsequenzen sind wichtig. Sich ständig auf Diskussionen einzulassen, bringt meist nicht viel. ADHS-Betroffene lernen besser über das Spüren und ein Verhaltens-Feedback.


Ist ADHS ein Erziehungsfehler?

Eltern mit ADHS-Kindern erleben häufig Ablehnung, da das Vorurteil herrscht, ihr Nachwuchs sei schlecht erzogen. Dabei ist es erwiesen, dass für ADHS eine neurobiologische Funktionsstörung im Hirn verantwortlich ist. So ist die Erziehung nicht schuld am ADHS. Eine inkonsequente Erziehung kann die Problematik lediglich verstärken, aber nicht entstehen lassen. Hierfür ist eine Veranlagung notwendig. Verschiedene Faktoren begünstigen die Entstehung der psychischen Erkrankung, beispielsweise genetische Ursachen, ein problematischer Schwangerschafts- und Geburtsverlauf, hirnorganische Ursachen sowie schädliche Umwelt- und Lebenseinflüsse.


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