Der Mangalarga Marchador
Zur Rasse des Mangalarga Marchadors:
Seine Heimat ist Brasilien, das fünftgrößte Land der Erde, das aber lange Zeit zu Portugal gehörte. Dorthin kam 1808 der portugiesische König Johann VI. samt seiner Familie ins Exil, als Napoleon sein Land besetzte. Er brachte auch einige wertvolle Pferde mit. Sein Sohn schenkte dem Baron von Alfenas, seinem Freund, 1812 einen Altér Real-Hengst namens "Sublime". Ihn kreuzte der Freiherr auf seinem Gut Campo Alegre, das nördlich von Rio im heutigen Bundesstaat Minas Gerais lag, mit einheimischen Stuten aus Berber- und Andalusierabstammung.
Viele ihrer Nachkommen fielen durch Ausdauer, Robustheit und besonders weiche, angenehme Gänge auf. Mit solchen Pferden konnte man stundenlang bequem durch die Pampa, die weite brasilianische Steppenlandschaft, reiten, ohne zu ermüden. Eine spezielle Gangart nannte man Marcha, die "Marschierende". Das Gestüt "Manga Larga" im heutigen Bundesstaat Rio de Janeiro erwarb einige dieser "Sublimes". Dort wurde speziell auf die Marcha weitergezüchtet. Die Pferde bekamen den Rassenamen "Manga Larga Marchador".
Solche Pferde waren vor allem bei den reichen Großgrundherren bald sehr gefragt. Die Zucht breitete sich aus, 1949 wurde ein Zuchtverband gegründet. Heute gibt es in Brasilien rund 6.000 "MM"-Züchter und ca. 400.000 eingetragene Pferde - die zahlenmäßig häufigste Pferderasse in Brasilien.
Nach Westeuropa kamen die ersten Mangalarga Marchadores um 1985. Derzeit gibt es einige hundert Pferde dieser Rasse in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Das Äußere des Mangalarga Marchadors:
Stockmaß 145 bis 155 Zentimeter, elegante bis kräftige Erscheinung.
Farben: Schimmel, Braune, Falben, Rappen, Füchse, Schecken. Keine Albinos, keine blauen Augen.
Das Wesen des Mangalarga Marchadors:
Freundlich, umgänglich, gelehrig, ausdauernd.
Die Nutzung des Mangalarga Marchadors:
Freizeit, Wanderreiten, Distanzritte, Turniere für Spezialgangpferde, Westernreiten.
Spezialgangarten
Mit Spezialgangart wird jede Gangart bei Pferden bezeichnet, die anders abläuft als die so genannten Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp. Die Fußfolge und der Takt unterscheiden sich von ihnen und natürlich auch untereinander und sind oft auch komplizierter.
Ob sich ein Pferd korrekt in der betreffenden Spezialgangart bewegt, kann häufig auch nur von Experten richtig eingeschätzt werden. Bei manchen Pferden mit Spezialgängen sind Trab oder Galopp kaum oder gar nicht mehr vorhanden. So ersetzt die Marcha zum Beispiel den Trab. Die Marcha Batida läuft im Viertakt mit vier Phasen ab, die Marcha Picada als ein Viertakt in acht Phasen. Beide Varianten haben keine Schwebephase wie der Trab.
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