Kindersicherheit: Die acht größten Gefahren im Haushalt

Egal ob Ein-Kind-Familie oder mehrköpfige Bande: Wenn es um das Thema Sicherheit geht, sind Kompromisse niemals empfehlenswert.

Die körperliche und auch geistige Gesundheit der eigenen Kinder zu schützen und zu fördern, ist eine wahre Mammutaufgabe und erfordert einiges an Planungsgeschick. Wer sich jedoch schon frühzeitig mit den größten Gefahren beschäftigt, wird auch den eigenen Haushalt schnell in ein sicheres Familienheim verwandeln.

Unfälle: Kinder sind besonders gefährdet

Es ist längst schon kein Geheimnis mehr, dass die meisten Unfälle im Haushalt geschehen. Unachtsames oder auch fahrlässiges Verhalten führt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen immer wieder zu gefährlichen Situationen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ unterstreicht dies mit aktuellen Zahlen. So kamen im Jahr 2014 rund 188 Kinder in Deutschland bei einem Unfall ums Leben. Ganze 199.300 Kinder mussten ins Krankenhaus gebracht werden und bei rund 1,7 Millionen Kindern war immerhin ein Arztbesuch notwendig. Besonders häufig zu sehen bekommen Mediziner:

  • Verbrennungen
  • Verätzungen
  • Vergiftungen
  • und Verletzungen des Kopfes.

Viele dieser Unfälle und Verletzungen wären durch achtsames und vorausschauendes Verhalten vermeidbar gewesen. Genau wie auch gesunde Ernährung nur mit einem cleveren Plan funktionieren kann, ist sorgfältiges Vorgehen beim Absichern des Wohnumfeldes das A und O. Die acht folgenden Risiken sollten Eltern unbedingt kennen.

1. Strom 

Steckdosen, schlecht gesicherte Kabelanschlüssen in der Wand und auch Elektrogeräte stellen eine potenzielle Gefahr für gefährliche Stromschläge dar. Eltern sollten daher alle Steckdosen im eigenen Zuhause mit speziellen Kindersicherungen versehen und dabei auch Mehrfachsteckdosen nicht vergessen. Elektrogeräte sollten stets an unerreichbarer Stelle aufbewahrt werden, insbesondere wenn Wasser in der Nähe ist. Das solide Abschirmen offenliegender Kabel mit speziellen Deckeln schützt ebenfalls vor Stromschlägen.

Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt mit elektrischen Geräten hantieren und frühzeitig mit den Gefahren von Strom vertraut gemacht werden.

2. Wasser 

Kaum zu glauben, aber immer wieder ertrinken Kinder im eigenen Zuhause. In der Badewanne, im Kinderpool oder auch im Gartenteich lauert eine Gefahr, die Eltern allzu häufig unterschätzen.

In die Badewanne sollten Kinder nur unter Aufsicht steigen.

In die Badewanne sollten Kinder nur unter Aufsicht steigen.

Überall dort, wo das Kind mit Wasser in Kontakt kommt und eine potenzielle Gefahr für ein plötzliches Hineinfallen oder Untergehen besteht, ist eine lückenlose Beaufsichtigung wichtig. Manchmal nämlich genügen schon wenige Minuten, um aus dem geplanten Badespaß eine Katastrophe werden zu lassen.

3. Verschluckbare Teile

Insbesondere Kleinkinder in einem Alter bis zu drei Jahren erforschen die Welt häufig mit dem Mund. Dass sie sich dabei auch Dekokristalle, Murmeln oder kleine Steine in den Mund stecken und daran ersticken können, sollten sich Eltern stets vor Augen führen. Es lohnt sich, auf besonders kleinteilige Deko zu verzichten und alle Kleinteile sicher in einer abschließbaren Schublade oder Box aufzubewahren. Beim Spielen mit kleinen Bausteinen oder Puzzles und Würfelspielen sollten kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt bleiben.

4. Treppen und Erhöhungen

Gibt es in der Wohnung Treppen, eine Galerie, einen Balkon oder auch andere erhöhte Gefahrenstellen, sollten diese stets gut abgesichert werden. Spezielle Gitter am Fuß und auch am oberen Ende von Treppen verhindern ein unbeaufsichtigtes Klettern, während Türen zu Balkon oder Galerie stets verschlossen oder ebenfalls mit Gittern gesichert werden sollten.

Ungesicherte Erhöhungen stellen ein großes Risiko für gefährliche Stürze dar.

Ungesicherte Erhöhungen stellen ein großes Risiko für gefährliche Stürze dar.

In Bereichen mit Sturzgefahr ist es wichtig, dass Kinder stets unter Aufsicht sind und für die Gefahren sensibilisiert werden. Anderenfalls drohen nicht nur blaue Flecken und Prellungen, sondern auch Knochenbrüche und im schlimmsten Fall lebensgefährliche Kopfverletzungen. 

5. Giftige Substanzen

Zahlreiche Putzmittel und auch Medikamente machen auf Kinder einen spannenden Eindruck. Bunte Flüssigkeiten, aufgedrucktes Obst bei Hustensaft und kleine Tabletten, die wie Schokolinsen aussehen, verleiten schnell zum Ausprobieren. Lebensgefährliche Vergiftungen und auch Verätzungen von Speiseröhre, Magen, Haut und Augen sind die mögliche Folge.

Medikamente verwechseln Kinder nicht selten mit Süßigkeiten.

Medikamente verwechseln Kinder nicht selten mit Süßigkeiten.

Daher gehören Medikamente und Putzmittel stets in abschließbare Schränke, die nicht von Kinderhänden erreicht und geöffnet werden können. Dies gilt auch während des regelmäßigen Hausputzes: Besonders kleine Kinder sollte grundsätzlich beigebracht werden, dass alle Flaschen, Tiegel und Tuben nicht angefasst werden dürfen.

6. Feuer und Hitze

An vielen Stellen im Haushalt entsteht große Hitze. Herdplatten, Töpfe mit heißem Wasser, die Kaffeemaschine und das Bügeleisen sind nur ein kleiner Ausblick auf all die Gefahrenquellen, die zu schweren Verbrennungen führen können. Hier ist es wichtig, mit Schutzgittern und erhöhten Aufbewahrungsorten vorzusorgen. Stehen Suppentopf oder Teetasse auf dem Esstisch, sollten Eltern keine Tischdecke verwenden. Allzu schnell haben Kinder sonst einen Zipfel in der Hand und das Behältnis mit heißer Flüssigkeit kippt.

Ebenfalls größte Vorsicht ist bei Feuerzeugen und Streichhölzern geboten. Sie sollten auch für ältere Kinder nicht erreichbar sein. Wie buxmann.de berichtet, sieht das Jugendschutzgesetz zwar bisher kaum sinnvolle Beschränkungen beim Kauf von Feuerzeugen durch Kinder vor, die Gefahr bleibt aber dennoch bestehen. Spielt ein Kind mit Feuerzeugen oder Streichhölzern, könnte es nicht nur sich selbst verletzen, sondern auch das gesamte Haus in Brand setzen.

7. Schubladen und Schranktüren

Schmerzhafte Quetschungen durch Schubladen und Schranktüren sind nicht selten. Gleiches gilt auch für Zimmertüren, die Kinder eigenständig öffnen und schließen können. Eltern sollten alle potenziellen Gefahrenstellen mit Kindersicherungen versehen und spezielle Klemmschutz-Utensilien anbringen. Bei Zimmertüren lohnt sich das Montieren eines Schutzes, der das vollständige Verschließen der Tür auch dann verhindert, wenn die Tür zugeschlagen wird.

8. Regale

Regale an sich sind ein sinnvolles Möbelstück, wenn es um die Aufbewahrung von Büchern, Dekoration und Spielsachen geht. Klettert ein Kind jedoch an einem ungesicherten Regal hoch oder rüttelt es daran, sind gefährliche Verletzungen vorprogrammiert. Hohe Regale sollten daher stets mit der Wand verschraubt und so vor dem Umkippen bewahrt werden. Besonders schwere Gegenstände wie Vasen und Steinfiguren platzieren Eltern am besten an Stellen, an denen sie nicht von oben herab auf das Kind stürzen können.

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