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Ab wann sollte mein Kind ein Handy haben?

"Aber alle haben ein Handy!" Diesen Satz kennen viele Eltern. Aber ab wann sollte ein Kind ein eigenes Smartphone bekommen? Schule und Familie klärt auf.

Smartphone für Kinder
© Syda Productions / shutterstock.com

Kinder wachsen heutzutage in einer digitalen Welt auf. Die meisten Menschen laufen ständig mit einem Handy in der Hand herum. In der Schule gibt es Tablets und Whiteboards. Fernsehen läuft über die Mediathek oder YouTube. Auf dem Wunschzettel vieler Kinder steht das eigene Smartphone ganz weit oben.

Das heißt aber noch lange nicht, dass sich Kinder auch mit den Tücken der Digitalisierung auskennen. Sie können noch nicht einschätzen, dass ein Handy auch Verantwortung bedeutet. Handys bieten heutzutage viele Funktionen, die beherrscht und verstanden werden müssen. Was bedeutet es zum Beispiel, Fotos auf Facebook und Instagram zu posten? Wie ist das mit dem Datenschutz? Und nicht zu vergessen: die Kostenfallen. Ab wann ist ein Handy also für Kinder sinnvoll und okay?

Experten sind sich zumindest soweit einig: Mit zwei oder drei Jahren sollte kein Kind ein mobiles Mediengerät benutzen. Ein Smartphone würde kleine Kinder mit Reizen überfluten. Viel wichtiger ist in diesem Alter, die Motorik und Haptik im wirklichen Leben zu schulen.

Wofür will mein Kind ein eigenes Smartphone?

Mit zunehmendem Alter verändert sich aber die Situation. Gerade beim Übertritt in die höhere Schule fragen sich viele Eltern selbst: „Braucht mein Kind jetzt ein Handy?“. Ab zehn Jahren hat bereits die Mehrheit der Kinder ein Smartphone, wie die Studie „Kinder und Jugend in der digitalen Welt“ des Digitalverbands Bitkom von 2017 zeigt. In diesem Alter sind Kinder in der Regel emotional so gefestigt, dass sie entscheiden können: Will ich mir wirklich das Video anschauen, welches in der Klasse kursiert, auf dem jemandem wehgetan wird – oder eben nicht.   

Bei Kindern zwischen sechs und zehn Jahren sind meist Spiele der Hauptanreiz für den Handy-Wunsch. Gerade Smartphones bieten unzählige Games, die das Handy in eine Spielekonsole verwandeln. Ab 12 Jahren besitzen 88 Prozent der Kinder ein Smartphone. Im Teenie-Alter steht der Coolness-Faktor im Vordergrund. Kinder möchten ein Handy, um sich mit den Freunden auszutauschen. Aber Achtung: Der Messenger-Dienst WhatsApp ist laut den eigenen AGBs erst ab 16 Jahren erlaubt. Es gibt aber Alternativen, die auch hinsichtlich des Datenschutzes sicherer sind, wie zum Beispiel Threema oder Signal.

Regeln für die Handynutzung aufstellen

Haben Sie sich entschieden, dass Ihr Kind ein Handy bekommt, sollten Sie klare Regeln zur Handynutzung aufstellen. Zwar gibt es Medienbildung mittlerweile auch an Schulen. Dennoch ist die Aufklärung durch Eltern sehr wichtig. Im Gespräch kann Ihr Kind auch Rückfragen stellen und auf Sie zukommen, wenn es sich unsicher fühlt.  

Bevor Sie das Handy übergeben, richten Sie Sicherheitseinstellungen ein, so dass Ihr Kind nicht auf alle Websites im Internet zugreifen kann und seine Daten so gut wie möglich geschützt sind.  Klären Sie die Kinder darüber auf, welche Kosten durch ein Handy entstehen können. Für den Normalgebrauch reicht ein Prepaid-Tarif. Hier haben Sie die volle Kostenkontrolle, um von Beginn an hohe Rechnungen zu vermeiden. Oder Sie suchen nach einem günstigen Vertrag mit Flatrate (SMS, Telefon und Internet). Besprechen Sie mit Ihrem Kind auch Kostenfallen wie InApp-Käufe oder Abos. 

Legen Sie fest, zu welcher Zeit das Handy verwendet werden darf, zum Beispiel tagsüber und außerhalb der Schulzeit. Eine Empfehlung von Experten: Begrenzen Sie die Handynutzung Ihres Kindes am Anfang und steigern Sie sie erst langsam.

Zusätzlich sollten Regeln aufgestellt werden, wie man online miteinander umgeht, spricht und was man unterlässt – so etwas gibt es ja auch im Klassenverband oder in der Familie. Erklären Sie Ihrem Kind auch, dass es jederzeit zu Ihnen kommen kann, wenn ihm Mobbing im Internet oder in Chats begegnet.

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Weitere hilfreiche und interessante Tipps zum Thema finden Sie in unserem neuen Medienkompetenz-Heft „Medien und wir“. Darin erklären wir zum Beispiel, wie man sicher im Netz surft, mit welchen Tricks die Werbung arbeitet und wie Google und Co. funktionieren.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann sollten Kinder frühestens ein Handy haben?

Die meisten Kinder bekommen im Durchschnitt zwischen neun bis zehn Jahren ein Handy. Damit können sie mit den Eltern oder Großeltern kommunizieren und sind auch selber erreichbar. Dabei muss das Handy nicht direkt über einen Internetzugang verfügen, denn dieser birgt gewisse Gefahren.


Ist ein Handy für die Entwicklung meines Kindes schädlich?

Das Kind sollte nicht stundenlang vor dem Handy hängen, sondern auch außerhalb der digitalen Welt ausreichend soziale Kontakte pflegen und Hobbys nachgehen. Besonders bei kleinen Kindern muss darauf geachtet werden, dass eine Reizüberflutung verhindert wird. Bildschirmfreie Zeiten sind daher wichtig. Bei einem bewussten Umgang stellt das Handy keine Gefahr dar.


Wie lange darf ein Kind ans Handy?

Kinder bis fünf Jahre sollten pro Tag maximal 30 Minuten am Stück und Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren höchstens eine Stunde am Handy sein.


Welches Handy ist das Beste für Kinder?

Beim Kauf des Handys sollten Sie überlegen, wofür es gedacht ist. Möchten Sie, dass Ihr Kind telefonisch erreichbar ist und Sie es bei Bedarf anrufen können? Dann genügt ein einfaches Handy ohne Internetzugang. Bei etwas größeren Kindern sollte das Handy über Internetzugang und Funktionen wie Bluetooth und eine Kamera verfügen.


Wie viel Bildschirmzeit ist für Kinder in Ordnung?

Bis zum Alter von drei Jahren sollten Kindern keine Bildschirmmedien zur Verfügung stehen. Zwischen drei und sechs empfiehlt sich pro Tag eine Nutzung von maximal 30 Minuten und zwischen sieben und zehn von höchstens 60 Minuten. Es muss auch nicht unbedingt täglich sein. Bei Kindern ab zehn empfiehlt sich die Vereinbarung eines wöchentliches Zeitkontingents.


Wo finde ich gute Notfallhandys für mein Kind?

Für Kinder ab der ersten Klasse eignet sich ein Notfalltelefon. Es wird ausschließlich zum Telefonieren verwendet. Eltern haben damit ein gutes Gefühl, wenn sich der Nachwuchs beispielsweise auf dem Weg zur Schule befindet. Bei drohender Gefahr oder einer Notsituation kann das Kind die Notfalltaste betätigen. Statt Laufzeitverträgen eignen sich hier eher Prepaid-Verträge, die sowohl im Handy-Geschäft vor Ort als auch online erhältlich sind.


Wie kann ich die Bildschirmzeit meines Kindes am Smartphone begrenzen?

Kinder müssen den Medienumgang erst lernen. Die vertrauensvolle und verlässliche Begleitung durch die Eltern ist dabei wichtig. In einem ruhigen Moment gemeinsam Regeln aufzustellen, hilft dabei, Konflikte zu vermeiden. Vereinbaren Sie Handypausen und unterstützen Sie Ihr Kind, die Freizeit auch ohne Smartphone sinnvoll zu gestalten, beispielsweise durch Sport im Verein oder gemeinsame Spiele.


Wie kriege ich mein Kind mal vom Handy weg?

Am wichtigsten ist es, bezüglich der eigenen Mediennutzung ein positives Vorbild zu sein. Legen Sie Ihr Smartphone ebenso regelmäßig an die Seite. Planen Sie tägliche handyfreie Zeiten, um eine Handysucht und Konflikte zu verhindern. Verbringen Sie Zeit mit dem Kind, widmen Sie ihm Aufmerksamkeit und bieten Sie attraktive Alternativen zum Handy an.


Kind nutzt das Handy bei den Hausaufgaben. Sollte ich das unterbinden?

Wenn Kinder heutzutage Hilfe bei den Hausaufgaben benötigen, greifen sie gern zum Handy. Fordern Sie Ihr Kind auf, es währenddessen wegzulegen. Erklären Sie ihm, dass dies die Noten verfälscht. Legen Sie allgemein handyfreie Zeiten bei den Hausaufgaben und beim Lernen ein.


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