Der Schneemann

Seht, da steht er, unser Schneemann!
Das ist ein Geselle!
Stehet fest und unverzagt,
Weicht nicht von der Stelle.

Schaut ihm in die schwarzen Augen!
Wird euch denn nicht bange?
In der linken Hand da hat er
Eine lange Stange.

Einen großen Säbel hält er
Fest in seiner Rechten.
Kommt heran! Er wird sich wehren,
Wird mit Allen fechten.

Über ihn kann nur der Frühling
Einen Sieg gewinnen:
Blickt ihn der nur an von ferne,
Wird er gleich zerrinnen.

Aber halt dich tapfer, Schneemann!
Lass dir offenbaren:
Stehst du morgen noch, so wollen
Wir dich Schlitten fahren.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

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Winternacht

Es war einmal eine Glocke,
die machte baum, baum. 
Und es war einmal eine Flocke, 
die fiel dazu wie im Traum.

Die fiel dazu wie im Traum...
Die sank so leis hernieder
wie ein Stück Engleingefieder
aus dem silbernen Sternenraum.

Es war einmal eine Glocke, 
die machte baum, baum. 
Und dazu fiel eine Flocke, 
so leise wie im Traum.

So leis als wie ein Traum. 
Und als vieltausend gefallen leis,
da war die ganze Erde weiß, 
als wie von Engleinflaum.

Da war die ganze Erde weiß,
als wie von Engleinflaum.

Christian Morgenstern (1871-1914)

Winterlied

Mir träumt', ich ruhte wieder
Vor meines Vaters Haus
Und schaute fröhlich nieder
Ins alte Tal hinaus,
Die Luft mit lindem Spielen
Ging durch das Frühlingslaub,
Und Blütenflocken fielen
Mir über Brust und Haupt.

Als ich erwacht, da schimmert
Der Mond vom Waldesrand,
Im falben Scheine flimmert
Um mich ein fremdes Land,
Und wie ich ringsher sehe:
Die Flocken waren Eis,
Die Gegend war vom Schnee,
Mein Haar vom Alter weiß.

Joseph von Eichendorff (1788-1857)

Winter ade!

Winter ade! 
Scheiden tut weh. 
Aber dein Scheiden macht, 
Dass mir das Herze lacht! 
Winter ade! 
Scheiden tut weh. 
 

Winter ade! 
Scheiden tut weh. 
Gerne vergess ich dein, 
Kannst immer ferne sein. 
Winter ade! 
Scheiden tut weh.

Winter ade! 
Scheiden tut weh. 
Gehst du nicht bald nach Haus, 
Lacht dich der Kuckkuck aus! 
Winter ade! 
Scheiden tut weh.

Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Winter

Die Kälte kann wahrlich brennen 
Wie Feuer. Die Menschenkinder
Im Schneegestöber rennen
Und laufen immer geschwinder. 

Oh, bittre Winterhärte! 
Die Nasen sind erfroren, 
Und die Klavierkonzerte
Zerreißen uns die Ohren. 

Weit besser ist es im Summer,
 Da kann ich im Walde spazieren, 
Allein mit meinem Kummer,
Und Liebeslieder skandieren.

Heinrich Heine (1797-1856)

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