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Die 120+ zauberhaftesten Blumengedichte für Kinder

Mit Blumen kann man einem lieben Menschen eine Freude machen. Noch besser: ein Gedicht oder ein passendes Zitat beilegen. Werfen Sie einen Blick auf unsere Auswahl!

Pfui der stumpfen Naturen, die von einer Blume nicht ergriffen werden können! Der Ochs denkt sich beim Anblick einer Blume allerdings nichts, als dass er sie fressen könne; aber die Blume blüht nicht nur für das Geschlecht der Rinder.

Nikolaus Lenau (1802-1850)  


Jüngstens bin ich gegangen

Jüngstens bin ich gegangen
Draußen im stillen Feld,
Rosen haben gehangen
Über der Abendwelt,
Und die schönste von allen
Hab‘ ich im Geiste geküsst,
Die ist in Tau zerfallen
Dorten, wo Flandern ist.

Paul Keller (1873-1932)


Rosa multiflora

Vor allen deinen Schwestern
Gepriesen seist du mir
Du, die so heut wie gestern
Des Gartens blüh'nde Zier.

Die, wenn die andern lange
Den letzten Duft verstreut,
In freud'gem Lebensdrange
Sich immerfort erneut!

Lass sie nur prunkend stehen
Und hauchen würz'gen Brand!
Sie blühen und verwehen,
Du aber hast Bestand.

Du rankst an welken Hagen
Und zauberst unserm Blick
Noch in des Herbstes Tagen
Den Rosenmond zurück.

Mir spiegelt sich in jenen
Das Glück, das lockend gleißt
Und, wenn wir's unser wähnen,
Sich unserm Arm entreißt;

In dir der stete Segen,
Den mild ein guter Geist
Auf unsern Erdenwegen
Uns still begleiten heißt.

Hold tritt er uns entgegen,
Wenn bang die Seele ringt,
Der unscheinbare Segen,
Den jeder Tag uns bringt!

Betty Paoli (1814-1894)


Das Lied der Blume

Ich bin ein Wort, das die Natur gesprochen
Und dann zurückgenommen
In ihrem Herzen barg,
Um es ein zweites Mal zu äußern.

Ich bin ein Stern, der einst vom blauen Himmel
Auf einen grünen Teppich fiel.
Ich bin der Elemente Tochter:

Im Winter getragen,
Vom Frühling geboren,
Erzogen vom Sommer;
Der Herbst legt mich zur Ruh.

Ich bin ein Geschenk für Liebende
Und eine Hochzeitskrone.
Ich bin die letzte Gabe der Lebenden an die Toten.

Wenn der Morgen kommt,
Künden ich und der Wind
Vom Licht.
Und am Abend sagen die Vögel und ich ihm Lebewohl.

Ich schwebe über den Ebenen
Und verschönere sie.
Ich schicke meinen Wohlgeruch in die Lüfte.

Ich umarme den Schlummer,
Und die mannigfaltigen Augen der
Nacht blicken lange auf mich.

Ich such das Erwachen, um auf das Einzige
Auge des Tages zu schau'n.
Ich trinke von des Taues berauschendem Nass
Und höre der Amsel Lied.

Ich tanze zum Rhythmus des sich wiegenen Grases
Und blicke immer zum Himmel, das Licht zu sehen,
Nicht, um darin mein Bild zu betrachten.
Dies ist eine Weisheit, die der Mensch noch nicht kennt.

Khalil Gibran (1883-1931)


Was nützt es, eine Blume in Spanien zu pflanzen, wenn ich in Frankreich lebe?

Franz von Sales (1567-1622)


Die Veilchen will ich zum Strauße gereiht,
aber die Rose allein.

Christian Friedrich Hebbel (1813-1863) 


Ich habe eigentlich eine Anlage zu einer Blumenleidenschaft, aber geruchlose; der Stolz der Gärtner, Georginen, Päonien, Tulpen, Kamelien, sind mir von Kind auf gleichgültig gewesen.

Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck (1815-1898)


Kakteen

Sie stehen jahrelang im Topf aus Ton,
Verstockte in sich, selbstverliebte Käuze,
In einer rätselhaft verbissnen Fron
Der Form: sind Kugel, Kegel, Kreuze,
Sie gleichen Birnen, missgebornen Köpfen,
Sind Stein-Gespenster, Schlange, Hand:
Verfeindet so dem Außen, dass in Schöpfen
Stacheln aufstehn um sie wie eine Wand,
Dahinter sie verharrn, anarchisch, kündend,
Prophet und Gott, ihr selbstbesessnes Ich,
Bis sie auf einmal stumm, in Blumen mündend,
Sich ganz verschweigen, opfern, löschen sich.

Maria Luise Weissmann (1899-1929)


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Die Blume lebt und liebt und redet
eine wunderbare Sprache.

Peter Rosegger (1843-1918)


Hyazinthe

Hyazinthe war die teure
Lieblingsblume meiner Mutter,
Die ein Lenzeskind gewesen,
Eine echte Märzgeborne.

Jährlich um des Monats Mitte,
Trat ich morgens in ihr Zimmer
Und bescherte zum Geburtstag
Ihr die ersten Hyazinten.

Lenz durchglomm ihr blaues Auge,
Wob in ihrem feinen Antlitz
Und umstrahlte noch im Alter
den kastanienbraunen Scheitel.

Märzenstark war ihre Seele,
Die sich hob aus allem Niedern
Zum Erhab'nen und zum Zarten
Wie auf sichtbar hellen Schwingen.

Und auch diese Edle wurde
Hingebeugt von Erdenschwere,
Ihre lichte Liebe wankte
Kummervoll zu eis'ger Grabnacht.

Dorthin um des Monats Mitte
Trag‘ ich jetzt die Märzengabe
Süßester Erinnerungen,
Meinen ganzen toten Frühling!

Emil Claar (1842-1930)


Rote Rosen

Rote Rosen, die glühen,
Zeugen glücklicher Zeit,
Als von Sorgen und Mühen
Das Herz befreit!

Über Trauer und Trümmer,
Wüsten, hässlichen Graus,
Blühenden Lebens Schimmer,
Neu breite dich aus!

Blüten, lang nicht beschieden,
Gruß aus schenkender Hand,
Boten der Sehnsucht nach Frieden,
Segnet, o segnet das freudlose Land!

Karl Henckell (1864-1929)


Das traurige Röslein

Ein Röslein war gar nicht munter,
Weil es im Topfe stand,
Sah immer traurig hinunter
Auf die Blumen im freien Land.

Die Blumen nicken und winken.
Wie ist es im Freien so schön
Zu tanzen und Tau zu trinken
Bei lustigem Windeswehn.

Von bunten Schmetterlingen
Umgaukelt, geschmeichelt, geküsst;
Dazwischen der Vöglein Singen
Anmutig zu hören ist.

Wir preisen dich und loben
Dich, fröhliche Sommerzeit;
Ach, Röslein am Fenster droben,
Du tust uns auch gar zu leid.

Da ist ins Land gekommen
Der Winter mit seiner Not.
In Schnee und Frost verklommen
Die Blumen sind alle tot.

Ein Mägdlein hört es stürmen,
Macht fest das Fenster zu.
Jetzt will ich dich pflegen und schirmen,
Du liebes Röslein du.

Wilhelm Busch (1832-1908)


Nicht in des Mittagshauches Kosen,
Nicht in der Maienlüfte Blau:
Es blüh'n am herrlichsten die Rosen
Im perlenhellen Abendblau.

Moritz Graf von Strachwitz (1822-1847)


Das Blumenorakel trügt selten. Wenn eine Frau, der Du nach einer ersten flüchtigen Begegnung Blumen schickst, nicht einige davon ansteckt, solltest Du es aufgeben.

Carl Hagemann (1867-1940)


Wer Rosen nicht im Sommer bricht,
der bricht sie auch im Winter nicht.

Deutsches Sprichwort


Düfte sind die Gefühle der Blumen.

Heinrich Heine (1797-1856)


Der Rose süßer Duft genügt,
man braucht sie nicht zu brechen 
und wer sich mit dem Duft begnügt,
den wird ihr Dorn nicht stechen.

Friedrich Martin von Bodenstedt (1819-1892)


Es ist kein Pfad der Welt so steil,
dass ihn nicht Blumen schmücken;
nur das bleibt unser eignes Teil, 
dass wir sie pflücken.

Karl Stieler (1842-1885)


Schwertlilien

Das sind die Blumen, die wie Kirchen sind.
Ein Blick in sie hinein zwingt uns zu schweigen.
Wie Weihrauch fromm berauschend strömt ihr Duft,
Wenn wir uns zu der schönen Blüte neigen.

Sie sind wie Schmetterlinge dünn und zart.
Und wissen ihr Geheimnis doch zu hüten.
Es hellen goldne Kerzen sanft den Pfad
Ins Allerheiligste der Wunderblüten.

Francisca Stoecklin (1894-1931)


Flammende Rose, Zierde der Erde

Flammende Rose,
Zierde der Erden,
Glänzender Gärten
bezaubernde Pracht;
Augen, die deine
Vortrefflichkeit sehen,
Müssen vor Anmut
erstaunend gestehen,
Dass dich ein göttlicher Finger
gemacht.

Barthold Hinrich Brockes (1680-1747)


Kakteen

Doch dann zuletzt bist Du das gute Gleiten
Ins Schlafende, das ohne Sprache ist
Wie ohne Traum. Das sich so tief vergisst,
Dass Namen schon es mit sich selbst entzweiten.

Sie stehen wieder stumm im Topf aus Ton,
Und was sie sprachen wurde nie gesagt,
Und was sie klagten wurde nie geklagt:
Ganz pflanzenhaft in einer dunklen Fron

Von Wuchs und Trieb sind sie zurückgewandt
Zum Schweigenden. Und Du darfst nichts erwarten
Als Dieses nur: dass sie einmal, besehn
Von Deinem Blick, berührt von Deiner Hand,

So wie ein plötzlich übersonnter Garten,
Aufbrechen und in jäher Blüte stehn.

Maria Luise Weissmann (1899-1929)


Stell' eine Blume vor das Fenster dein, so lässt sie dir keinen bösen Gedanken herein.

Friedrich Rückert (1788-1866)


Nicht alle Blumen duften uns, vielleicht haben aber Schmetterlinge und Bienen feinere Nasen als wir Menschen.

Berthold Auerbach (1812-1882)


Die Frühlingsrose

Der Jüngling:
Aurorens Blume, die um das Haar ihr glänzt,
Was weilst du länger, liebliche Rose? Komm!
Der Winter flieht; es locken sanfte
Zephyre dich an der Sonne Lichtstrahl.

Die Rose:
Im Strahl der Sonne welket die Rose bald;
Der Zephyr, der sie wecket, entblättert sie.
Aurora flieht. O Jüngling, gönne,
Gönne der Säumenden noch ihr Knöspgen.

Matthäus Casimir Sarbiewsky oder Sarbievius (1595-1640)


Du seufzest über dürres Land,

o sei nur blind nicht, nicht so träge!
Viel Freuden schmachten unerkannt,
das sind die Blumen am Wege.

Sie winken still, sie duften fein,
erheischen nicht deine Pflege,
sie möchten nur geerntet sein,
die kleinen Blumen am Wege.

Nach goldenem Sterne, weit entrückt,
blickst du, nach fernem Gehege,
dieweil verblühen, ungepflückt,
viel tausend Blumen am Wege!

Amélie Godin (1824-1904)


Es ist ein großer Frevel an der Natur, die wildwachsenden Blumen als Unkraut zu bezeichnen.

Johannes Scherr (1817-1886)


Der Kolibri küsst die Blume.

Von den Azteken


Vergissmeinnicht

Das Kindlein schleicht am Wiesenbach
Den Blumen nach,
Da winkt ein Blümlein himmelblau,
Beperlt von Tau.
Fünf Blättchen steh'n gereiht als Stern
Mit goldnem Kern.

Das Blümlein spricht zum Kind:
"Ich bitt',
O nimm mich mit.
Ich bleibe dir daheim am Tisch
Im Glase frisch.
Ich blühe dir allmorgens neu,
In stiller Treu,
Mein Herz ist fromm und sanft
mein Licht,
Vergiss mein nicht!

Der Jüngling greift im Wandermut
Nach Stab und Hut,
Ihn zieht es fern vom Vaterhaus
Zur Welt hinaus,
Und Freund um Freund die Hand ihm bot:
Behüt dich Gott!

Ein Mägdlein still beiseite stand,
Es schweigt ihr Mund,
Ihr Auge schimmert himmelblau,
Beperlt von Tau:
Dein denk' ich alle Morgen neu
In stiller Treu,
Mein Herz ist fromm und sanft mein Licht,
Vergiss mein nicht!

Es steht der Mann im Weltgewühl,
Der Tag ist schwül,
Der Hammer klopft, die Räder dreh'n,
Die Mühlen geh'n,
Zum Beten hat er wenig Zeit
In Kampf und Streit,
Zum Himmel blickt er kaum hinauf
Im Tageslauf,
Da bricht ein Fleckchen Himmelblau
Durchs Wolkengrau:
Dir lebt ein Gott, des Lieb' und Treu
Allmorgens neu
Drum himmelan dein Angesicht,
Vergiss mein nicht!

Still sitzt der Greis im Kämmerlein
Bei Lampenschein,
Er liest, es blättert leis die Hand
Im alten Band,
Und plötzlich aus dem Auge feucht
Ein Tropfen schleicht.
Der Zeit gedenkt er still und treu,
Wo's frisch und neu;
Der Hand gedenkt er tiefbewegt;
die's eingelegt;
Das welke blaue Blümlein spricht:
Vergiss mein nicht!

Karl Gerok (1815-1890)


Es wird nie rote Rosen regnen. Wenn wir mehr Rosen wollen,
müssen wir mehr Rosen pflanzen.

George Eliot (1819-1880)


Sterne, ihr Blumen des Himmels, ihr winket,
Blumen, ihr Sterne der Erde, ihr lauscht.

Felix Dahn (1834-1912)


Stell dir wenigstens einen Blumentopf ans Fenster, damit du ab und zu wieder daran erinnert wirst, wie unvollkommen unsere Gedanken und Taten sind gegenüber einem solch selbstverständlich harmonischen und vollkommenen Gewächs!

Rudolf Koch (1876-1934)


Ein Gleichnis

Jüngst pflückt' ich einen Wiesenstrauß,
Trug ihn gedankenvoll nach Haus;
Da hatten, von der warmen Hand,
Die Kronen sich alle zur Erde gewandt.

Ich setzte sie in frisches Glas,
Und welch ein Wunder war mir das!
Die Köpfchen hoben sich empor,
Die Blätterstengel im grünen Flor,

Und allzusammen so gefunden,
Als stünden sie noch auf Muttersgrund.
So war mir‘s, als ich wundersam
Mein Lied in fremder Sprache vernahm.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)


Zueignung

Ich habe Dir in ernsten stillen Stunden,
Betrachtungsvoll in heil'ger Einsamkeit,
Die Blumen dieser und vergangner Zeit,
Die mir erblüht, zu einem Kranz gewunden.

Von Dir, ich weiß es, wird der Sinn empfunden,
Der in des Blüthenkelchs Verschwiegenheit
Nur sichtbar wird dem Auge, das geweiht
Im Farbenspiel den stillen Geist gefunden.

Es flechten Mädchen so im Orient
Den bunten Kranz; dass vielen er gefalle,
Wetteifern unter sich die Blumen alle.

Doch Einer ihren tiefern Sinn erkennt,
Ihm sind Symbole sie nur, äußre Zeichen;
Sie reden ihm, obgleich sie alle schweigen.

Karoline von Günderode (1780-1806)

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